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Regionale Ressourcenwende in der Bauwirtschaft >ReBAU

 

 

ReBAU war ein Projekt des Förderprogramms „Regio.NRW – Innovation und Transfer“ (EFRE) mit einer Projektlaufzeit von Februar 2020 bis Dezember 2022, gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Es wurde geleitet von der Zukunftsagentur Rheinisches Revier und den Projektpartner Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH und Bimolab gGmbH.

Regionale Ressourcenwende in der Bauwirtschaft (ReBAU) Bild

Über ReBAU

ReBAU steht für einen Paradigmenwechsel: weg vom reinen Energiesparen, hin zu einem umfassenden Ressourcen- und Klimaschutz im Bauwesen. Statt sich nur auf die Betriebsphase von Gebäuden zu konzentrieren, wird die gesamte Wertschöpfungskette im Bauwesen in den Blick genommen. Denn durch intelligenten Ressourceneinsatz und Prinzipien der “Circular Economy” lassen sich CO2-Emissionen, Rohstoffverbrauch und Primärenergiebedarf auf ein Minimum reduzieren. Durch die Umsetzung dieser Prinzipien leistete ReBAU einen wesentlichen Beitrag zu einer neuen Baukultur im Rheinischen Revier.

Das Projekt betrachtete den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden mit

  • dem Wissenstransfer über kreislaufgerechtes, ressourcenschonendes Bauen an alle Planungsbeteiligten (Kompetenzzentrum),
  • der Nutzung von Rückbauvorhaben als Rohstoffquellen (Rohstoffbörse),
  • der Etablierung von neuen Recycling Produkten (Produktetablierung),
  • der Vorplanungen für ein prototypisches Quartier  (Zukunftsquartier) für eine ressourceneffiziente und kreislaufgerechte Siedlungsplanung im Rheinischen Revier
  • der Förderung von grundlegend neuartigen Bauweisen und innovativer Technologien (Innovation Scouting)

 

Diese Schritte bewirkten, dass die Bauwirtschaft in Nordrhein-Westfalen eine Vorreiterrolle im umweltschonenden Bauen einnehmen kann. ReBAU mobilisierte so bislang kaum wahrgenommene Innovationspotenziale für kostenneutralen Klimaschutz durch Ressourceneffizienz und zirkuläre Wertschöpfung im Bauwesen.

Projektbeteiligte:

Magdalena Zabek, Projektleiterin und -managerin „Rohstoffbörse

Lillith Kreiß, Projektmanagerin „Innovation“

Julia Kaiser, Projektmanagerin „Kompetezzentrum“

 

 

 

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Innovative Bauprodukte auf der ReBAU Messe in Düren 2022 Foto: SBC Lehmann

Operativen Entwicklungsziele

  • Gründung und Betrieb eines regionalen Kompetenzzentrums inklusive Wissensdiffusion sowie dauerhafter Aufstellung und Finanzierung
  • Ausarbeitung und Testbetrieb einer digitalen Rohstoffbörse und Entwicklung eines Standorts für hochwertiges Baustoffrecycling
  • Bauliche Pilot-Anwendung von mehreren kreislaufgerechten mineralischen Bauprodukten
  • Leitfaden für ein prototypisches ressourceneffizientes/kreislaufgerechtes Quartier zur weiteren Realisierung
  • Identifizierung/Förderung von grundlegender Innovation im Baubereich
  • Erfolgreiche Koordination obiger Aktivitäten als Gesamtprojekt/-strategie

 

Weitere Informationen stehen auf der Projektwebsite zur Verfügung:

Kompetenzzentrum

ReBAU vermittelte Wissen über kreislaufgerechtes, ressourcenschonendes Bauen an alle Planungsbeteiligten. Die Entwicklung und Durchführung von Maßnahmen zur Qualifikation regionaler Akteure erfolgte durch Fortbildungsveranstaltungen, Ausstellungen und weitere Formate wie zum Beispiel Webinare, Broschüren und Videos. Die Veranstaltungen und Publikationen dienten zur Sensibilisierung und Wissensvermittlung zum Thema des ressourcenschonenden Bauens an Vertreter*innen aus Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft sowie aller am ”Lebenszyklus Bau” Beteiligten.

Auf dem YouTube Kanal der Faktor X Agentur sind Webinare und Streams von Tagungen bereitgestellt: https://www.youtube.com/@faktorxagentur7018
Eine Publikation zum Thema finden Sie unter: https://rebau.info/wp-content/uploads/2022/11/Baustelle-Ressourcenwende_ReBAU_doppelseitig.pdf

 

Rohstoffbörse

Ein zentrales Ziel der Rohstoffbörse war es, Grundlagen für einen neuen Modellstandort eines Baustoffrecycling- und Rohstoffgewinnungszentrums „Industriepark Kreislaufwirtschaft Bau“ in der Region zu schaffen – einen Ort, an dem Unternehmen unter anderem aus Bauabfällen und Bodenaushub wieder hochwertige Bauprodukte herstellen können.
Die Rohstoffbörse vernetze alle Aktivitäten in dem Bereich im Rheinischen Revier um den Zugang zu sekundären Rohstoffquellen im Revier zu ermöglichen. Somit entstand ein Netzwerk, welches bei der Sicherung von Rohstoffquellen und -senken aktiv teilnahm. Zusätzlich wurde nach einem Betreiber gesucht, bilaterale Gespräche geführt und ein Runder Tisch gegründet. Ergebnis des Runden Tisches war die Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit der Forderungen nach einem konsequenten Ressourcenschutz.

Die Absichtserklärung finden Sie unter: https://rebau.info/wp-content/uploads/2022/10/220931_LOI-Rohstoffboerse.pdf

Produktetablierung

auvorhaben und Produktionspartner wurden mobilisiert um bereits normgerechte Recycling Bauprodukte in neuen Bauvorhaben erstmals anzuwenden. Um Hemmings gegenüber Recyclingprodukten abzubauen und Bauprodukt langfristig am Markt zu etablierung wurden Beteiligte im Bereich der Bauherrenschaft, Recycling-/ Baustoffaufbereitung, Frischbetonwerk oder Mauersteinhersteller lokalisiert und notwendigen Maßnahmen für die Güteüberwachung und Produktion der Baustoffe in die Wege geleitet. Somit entstand zum Beispiel der erste Recycling Sichtbeton im Gebäude „The Cradle“ in Düsseldorf und viele weitere Produkte.
Zusätzlich wurde eine Studie erarbeitet zum Thema der „Ressourceneffektivität und Kreislauffähigkeit von Verkehrsflächen für zukunftsfähige Quartiere“.

Die Straßenbaustudie steht zum Download zur Verfügung:
https://rebau.info/wp-content/uploads/2022/10/Bimolab-Studie-Final-08-2022.pdf

Zukunftsquartier

Eine ressourceneffiziente und kreislauffähige Siedlung im Rheinischen Revier wurde in enger Kooperation mit der Gemeinde Inden entwickelt. In Schophoven, an der voraussichtlichen Uferkante des Indesees, wird ein prototypisches Quartier entstehen, das als Modell für andere Siedlungen dienen soll.

Neben Untersuchungen für die baulichen Realisierung des Quartiers wurde ein Planungshandbuch für Kommunen entwickelt, welcher verschiedene Themen einer ressourcenschonenden Planung auf Quartiersebene ermöglicht. Eine Übertragbarkeit der Planungsprinzipien auf andere Standorte im Rheinischen Revier soll mit Hilfe des Planungshandbuch ermöglicht werden.

 

Das Planungshandbuch für eine ressourcenschonenden Städtebau wird im Januar 2023 veröffentlicht.

Innovation

Um Innovation im Bausektor bei ihrem Beitrag zur Ressourcenwende zu unterstützen, wurden in einem ersten Call Bauvorhaben in den frühen Planungsphasen bei einer kreislaufgerechten und ressourcenschonenden Planung unterstützt. Als Ergebnis einer engen Zusammenarbeit mit einem Architekturbüro entstand ein Planungshandbuch mit grundlegenden Planungsprinzipien für Ressourcenschutz und Zirkularität entlang der regulären Planungsverläufen von Gebäuden. Durch das Planungshandbuch soll der Einsatz von ressourcenschonenden Bauprodukten oder Planungsansätzen unterstützt werden.

In einem zweiten Call wurden innovative Bauprodukte gefunden, die sich auf der ReBAU Messe präsentiert haben. Um die ökologischen Eigenschaften der ausgestellten Produkte vergleichbar zu machen, wurden die Produkte ökobilanziert.

Das Planungshandbuch für eine ressourcenschonende Architektur wird im Januar 2023 veröffentlicht.

Produktetablierung von Recyclingmaterialien Bild
Produktetablierung von Recyclingmaterialien

Foto: SBC Lehman

Treffen des Runden Tisches Rohstoffbörse im August 2022 Bild
Treffen des Runden Tisches Rohstoffbörse im August 2022

Foto: Lilith Kreiß, ZRR

Wissensvermittlung durch Ausstellungen Bild
Wissensvermittlung durch Ausstellungen

Foto: Lisa Beller

Vision des Zukunftsquartiers in Inden-Schophoven Bild
Vision des Zukunftsquartiers in Inden-Schophoven

Foto: Merle Yilmaz

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