Glossar zum WSP 1.1

In diesem digitalen Glossar sind Erklärungen zu den wichtigsten Begriffen im Wirtschafts- und Strukturprogramm (WSP) 1.1 aufgeführt. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Zukunftsagentur Rheinisches Revier

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A

ab initio-Materialsimulationen

In „ab-initio“-Simulationen werden atomare Prozesse an Hochleistungsrechnern simuliert. Damit gelingt die Vorhersage von Materialeigenschaften auf dem Computer, und zwar nicht nur für bereits bestehende Materialien, sondern auch für völlig neue bzw. noch nicht synthetisierte Werkstoffe.

Agglomeration

Eine räumliche Ballung, zum Beispiel von Unternehmen, die sich aufgrund von Standortvorteilen an einem bestimmten Punkt ansiedeln.

Agilisierung

Agilisierung meint die Einbindung von agilen Methoden und Prinzipien in klassische Organisations- und Managementsysteme, um flexibel und dynamisch auf wechselnde Rahmenbedingungen reagieren zu können.

Agro-Perennial

Im Gegensatz zu jährlichem Pflanzen muss beim Agro-Perennial-System nicht jedes Jahr neu gepflanzt werden. Die Pflanzen wachsen nach der Ernte nach.

B

bio-basiert

Auf der Verwendung von Biomasse beruhend und/oder unter Nutzung biotechnologischer Verfahren erzeugt oder verarbeitet.

Bioökonomie

Die Bioökonomie umfasst die Erzeugung, Erschließung und Nutzung biologischer Ressourcen, Prozesse und Systeme, um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren im Rahmen eines zukunftsfähigen Wirtschaftssystems bereitzustellen.

Biotechnologie

Sammelbegriff für eine Vielzahl von Verfahren, Produkten und Methoden. Die Biotechnologie erforscht ganze Organismen wie Bakterien, Pflanzen, Tiere, Zellen oder Enzyme auf ihre Erbinformation (Genom), um ihre Funktion besser zu verstehen und nutzbar zu machen, zum Beispiel für die Entwicklung neuartiger Technologien.

biogen, biogene Rohstoffe

Auf Biomasse beruhend. Biogene Rohstoffe bezeichnen jede Art von Biomasse, also sowohl eigens angebaute nachwachsende Rohstoffe als auch jede andere Art von Biomasse, einschließlich biotischer Rest- und Abfallstoffe.

biotisch

Im Begriff biotisch steckt das altgriechische Wort „bios“, das bedeutet Leben bzw. lebend. Das Adjektiv biotisch beschreibt Vorgänge, Zustände oder auch Gegenstände, an denen Lebewesen bzw. Organismen beteiligt sind.

Blaue Infrastruktur

Blaue oder auch blau-grüne Infrastruktur beschreibt ein Netzwerk aus natürlichen oder naturnahen Flächen. Sie stellt einen neuen Planungsansatz für die Landschaftsarchitektur dar, in dem Klimawandel, Biodiversität und weitere ökologische Aspekte einen hohen Stellenwert erhalten. Bei der blauen Infrastruktur stehen insbesondere hydrologische Elemente wie etwa urbanes Wassermanagement oder Maßnahmen zur Starkregenvorsorge im Fokus.

Blockchain

Eine Blockchain oder deutsch „Blockkette“ ist eine offene Datenbank, in der sich Informationen jeglicher Art speichern, verarbeiten, teilen und verwalten lassen. Die Verwendung einer Blockchain erfolgt in der Regel anonym. Man kann Transaktionen und den aktuellen Kontostand eines Kontos sehen, aber keiner realen Person zuordnen. Die Informationen werden dezentral in einem Computernetzwerk gespeichert.

BNE (Bildung für Nachhaltige Entwicklung)

Das Kürzel BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) steht für eine Bildung, die zum Ziel hat, Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln zu befähigen. Ein solches Denken ist dringend notwendig, um Veränderungen anzustoßen und drängende globale Probleme anzugehen. Der Nationale Aktionsplan „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ wird in Deutschland seit 2015 federführend durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung koordiniert.

Bottom-up-Prozess

Allgemein gefasst wird durch das Lösen von vielen Teilzielen auf ein übergeordnetes Ziel hingearbeitet. Ein Bottom-up-Prozess beschreibt in der Regel ein Beteiligungsanliegen, das in der Regel aus der Zivilgesellschaft heraus formuliert wird und an die Verwaltung oder die Politik herangetragen wird, zum Beispiel aus dem ehrenamtlichen Engagement organisierter Bürgerinnen und Bürger.

Brain-Drain

Brain Drain beschreibt im übertragenen Sinne den „Abfluss von Intelligenz und Verstand“. Das bedeutet: Ein Land verliert Spitzenkräfte aus Wissenschaft und Wirtschaft an andere Länder. Meist verlassen gut ausgebildete Arbeitskräfte ihre Heimat, weil sie anderswo bessere Arbeits- oder Forschungsbedingungen und eine höhere Entlohnung erhalten. Ihr Heimatland allerdings verliert mit den klugen Köpfen wichtiges Potenzial für seine Wirtschaft und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Breitbandausbau

Ausbau der Infrastruktur aus Breitbandzugängen, also Internetzugängen mit hoher Datenübertragungsrate. Geschwindigkeiten von bis zu 30 Mbit/s gelten als niedrige, von 30 bis 100 Mbit/s als mittlere und über 100 Mbit/s als hohe Bandbreiten bei der Datenübertragung.

Building Information Modelling

Damit ist eine Methode zur vernetzten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden mittels einer Software gemeint. Mit den digitalen Bauwerksdaten lässt sich ein virtuelles Modell, also ein virtueller Zwilling, von einem geplanten Gebäude generieren und visualisieren. Das führt zu maximaler Transparenz und Fehlervermeidung bei modernen Bauvorhaben.

Business Angels

Als Business Angel (Unternehmensengel) wird ein erfahrener Unternehmer bezeichnet, der Gründern zum Erfolg verhelfen kann. Ein Business Angel unterstützt die Existenzgründer in der Anfangsphase finanziell, aber auch mit unternehmerischem Know-how. Es handelt sich hier um Personen, die oft selbst ein Unternehmen leiten und über ein großes Branchen-Netzwerk und Erfahrung verfügen.

C

Carbon Leakage

Unternehmen bzw. Betreiber von emissionsintensiven Industrieanlagen sind zur Teilnahme am europäischen Emissionshandel verpflichtet. Sie müssen für ihre Emissionen Zertifikate erwerben. Dadurch sollen wirtschaftliche Anreize geschaffen werden, um den eigenen Ausstoß an klimaschädlichen Emissionen zu reduzieren. Durch die Teilnahme am Emissionshandel verzeichnen die Unternehmen z. T. einen erheblichen Anstieg der Kosten. Wenn diese Unternehmen deshalb ihre Produktionsstandorte und somit die CO2-Emissionen ins Ausland verlagern, spricht man von Carbon Leakage.

CCU

Abkürzung für „Carbon Capture and Utilization”. Gemeint ist die Abscheidung von Kohlenstoffdioxoid (CO2), etwa aus Verbrennungsabgasen zur Verwendung bei weiteren Industrieprozessen.

Change Management

Der Begriff Change Management (zu deutsch „Veränderungsmanagement“) fasst alle Aufgaben, Maßnahmen und Tätigkeiten zusammen, die auf eine weitreichende Veränderung der Strukturen, Strategien, Systeme, Prozesse und Verhaltensweisen einer Organisation abzielen. Zum Beispiel kann ein Unternehmen dadurch seine Strukturen und Abläufe an neue Marktgegebenheiten anpassen.

City-Logistik

Die City-Logistik bündelt innerstädtischen Güterverkehr, um eine Entlastung des Verkehrs in Städten zu erzielen. Dafür ist eine Dispositions- und Kommunikationszentrale nötig, die die Güterversorgung der Innenstadt übernimmt. Ziel ist es, die Versorgung der Innenstädte zu optimieren. Dafür kann man die Waren zunächst in einem Güterverkehrszentrum sammeln. Von dort befördert man die Ware mit kleinen, wendigen und schadstoffarmen Fahrzeugen in die Innenstadt.

Closed-Carbon-Cycle Economy

Umstellung des gesamten Gesellschafts- und Wirtschaftssystems auf geschlossene Kohlenstoffkreisläufe. Das heißt: Die Erdatmosphäre darf durch die Nutzung von Kohlenstoff weder mit großen Mengen von Kohlendioxid noch mit anderen Treibhausgasen belastet werden.

Cloud Computing

Cloud Computing beschreibt die Bereitstellung von IT-Infrastruktur und IT-Leistungen über das Internet. So werden beispielsweise Speicherplatz, Rechenleistung oder Anwendungssoftware über ein externes Rechnernetz zur Verfügung gestellt, ohne dass diese auf dem lokalen Rechner installiert sein müssen. Unternehmen nutzen Cloud Computing-Dienste, da sie dadurch sowohl die Verfügbarkeit der Anwendungen als auch die Kosten besser planen können.

Cluster (Bildung)

Cluster sind Netzwerke aus Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Institutionen in einer Branche. Sie befinden sich oft am selben Standort und profitieren von der räumlichen Nähe und den Synergieeffekten, die durch die enge Zusammenarbeit entstehen.

CNG

Das Kürzel CNG steht für "Compressed Natural Gas", also komprimiertes Erdgas. Es verursacht kaum Schadstoffemissionen und weniger CO2-Emissionen als Benzin oder Diesel. CO2-neutrale WirtschaftGemeint ist eine Wirtschaftsform, die keinen Einfluss auf die Kohlendioxid-Konzentration der Erdatmosphäre hat und insofern nicht klimaschädlich bzw. klimaneutral wirtschaftet.

Conventions

Convention ist der englische Fachausdruck für Veranstaltung. Er stammt aus dem Lateinischen von convenire = zusammenkommen. Auf einer Convention treffen sich Menschen mit gleichartigen Interessen, um Gleichgesinnte kennenzulernen und sich mit ihnen 243 auszutauschen. Bei vielen Conventions gibt es auch Verkaufsstände.

Cross-Industry-Innovation

Cross-Industry-Innovationen nutzen das Potenzial anderer Branchen systematisch. So können Unternehmen zum Beispiel für ein vorhandenes Problem Lösungen aus anderen Branchen auf den bestehenden Markt übertragen, weil ihnen etwa das Fachwissen fehlt. Ein Unternehmen kann eine branchenfremde Technologie ins eigene Unternehmen integrieren. Es kann aber auch eigenes Know-how dafür nutzen, neue Anwendungsgebiete für ein Produkt oder einen Prozess zu erschließen.

Cross Innovation

Unter dem Begriff versteht man eine branchenübergreifende Zusammenarbeit vor dem Hintergrund einer sich ständig verändernden Wirtschaft. Aufgrund komplexer werdender Märkte und kürzerer Innovationszyklen sind neue Lösungen gefragt, wie Unternehmen im globalen Wettbewerb bestehen können.

Crowdfunding

Mit Crowdfunding lassen sich Projekte, Produkte, Start-ups und vieles mehr finanzieren. Das Besondere daran ist, dass eine Vielzahl an Menschen – die Crowd – ein Projekt finanziell unterstützt und durch eine Schwarmfinanzierung möglich macht. Klassischerweise werden Crowdfunding-Projekte über das Internet organisiert. Gelingt es, über die Crowd das Projekt zu finanzieren, erhalten die Unterstützer in der Regel eine Gegenleistung.

Culture Gaps

Eine Kulturlücke (Englisch: Culture Gap) ist ein systematischer Unterschied zwischen zwei Kulturen, der das gegenseitige Verständnis oder die Beziehungen behindert. Zu diesen Unterschieden gehören die Werte, das Verhalten, die Bildung und die Bräuche der jeweiligen Kulturen.

Cyber-Security

Im weitesten Sinne umfasst der Begriff alle Maßnahmen und Konzepte zum Schutz von Daten und Informationssystemen vor schädlichem Einwirken, zum Beispiel durch den physischen Schutz von Serverräumen, aber auch durch digitale Schutzmaßnahmen gegen Schadprogramme und Cyber-Kriminelle, etwa auf ein Computer-Netzwerk.

D

Datensouveränität

Unter Datensouveränität versteht man, dass Menschen im Zeitalter der Digitalisierung und von Big Data proaktiv Einfluss auf die Nutzung ihrer personenbezogenen Daten nehmen können. Damit wird der übergeordnete Datenschutz um das Konzept der informationellen Selbstbestimmung ergänzt.

de-minimis-Förderung

Ein vereinfachtes Verfahren für Fördersummen unter Bagatellgrenze. Staatliche Zuwendungen dürfen den Subventionswert von 200.000 Euro nicht übersteigen. Die De-minimis-Regel erlaubt die Unterstützung von Unternehmen mit öffentlichen Mitteln, sofern eine bestimmte Obergrenze nicht überschritten wird. Denn die Europäische Kommission nimmt an, dass geringe Zuwendungen den zwischenstaatlichen Handel und Wettbewerb innerhalb der EU nicht beeinträchtigen. Wird einem Unternehmen eine De-minimis-Beihilfe gewährt, erhält es von der Vergabestelle eine De-minimis-Bescheinigung. Diese Bescheinigung gibt Aufschluss über die Höhe der Beihilfe.

Dekarbonisierung

In dem Wort steckt der Begriff carbon, also Kohlenstoff. Dekarbonisierung meint die Abkehr vom Kohlenstoff im Energiesektor. Bei der Verbrennung von Kohle, Erdgas und Öl wird Kohlenstoff freigesetzt und gelangt als CO2 in die Erdatmosphäre. Dieser Prozess sorgt für den Treibhauseffekt und trägt somit zur globalen Klimaerwärmung bei.

Demand Side Management

Im Zuge des Ausbaus von erneuerbaren Energien steigt das Risiko von Versorgungsschwankungen, weil Sonne und Wind nicht immer konstant zur Verfügung stehen. Deshalb braucht es mehr Flexibilität im Stromversorgungssystem. Demand Side Management zielt darauf ab, die Stromnachfrage in Industrie und Gewerbe gezielt zu steuern und damit Erzeugungs- und Nachfrageschwankungen auszugleichen.

Demofabriken

Eine Demofabrik soll die praktische Anwendung von neuen, zukunftsrelevanten Technologien demonstrieren und greifbar machen. Zum Beispiel auf dem Gebiet der digitalen und vernetzten Produktion, auch Industrie 4.0.

Demonstrationsraum

In der Praxis ist ein Demonstrationsraum in der Regel eine Art Schaukasten oder eine Bühne, um das Ergebnis aus einem Entwicklungsprozess, etwa einen ersten Prototypen, in Aktion zu zeigen.

Desintegration

Mit Desintegration kann die Entbindung von Institutionen, aber auch die Entbindung aus sozialen Beziehungen gemeint sein. Desintegration ist ein soziales Phänomen und beschreibt die Auflösung von Bindungen in der Gesellschaft. Von Desintegration können Staaten, Gesellschaften, soziale Schichten oder Gemeinschaften wie etwa Familien betroffen sein.

Dezentralität

Dezentral heißt allgemein, wenn etwas von einem Mittelpunkt entfernt ist. In Bereichen wie der Strom- und Wasserversorgung kann es aber auch bedeuten, dass die Versorgung auf verschiedene Stellen oder Orte verteilt ist, also nicht von einer einzigen Stelle ausgeht.

Digitalisierung

Die einfachste Definition von Digitalisierung besagt, dass analoge Inhalte oder Prozesse in eine digitale Form oder Arbeitsweise umgewandelt werden. Eine weitere Bedeutung von Digitalisierung ist die digitale Revolution, auch als digitaler Wandel oder digitale Transformation bezeichnet. Damit sind die Veränderungsprozesse gemeint, die durch die Digitalisierung in der Gesellschaft inklusive Wirtschaft, Kultur, Bildung und Politik ausgelöst wurden.

Digitales Mindset

Ein digitales Mindset ist die Summe von Verhaltensmustern, basierend auf einer offenen und neugierigen Grundhaltung gegenüber dem aktuellen Stand der Technik. Dazu gehört auch ein grundlegendes Verständnis, dass und wie digitalisierte Prozesse massiven Einfluss auf unser Leben, unsere Arbeit sowie unsere Kommunikation nehmen.

Direct Air Capture

Ein Verfahren zur Gewinnung von Kohlenstoffdioxid aus der Umgebungsluft. Dafür wird die Umgebungsluft durch einen Filter gezogen, der einen Teil des CO2 entzieht. Das so gewonnene CO2 kann anschließend für verschiedene Zwecke verwendet werden, etwa als Rohstoff für die Chemieindustrie oder zur Herstellung von CO2-neutralen Brennstoffen.

disruptive Entwicklung

Disruptive Entwicklungen sorgen für einen tiefgreifenden Umbruch, der ganze Marktstrukturen und Geschäftsprozesse umstoßen kann. Historische Beispiele sind etwa der Umstieg von der Schreibmaschine auf Textverarbeitung am Computer oder von der Petroleumlampe zum elektrischen Licht. Solche Entwicklungen schaffen ganz eigene Märkte und neue Geschäftsmodelle.

diversifizierte Wirtschaftsstruktur/Diversifizierung

Wenn ein Unternehmen eine Diversifizierung/Diversifikation vornimmt, dann handelt es sich im Wesentlichen um eine Ausweitung des Tätigkeitsfeldes oder aber der Produktpalette eines Unternehmens. Zu den Gründen gehören Wachstum, Reduzierung von Risiken, Nachfragerückgang, Konkurrenz, instabiler Bedarf, Kapitalanlage und Nutzung von Synergien.

Diversität

Der Begriff Diversität leitet sich von dem lateinischen Begriff „diversitas“ ab und bedeutet Vielfalt. In der Soziologie wird Diversität als ein Konzept verstanden, das die Verschiedenartigkeit der Menschen positiv hervorhebt. Dabei sind die Ebenen der Diversität ebenfalls vielfältig zu verstehen: über Geschlecht, Kultur, Religion, sexuelle Überzeugung, Weltanschauung, körperliche Verfasstheit, sozialer Stand oder weitere Aspekte der Lebensführung.

Downcycling

Recycling, bei dem der erzeugte Sekundärrohstoff von geringerer Qualität als das Ausgangsmaterial ist.

Dunkelflaute

Die Dunkelflaute beschreibt das gleichzeitige Auftreten von Dunkelheit und Windflaute. Diese Wetterlage entsteht typischerweise im Winter. Sie sorgt für geringe Erträge aus Solar- und Windenergie bei gleichzeitig saisonal hohem Strombedarf. Eine Dunkelflaute kann mehrere Tage andauern.

E

Echtzeitprozesse

Bei der Echtzeit-Abbildung von betrieblichen Prozessen wird in der Regel ein digitales Abbild, auch „digitaler Schatten“, erzeugt, der alle relevanten Daten aus der Produktion sowie von benachbarten Bereichen enthält. So lässt sich zum Beispiel in Echtzeit feststellen, wo sich ein Werkstück im laufenden Fertigungsprozess gerade befindet. Dadurch lassen sich etwa Abläufe in der Produktion schnell und flexibel anpassen.

E-Government

Die Abkürzung „E“-Government steht für Electronic Government. Gemeint ist damit der Einsatz von moderner elektronischer Kommunikation, um Regierungs- und Verwaltungsprozesse digital abzubilden.

E-Government-Portal

Ein E-Government-Portal stellt die entsprechende Plattform bereit, auf der Ämter oder Behörden untereinander oder mit den Bürgerinnen und Bürgern kommunizieren können.

Elektrolyse

Die Elektrolyse ist eine chemische Wirkung des elektrischen Stroms. Mittels Gleichspannung wird eine chemische Reaktion zwischen zwei Elektroden, die in eine leitende Flüssigkeit (z. B. Wasser) getaucht sind, erzwungen. Mit der Elektrolyse lässt sich elektrische in chemische Energie umwandeln und umgekehrt. Als 250 technische Anwendung kommt die Elektrolyse zum Beispiel bei der Galvanik zum Einsatz, um metallische Schutzschichten aufzubringen (z. B. Verchromen, Vernickeln).

Elektrolyseur

Vorrichtung zur Zerlegung von Wasser in seine Grundkomponenten Wasserstoff und Sauerstoff durch Elektrolyse, zum Beispiel für die Wasserstoffproduktion.

Energiesprong

Energiesprong setzt auf einen digitalisierten Bauprozess und serielles Bauen mit vorgefertigten Elementen, mit denen bestehende Gebäude innerhalb kürzester Zeit zu bezahlbaren Kosten auf einen Net Zero-Standard gebracht werden können. Die Gebäude erzeugen die gesamte übers Jahr benötigte Energie für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom selbst. So eröffnet sich ein neuer Sanierungsmarkt, der die Entwicklung von technischen Innovationen und neuen Geschäftsmodellen vorantreibt.

Energieversorgungssystem der Zukunft (EVZ)

Die Energieversorgung in Deutschland wird Schritt für Schritt auf erneuerbare Energien umgestellt. Das bringt neue Herausforderungen mit sich. Die Erzeugung hängt zunehmend vom Wetter ab und verteilt sich immer mehr auf dezentrale Einheiten. Die vielen Teile des Energiesystems müssen intelligent miteinander verbunden und aufeinander abgestimmt werden.

Entfesselungspakete

Entfesselungspakete enthalten Maßnahmen zum Abbau von Bürokratie. Ziel ist, Unternehmen und Bürger von unnötiger Bürokratie zu entlasten und unkomplizierte Regelungen zu bieten.

EU-Beihilferecht

Das EU-Beihilferecht soll den europäischen Binnenmarkt vor Wettbewerbsverzerrungen schützen. Dies geschieht, indem unzulässige Subventionen der öffentlichen Hand zugunsten einzelner Unternehmen oder Wirtschaftszweige verhindert werden. Daher gelten in der EUstrenge Regeln für die Vergabe von Beihilfen. Die EU-Kommission übt auf dieser Rechtsgrundlage die Beihilfenkontrolle aus.

Experimentierklausel

Experimentierklauseln lassen sich als eine Gesetzestechnik beschreiben, mit deren Hilfe der Gesetz- oder Verordnungsgeber die Exekutive ermächtigt, von geltendem Recht abzuweichen. Dies soll dazu dienen, ein von der Verwaltung geplantes Vorhaben zu erproben. Experimentierklauseln sind ein Instrument der Verwaltungsmodernisierung und können bei der anwendungsorientierten Novellierung von Gesetzen helfen.

EXPO

Expo oder EXPO steht für eine internationale Ausstellung, auch als Exposition Universelle Internationale, Exposition Mondiale oder Weltausstellung bezeichnet.

F

F+E

Das Kürzel F+E (auch FuE, F&E) steht für die Bezeichnung „Forschung und Entwicklung“ im Kontext anwendungsorientierter Forschungsarbeit. Dabei arbeiten die 252 Grundlagenforschung und ingenieurtechnische Entwicklung meist Hand in Hand.

Feedstock

Als Feedstock wird Rohmaterial bezeichnet, das zur Produktion eines Industrieproduktes benötigt wird. So wird zum Beispiel Rohöl für die Herstellung von Benzin benötigt.

FFH (Flora-Fauna-Habitat-Verträglichkeit)

Die Fauna-Flora-Habitat Richtlinie der Europäischen Union (FFH-Richtlinie) hat zum Ziel, wildlebende Arten, deren Lebensräume und die europaweite Vernetzung dieser Lebensräume zu sichern und zu schützen. Liegt ein FFH-Gebiet oder Vogelschutzgebiet im Einwirkungsbereich eines geplanten Projektes, ist vor der Durchführung oder Zulassung dieses Projektes eine FFH-Verträglichkeitsprüfung vorzunehmen.

Fehlallokationen

Allokation bedeutet eine Zuweisung von Gütern und Ressourcen, bezogen auf Personen und/oder Produktionsprozesse. Alles, was falsch und an den Regeln des Marktes vorbei eingesetzt wird, ist eine Fehlallokation. Das kann einen falschen Einsatz von Arbeitskräften bedeuten, unproduktive Investitionen, falsch investierte Geldmittel oder uneffektive und verschwenderische Staatsausgaben.

Flexibilisierung

Der Begriff meint die Aufhebung von zuvor gefestigten Strukturen. Damit werden bspw. Veränderungsprozesse in der Wirtschaft beschrieben, etwa das Überdenken von starren Arbeitszeitregelungen, die Zulassung von Tariföffnungsklauseln oder das Aufweichen des 253 Kündigungsschutzes in Unternehmen. Der Begriff wird aber auch im Kontext der Energieversorgung verwendet, da im Zuge der Energiewende die erneuerbaren Energien an Bedeutung gewinnen und eine Flexibilisierung der Akteure im System notwendig wird, um Versorgungssicherheit effizient zu gewährleisten.

Flexibilitätspotenzial

In einer künftigen Energieversorgung mit schwankenden erneuerbaren Energien ist müssen diese Schwankungen flexibel aufgefangen werden, um das Gesamtsystem möglichst kosteneffizient zu gestalten (siehe „Demand Side Management“). Das Flexibilitätspotenzial kann zum Beispiel durch das Verknüpfen von unterschiedlichen Energienachfragesektoren erhöht werden, z. B. durch die Verknüpfung von Strom- und industriellem Wärmeversorgungssystem mittels sog. Power-to-Heat-Technologien.

fluktuierende Energiequellen

Fluktuierende Energiequellen sind erneuerbare Energien wie zum Beispiel Sonnenenergie oder Windenergie, deren natürliches Angebot schwankt, also Fluktuationen unterworfen ist.

fossile Brennstoffquellen

Alle Energiequellen, die aus endlichen Ressourcen stammen. Zum Beispiel Kohle, Erdgas und Erdöl.

Fuel Switch

Fuel-Switch beschreibt den Umstieg des Energiesektors, weg von der Kohleverstromung und der Kernenergie hin zu Gaskraftwerken mit deutlich geringerem CO2-Ausstoß.

G

GAIA-X

Projekt zum Aufbau einer leistungs- und wettbewerbsfähigen, sicheren und vertrauenswürdigen, gemeinsamen Dateninfrastruktur für Europa. Das Projekt wurde der Öffentlichkeit erstmals im Rahmen des Digital-Gipfels 2019 in Dortmund vorgestellt und wird seitdem kontinuierlich weiterentwickelt.

Gewerbeflächenkonzept

Voraussetzung für Ansiedlungs- und Erweiterungsinvestitionen im Rheinischen Revier ist die ausreichende Verfügbarkeit attraktiver und bedarfsgerecht erschlossener Gewerbeflächen. Um die Kommunen des Kernreviers bei der Aktivierung von Industrie- und Gewerbeflächen und bei der Unternehmensansiedlung zu unterstützen, hat die Zukunftsagentur Rheinisches Revier mit Unterstützung externer Expertise ein angebotsorientiertes Gewerbeflächenkonzept erarbeitet.

Gigabit

In Netzwerken wird die Übertragung von Datenmengen in Bit angegeben. Bit ist eine Abkürzung für binary digit. Von Gigabit spricht man, wenn ein Netzwerk Daten mit einer Geschwindigkeit von einem Gigabit in der Sekunde übertragen kann.

Gigabitnetz

Ein Gigabitnetz ist ein Glasfasernetz, das Unternehmen und Haushalte mit schnellem Internet versorgen soll.

Gigabitzeitalter

Der flächendeckende Ausbau des Glasfasernetzes markiert den Beginn des Gigabitzeitalters in Deutschland. Im Zuge der Digitalisierung erhalten Unternehmen und Privathaushalte schnelle Breitband-Anschlüsse mit Geschwindigkeiten von über 100 Mbit/s bei der Datenübertragung.

Gigawattpakt

Der Gigawattpakt ist ein Leitprojekt für den Strukturwandel und soll mit den Energieversorgern und Gebietskörperschaften des Rheinischen Reviers geschlossen werden. Ziel des Vorhabens ist es, im Rheinischen Revier so schnell wie möglich ein Gigawatt erneuerbare Energien bereitzustellen. Der Gigawattpakt soll eine Geschäftsstelle erhalten, der die verschiedenen Akteure mit ihren Projekten koordiniert und miteinander vernetzt. Der Pakt wird öffentlichkeitswirksam durch eine Kampagne begleitet.

GIS

Das Kürzel GIS steht für „Geoinformationssytem“, gemeint sind also Geographische Informationssysteme. Dabei handelt es sich um komplexe Softwareprogramme, um digitale Karten darzustellen oder raumwirksame Prozesse zu modellieren.

Governance

Governance bezeichnet das Steuerungs- bzw. Regelungssystem in einer Gesellschaft. Verschiedene Interessen von privaten und öffentlichen Akteuren (Bevölkerungsgruppen, Unternehmen, Politik und Verwaltung) werden über dieses System ausgeglichen und umgesetzt. An der Steuerung und Regelung sind also nicht nur der Staat, sondern auch die Privatwirtschaft und die Öffentlichkeit beteiligt. Partizipation spielt dabei eine große Rolle.

Graue Infrastruktur

Graue Infrastruktur beschreibt in der Stadtplanung den Bau von Straßen, Schienen, Kanälen und Hochspannungsleitungen sowie Siedlungen.

Green Logistics

Unter Green Logistics (Grüne Logistik) versteht man, wenn Unternehmen ihre Logistikprozesse ressourceneffizienter und umweltgerechter gestalten. Die Abläufe sollen sowohl ökonomisch als auch ökologisch möglichst effizient werden. Dies geschieht vor allem durch umweltschonende Fahrzeuge, durchdachte Routen- und Tourenplanung oder nachhaltige Lagerplanung.

Gründungsökosystem

Ein Gründungsökosystem entsteht, wenn unterschiedlichen Akteure mit verschiedenen Interessen, Hintergründen und Einflussbereichen in einer Region zusammenkommen. Sie interagieren miteinander und bringen dadurch Unternehmensgründungen hervor, die für Innovationen und Wertschöpfung in der Region sorgen.

Grüne Infrastruktur

Grüne Infrastruktur beschreibt ein Netzwerk aus natürlichen oder naturnahen Flächen. Sie stellt einen neuen Planungsansatz für die Landschaftsarchitektur dar, in dem Klimawandel, Biodiversität und weitere ökologische Aspekte 257 einen hohen Stellenwert erhalten. Bei der grünen Infrastruktur stehen insbesondere Natur, freie Plätze und Parks im Fokus der Raumplanung. Spricht man von blau-grüner Infrastruktur, sind die Flüsse und Seen einer Region mit gemeint.

Gunstraum

Ein aus bestimmten Gründen besonders günstiger, also vorteilhafter Raum. Landwirtschaftliche Gunsträume befinden sich an Stellen mit relativ mäßigem Klima, also z. B. in etwas höher gelegenen Orten. Außerdem ist fruchtbarer Boden wichtig. Dadurch können Pflanzen gut gedeihen.

GWp

Das Kürzel GWp steht für „Global Warming potential“, also das (relative) Treibhauspotential (auch CO2-Äquivalent). Es ist eine Maßzahl für den relativen Beitrag einer bestimmten chemischen Verbindung zur globalen Erwärmung. Mit dem Wert lässt sich angeben, wie viel eine bestimmte Menge eines Treibhausgases im Vergleich zur gleichen Menge Kohlendioxid (CO2) über einen Zeitraum von 100 Jahren zum Treibhauseffekt beiträgt.

H

H2-Ready-Gaskraftwerke

Die H2-Readiness für Gaskraftwerke ist ein Ziel der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) im Bereich der Infrastruktur. Bestehende Gasinfrastrukturen sollen so angepasst und umgerüstet werden, dass sie für Betrieb mit Wasserstoff statt Erdgas bereit sind. 258

Habitatperspektive

Das Habitat ist der Lebensraum bzw. das Verbreitungsgebiet bestimmter Tiere oder Pflanzen. Die Habitatperspektive ist die ökologische Sicht beispielsweise auf ein Waldgebiet. Eine andere Sichtweise wäre etwa die Dienstleistungsperspektive, die den wirtschaftlichen Nutzen eines Waldes im Fokus hat.

High-Performance-Computer

Hochleistungsrechner (High-Performance-Computer – HPC) werden zur Berechnung, Modellierung und Simulation komplexer Systeme sowie zur Verarbeitung riesiger Messdatenmengen eingesetzt. Die Superrechner JUWELS und JURECA im Jülich Supercomputing Centre gehören zu den leistungsfähigsten Superrechnern der Welt.

Hub/Hubs

Ein Hub bzw. mehrere Hubs sind Knotenpunkte. In der Telekommunikation werden mit dem Begriff Geräte bezeichnet, die andere Geräte in einem Rechnernetz miteinander verbinden. In der Wirtschaft ist ein Hub eine Plattform, wo Unternehmen und die Wissenschaft zusammenarbeiten, um Innovationen zu entwickeln.

Hyperscale-Rechenzentrum

Hyperscale-Rechenzentren bestehen aus vielen einzelnen Servern, die über ein virtuelles Hochgeschwindigkeitsnetzwerk miteinander verbunden sind. Die drei marktführenden Anbieter sind Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und die Google Cloud Platform. Sie bieten Services für das Cloud-Computing an. Das heißt: Die Software befindet sich nicht mehr stationär auf einem Rechner, sondern alle im Netzwerk greifen auf eine in der Cloud liegende Software zurück.

I

IBA

Kürzel für „Internationale Bauausstellung“ (IBA), ein Instrument der Stadtplanung und des Städtebaus, das in Deutschland für neue Impulse und Projekte für den städtebaulichen bzw. landwirtschaftlichen Wandel in einer Region eingesetzt wird.

IBTA

Im Rahmen der IBTA werden konkrete und modellhafte Ansätze zur Gestaltung des Strukturwandels, zukunftsfähige Raumnutzungskonzepte und neue technologische Anwendungen aus den Zukunftsfeldern bzw. Revierknoten initiiert, qualifiziert und in die Region hinein sowie nach Außen mit Strahlkraft präsentiert. Ziel ist es, das Rheinische Revier mittels modellhafter Konzepte und Projekte, die als „Next-Practice“-Ansätze über ihre Zeit hinausweisen, sowie mittels Kooperationen hin zu einer zukunftsfähigen, weitgehend treibhausgasneutralen, innovativen Industrie- und Wirtschaftsregion, einem attraktiven Wohnstandort, Arbeits- und Lebensraum sowie zu einer multifunktionalen Tagebaufolgelandschaft zu entwickeln.

Important Projects of CommonEuropean Interest (IPCEI)

IPCEI sind wichtige Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse. Sie leisten aufgrund ihrer positiven Effekte auf den Binnenmarkt und die europäische Gesellschaft einen sehr wichtigen Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und Wirtschaft. Sie können trotz des grundsätzlich in der EU geltenden Verbots staatlicher Beihilfen von mehreren EU-Mitgliedstaaten gemeinsam nach klaren europäischen Vorgaben gefördert werden. Voraussetzung: Die nötigen Investitionen sind von den Partnern des Vorhabens nicht allein zu stemmen.

Industrial Alliances

Industrielle Allianzen bringen Partner in einer bestimmten Branche oder Wertschöpfungskette zusammen, darunter öffentliche und private Akteure sowie die Zivilgesellschaft. Industrielle Allianzen beziehen sich immer auf ein gemeinsames politisches Ziel der EU. Solche Allianzen haben bereits Vorteile im Bereich Batterien und der Kunststoffkreislaufwirtschaft gebracht.

Industrial Internetof Things (IIOT)

Der Grundgedanke hinter dem Industrial Internet of Things ist, dass smarte Maschinen schneller, exakter, kostengünstiger und effizienter arbeiten als der Mensch. Sensoren und Sensordaten liefern die Datenbasis für die Automation und für selbstlernende Maschinen. Dadurch können etwa reale Produkte und Gegenstände preiswert und schnell produziert werden. Auf der anderen Seite steigt der Aufwand für die Verarbeitung, Absicherung und Speicherung der Daten und es entsteht neues Potenzial für Sicherheitslücken und Datenlecks.

Industrie 4.0

Der Begriff „Industrie 4.0“ beschreibt die intelligente Vernetzung von Maschinen und Prozessen in der modernen Industrie durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK).

Industriepolitik

Eine zielgerichtete Industriepolitik gehört zu den zentralen Aufgaben der EU, um Wachstum und Wohlstand in der EU zu beflügeln sowie sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze zu gewährleisten. Der für die deutsche Industrie relevante Rechtsrahmen wird zum großen Teil auf europäischer Ebene gesetzt.

Inkubator

Synonym für Gründerzentrum, also eine Einrichtung zur Unterstützung junger, technologieorientierter Unternehmen bzw. Start-ups.

Innovation Broker

Der Innovation Broker ist Bestandteil des Innovation Office, das neben administrativen und kommunikativen Aufgaben Träger des Innovation Valley ist. Das Team des Innovation Brokers bildet die Schnittstelle zwischen Innovation Valley, Forschung und Wirtschaft im Rheinischen Revier.

Innovation Camp

Ein Innovation Camp ist eine Methode, um neue Ideen zu sammeln. Idealerweise umfasst ein Innovation Camp acht Tage, die in drei Blöcke über mehrere Wochen verteilt sind. Zu Beginn steht eine Fragestellung. Anschließend erfolgt die Auswahl von Personen, die besonders gut zum gewählten Thema passen und unterschiedliche Perspektiven abdecken. Es werden Aktivitäten durchgeführt, die möglichst viele Ideen ergeben, eine Bewertung und Auswahl vornehmen und besonders wertvolle Ideen weiterverfolgen.

Innovation Factory

In einem Bestandsgebäude bildet die Innovation Factory einen zentralen Ort im Rheinischen Revier, an dem Bildungskompetenzen gebündelt werden. Es vereint Labore, offene Workshopräume, digitale Anwendungsmodelle und Programmierwerkstätten an einem Ort, um Innovationen vorantreiben zu können.

Innovation Hub

Innovation Hubs sind im Prinzip ausgelagerte Büros, mit viel Raum für Kreativität, in denen losgelöst von den klassischen Konzernstrukturen innovative Ideen entwickelt und „out of the box“ gedacht werden kann.

Innovation Valley Rheinland

Beschreibung einer Zukunftsvision für das Rheinische Revier, in der optimale Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Verwertung von Wissen und Technologie das regionale Transfer- und Innovationsgeschehen dynamisieren und neue Wertschöpfung und Beschäftigung schaffen. Zur Realisierung des Innovation Valley ist die Umsetzung verschiedener Maßnahmen und Instrumente der Innovationsförderung geplant.

Innovationsökosystem

Bei einem Innovationsökosystem (auch Innovationscluster genannt) vernetzen sich verschiedene Akteure aus einer Region, um gemeinsam Innovationen voranzutreiben. Durch das Netzwerk wird der eigene Wissensstand erweitert und es entstehen Impulse, etwa für die Entwicklung einer neuen Industrietechnologie. Ein Innovationsökosystem erhöht die Innovationsfähigkeit der aktiv teilnehmenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen stark.

Interkulturelle Identität

Wenn Menschen mit einem unterschiedlichen kulturellen Hintergrund die Werte und das Verhalten durch gegenseitiges Kennenlernen besser verstehen, erlernen sie eine interkulturelle Kompetenz. Sie bereichert die einzelnen Personen und erleichtert ihnen das Zusammenleben in der Gesellschaft, aber auch die Zusammenarbeit im Arbeitsleben.

Intermodalität

Der Begriff beschreibt die Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel im Verlauf eines Weges. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln erfolgt an Umsteigepunkten, wo mehrere Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, zum Beispiel ein Bahnhof oder Flughafen.

Internet of Things (IoT)/Internet derDinge

Das Internet der Dinge („Internet of Things“) ist ein Sammelbegriff für die Vernetzung von Gegenständen des Alltags oder Maschinen in der Industrie über das Internet. Dadurch lassen sich Anwendungen automatisieren und Aufgaben autonom – völlig ohne externes Eingreifen von Menschen – erledigen.

J

Just in time

Eine „Just-in-time“-Fertigung, auch bedarfssynchrone Produktion, ist ein logistikorientiertes, dezentrales Organisations- und Steuerungskonzept. Dabei wird ein Material nur in der Stückzahl und in dem Zeitraum produziert, wie es auch tatsächlich zur Erfüllung der Kundenaufträge erforderlich ist.

K

Katalyse

Die Beschleunigung chemischer Reaktionen durch die Anwesenheit bestimmter Stoffe, die als Katalysatoren wirken. Katalysen kann man in der Natur beobachten. So färbt sich zum Beispiel ein aufgeschnittener Apfel rasch braun, weil im Obst enthaltene Enzyme als Biokatalysatoren wirken, die in Verbindung mit dem Sauerstoff aus der Luft die Braunfärbung einleiten.

Key Enabling Technologies

Der englische Begriff „Key Enabling Technologies“ steht für Schlüsseltechnologien, also solche Technologien, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette in allen Branchen Innovationen ermöglichen. Zum Beispiel sind Big Data, 3D-Druck oder Künstliche Intelligenz relevante Schlüsseltechnologien.

Key-Accounting

Der Begriff Key-Account meint Groß- bzw. Stammkunden. Beim Key-Accounting oder auch Key-Account-Management steht also die Betreuung und Gewinnung von besonders wichtigen Kunden im Vordergrund.

KI-as-a-service

„KI-as-a-service“ oder „KI als Servicedienstleistung“ beschreibt ein Kooperationsmodell, bei dem Künstliche Intelligenz zur Erweiterung des Produktportfolios eines Unternehmens oder zur umfassenden Optimierung der Geschäftsprozesse zum Einsatz kommt, ohne dass das Unternehmen dafür eigene personelle oder technische Ressourcen aufwenden muss. Zum Beispiel stellen viele Cloud-Anbieter ihren Kunden KI-Anwendungen über Open-Cource-Plattformen zur Verfügung, sodass diese keine eigenen Tools oder Infrastrukturen aufbauen müssen. Das spart Kosten und längere Entwicklungszeit.

klimaneutrale Region

Klimaneutrale Regionen haben das Ziel, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu sein. Dafür erstellen Regionen zusammen mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Verwaltung einen Masterplan. Kommunen, die bis 2050 ihre Treibhausgasemissionen um 95 Prozent gegenüber 1990 und den Endenergieverbrauch um 50 Prozent senken wollen, werden vom Bundesumweltministerium mit der „Masterplan-Richtlinie“ gefördert.

Klimaresilienz

Bei der Klimaresilienz geht es um den Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels, also alle Strategien und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, etwa Maßnahmen zum Hochwasserschutz.

klimaresiliente Lebensweise

Klimaresilienz hat eine doppelte Bedeutung: Städte und Regionen sind robust gegenüber Klimafolgen, wie ⁠Starkregen⁠ und Hitzeperioden. Außerdem sind sie lernfähig, um sich an ändernde Bedingungen anzupassen. Die Fähigkeit sich zu verändern ist an handelnde Akteure geknüpft, an ihren Willen über Klimafolgen zu lernen, ihre Flexibilität, ihre Bereitschaft bei der Klimaanpassung zu kooperieren und vieles mehr.

KMU

Abkürzung für „Kleine und mittelständische Unternehmen“

Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung

Am 6. Juni 2018 hat die Bundesregierung die Einsetzung der Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung beschlossen. Sie sollte konkrete Vorschläge für eine in die Zukunft gerichtete, nachhaltige Strukturentwicklung und damit für zukunftssichere Arbeitsplätze in den vom Strukturwandel betroffenen Braunkohleregionen erarbeiten. Nach siebenmonatigen Verhandlungen hat die Kommission am 26. Januar 2019 ihren Abschlussbericht vorgelegt.

komplementär/Komplementaritätseffekt

Von einem Komplementaritätseffekt spricht man in der Ökologie, wenn viele Arten einen Mehrwert schaffen. So gibt es Algenarten, die optimal unter starker Lichteinstrahlung wachsen, während andere Schwachlicht bevorzugen. Die eine Algenart wächst dem Licht entgegen und bildet eine Algenkrone, während die andere darunter im Schatten wächst. Dadurch können beide Arten stabil zusammenleben und gemeinsam mehr Nahrung für andere Arten bieten.

Kompositwerkstoffe

Komposit- oder auch Verbundwerkstoffe sind Materialien, die aus mindestens zwei unterschiedlichen Werkstoffen zusammengesetzt sind. Der Verbundwerkstoff besitzt andere Werkstoffeigenschaften als seine einzelnen Komponenten.

Konnektivität

Der Begriff Konnektivität bedeutet direkt übersetzt „Verbindungsfähigkeit“. Für die IT ergeben sich dadurch zwei Einsatzgebiete: Erstens geht es um die Funktionsfähigkeit eines Netzwerks insgesamt. Abhängig von der Größe und der Nutzerzahl eines Netzwerks benötigt es eine Mindestzahl von Geräten, um überhaupt zu funktionieren. Zweitens beschreibt er die Möglichkeit, dass sich ein Einzelgerät in ein Netzwerk einwählen kann.

konsistent

Konsistent hat vor allem zwei Bedeutungen: Wenn man es auf Stoff oder Material bezieht, bedeutet es soviel wie dauerhaft, dicht, sich nicht verändernd. In Bezug auf ein System heißt es soviel wie logisch aufgebaut, lückenlos und widerspruchsfrei.

Konversion, Konversionsflächen, Konversionsbedarf

In der Stadtplanung wird mit dem Begriff Konversion die Umnutzung von Brachflächen bezeichnet, wobei das Ziel darin besteht, diese Flächen wieder dem Wirtschafts- oder Naturkreislauf zuzuführen. Eine Konversionsfläche kann zum Beispiel das Gelände einer ehemaligen Fabrikanlage sein, auf der neue Photovoltaikanlagen errichtet werden.

Kraft-Wärme-Kopplung

Ein Verfahren, bei dem zugleich Strom und Heizwärme erzeugt wird. Durch einen Brennstoff (z. B. Gas) wird Energie erzeugt. Die bei der Verbrennung entstehende Abwärme wird direkt in ein angeschlossenes Heizsystem eingespeist. Sie dient zum Beispiel zum Heizen, zur Warmwasserbereitung oder wird bei Produktionsprozessen benötigt. Durch die Kopplung von Strom- und Heizwärmeerzeugung lassen sich mit den sog. KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen) sowohl der Energieverbrauch als auch Kohlendioxid-Emissionen reduzieren.

Kreislaufwirtschaft

Das Prinzip der Kreislaufwirtschaft beruht darauf, dass in allen Wirtschaftsbereichen Ressourcen effizient eingesetzt und wiederverwertet werden. Bestehende Materialien werden so lange wie möglich geteilt, geleast, recycelt, repariert und wiederverwendet werden. So wird der Lebenszyklus der Produkte verlängert und Abfälle werden auf ein Minimum reduziert. Hat ein Produkt sein Lebensende erreicht, bleiben die Ressourcen und Materialien in der Wirtschaft und können weiter Wertschöpfung generieren.

KTI

Das Kraftfahrzeugtechnische Institut und Karosseriewerkstätte (KTI) ist ein gemeinsames Forschungsinstitut der Versicherungswirtschaft, des Kraftfahrzeug-Handwerks sowie von Audatex und der DEKRA.

Künstliche Intelligenz (KI)

KI ist in Überbegriff für Anwendungen, bei denen die Maschine Aufgaben übernimmt, die menschenähnliches Denkvermögen erfordern. Dabei ist die KI in der Lage, auch in großen Datenmengen Muster zu erkennen und anhand dieser Entscheidungen selbstständig zu treffen. Bekannte Praxisbeispiele sind der schachspielende Computer sowie selbstfahrende Autos.

Kuppelprodukte

Die Kuppelproduktion ist ein Fertigungsverfahren, bei dem während des Produktionsprozesses neben dem Hauptprodukt zwangsläufig zugleich ein oder mehrere Nebenprodukte anfallen. Die entstandenen Erzeugnisse heißen Kuppelprodukte. Zum Beispiel Schlacke als Kuppelprodukt aus der Produktion von Stahl.

kV

Abkürzung für Kilovolt; 1 kV entspricht 1.000 Volt. Der Begriff wird besonders in der Energietechnik für Hochspannungen benutzt. Das Volt ist die im internationalen Einheitensystem (SI) für die elektrische Spannung verwendete Maßeinheit.

KWK-Anlagen

siehe „Kraft-Wärme-Kopplung“

L

Land Living Labs

Reallabore (engl. „Living Labs“) beschreiben eine neuartige Kooperation zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Im Vordergrund des Living Labs steht das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen in einer realen Umgebung, etwa in ländlichen Gebieten.

Lastmanagementsysteme

Wenn man mehrere Elektroautos an einem Standort wie etwa einer Wohnanlage oder einem Mitarbeiterparkplatz laden möchte, benötigt man ein Lastmanagementsystem. Dieses sorgt dafür, dass sich die verfügbare Ladeleistung optimal auf alle zu ladenden Elektroautos verteilt. Dadurch wird eine Überlastung des Stromanschlusses verhindert.

Launch Center

Eine Einrichtung, in der Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam innovative Produkte zur Marktreife bringen.

LEP VI-Flächen

Im Landesentwicklungsplan VI (LEP VI) wurden 1978 Gebiete für flächenintensive Großvorhaben festgelegt, die für die Wirtschaftsstruktur des Landes Nordrhein-Westfalen von besonderer Bedeutung sind.

Lernfabriken/Learning Factory

Eine Lernfabrik (englisch: learning factory) stellt eine realistische Produktionsumgebung für die berufliche Aus- und Weiterbildung sowie für Lehre und Forschung dar. Vor allem Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen setzen verstärkt auf Lernfabriken, um eine praxisnahe Umgebung für das Lernen zu schaffen.

Life Science-Forschung

Die Life Sciences befassen sich mit Prozessen oder Strukturen von Lebewesen oder an denen Lebewesen beteiligt sind. Sie sind nicht ausschließlich der Biologie zuzuordnen, sondern 271 durchaus interdisziplinär in zahlreichen Wissenschaftsfeldern vertreten.

Living Lab

ssiehe „Reallabor“

LNG

Abkürzung für „liquefied natural gas“. Dabei handelt es sich um durch Abkühlung auf -161 bis -164 °C verflüssigtes aufbereitetes Erdgas, auch als Flüssigerdgas bezeichnet.

Lock-in-Effekte

Unter einem Lock-in-Effekt ist die enge Bindung eines Kunden an ein bestimmtes Produkt oder an einen bestimmten Anbieter zu verstehen. Es besteht also eine enge Kundenbindung, zum Beispiel, weil der Wechsel zu einem anderen Anbieter für den Kunden mit sehr hohen Kosten verbunden wäre.

Luftverkehrssysteme

Das Gesamtsystem aller Luftverkehre, sowohl für den Transport von Waren und Dienstleistungen wie auch von Personen. Da Waren und Dienstleistungen heute mehrheitlich global gehandelt werden, sind vor allem Exportunternehmen auf ein leistungsfähiges Luftverkehrssystem angewiesen. Während der Bedarf an Flugbewegungen auf der ganzen Welt stetig wächst, stehen für die Wissenschaft vor allem die ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Herausforderungen des Luftverkehrs im Fokus. Die Integration neuer Transportmöglichkeiten wie Lufttaxis, Leichtflugzeuge oder unbemannte Luftfahrzeuge im Flugverkehr erfordert deutliche Veränderungen des Luftverkehrssystems.

M

Mapathon

Ein Mapathon ist eine Form der Veranstaltung, bei der sich Menschen treffen, um Daten zu OpenStreetMap hinzuzufügen. Verschiedene lokale Akteure tragen dazu ihr Wissen zusammen, zum Beispiel, um ein neu gedachtes Radwegenetz für die eigene Stadt oder Kommune zu planen.

Marginal Field Labs

Ein Freilandlabor als einmalige Forschungs- und Entwicklungsplattform zur Optimierung von Nahrungs- und Rohstoffpflanzen, Bodenverbesserungsoptionen und Feldtechnologien für digitale Züchtung und Landwirtschaft im Rahmen des Bioökonomie-Reviers. Auf den Flächen werden ressourceneffiziente Pflanzen gezüchtet, die als nachwachsende Rohstoffe oder Bodenverbesserer dienen können. Diese Zwischenbewirtschaftung marginaler Flächen, die aufgrund ihres Zuschnitts oder ihrer Bodenqualität anders nicht effizient bewirtschaftet werden können. soll im Tagebau mittelfristig einen Beitrag zur Rekultivierung leisten.

Maschinenring

Regionaler Zusammenschluss aus landwirtschaftlichen Betrieben, in dem die Landwirte ihre Land- und Forstmaschinen gemeinschaftlich nutzen. Die Maschinen bleiben im Besitz der einzelnen Bauern, der Maschinenring koordiniert nur den Austausch. Der überbetriebliche Maschineneinsatz ermöglicht es den Mitgliedern, modernste Technik einzusetzen, ohne das Risiko von unrentablen Investitionen tragen zu müssen.

Medical Device Regulation-Support

Medical Device Regulation (MDR) ist die neue Verordnung der EU zur Regulierung von Medizinprodukten. Die Medizinprodukteverordnung trat am 25. Mai 2017 in Kraft und wird ab dem 26. Mai 2021 vollumfänglich gültig sein. Ziel der Verordnung ist, die Qualität von Medizinprodukten und die Patientensicherheit zu verbessern. Im Wesentlichen sind damit eine Neuklassifizierung bestimmter Produkte sowie strengere Vorgaben für den Inhalt der Technischen Dokumentation und die klinische Bewertung verbunden.

Mezzanin

Der Begriff stammt eigentlich aus der Architektur und bedeutet „Zwischengeschoss“. Im wirtschaftlichen Kontext ist er ein Sammelbegriff für Finanzierungsarten, die Eigenschaften von Eigen- und Fremdkapital vereinen. So erhält ein Unternehmen etwa wirtschaftliches oder bilanzielles Eigenkapital, ohne den Kapitalgebern Einfluss zu gewähren.

Mikromobilität

Sie wird mit elektrischen Kleinstfahrzeugen erzeugt, wie sie vor allem im Stadtverkehr zur Bewältigung von kurzen Strecken heute zunehmend genutzt werden und zur Entlastung des Autoverkehrs in Innenstädten beitragen können. Im weitesten Sinne sind damit motorisierte sowie nicht motorisierte Kleinst- und Leichtfahrzeuge (z. B. E-Scooter, Pedelecs, Tretroller) gemeint, die sich vorwiegend für den individuellen Personentransport eignen.

Mikromodulare Lernformate

Kleine und kurze Lerneinheiten, die sich thematisch mit anderen Lernformaten verknüpfen lassen und dadurch individualisierte, variable Lernpfade ermöglichen.

MINT

Abkürzung für die Berufsfelder Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik. Da der Fachkräftebedarf in diesen Bereichen stetig wächst, bieten MINT-Berufe sichere Berufsaussichten für die kommenden Jahrzehnte.

Mitigation

Aktive Verringerung der Treibhausgasemissionen, um die negativen Auswirkungen auf den Klimawandel zu reduzieren.

MIV

Abkürzung für „motorisierter Individualverkehr“. Gemeint ist eine Verkehrsart, bei der die Verkehrsmittel (z. B. Pkw) – im Gegensatz zum öffentlichen Personenverkehr – nur von einem einzelnen oder einem beschränkten Personenkreis eingesetzt werden.

Mobilität 4.0/Neue Mobilität

In Anlehnung an den Begriff der „Industrie 4.0“ ist die verstärkte Nutzung und Einführung von IT in die bestehenden Verkehrs- und Logistikprozesse sowie eine intelligente Vernetzung der Verkehrsträger untereinander gemeint. Dabei geht es zum Beispiel um die Entwicklung innovativer Mobilitätskonzepte für den Güter- und Personentransport oder um die Verbindung klassischer ÖPNV-Angebote mit neuen Mobilitätsangeboten.

Mobility-as-a-service

Mobility-as-a-service ist die Integration von verschiedensten Mobilitätsdienstleistungen (z. B. ÖPNV, Carsharing, Taxi) in einem digitalen Mobilitätsangebot, um den Autoverkehr in städtischen Verkehrssystemen zu reduzieren. Ziel ist die eine kompakte, attraktive Alternative zum Auto.

Modal Split

In der Verkehrsstatistik beschreibt der Begriff den Anteil eines Verkehrsträgers am gesamten Verkehrsmarkt. Dabei werden Personen- und Güterverkehr separat betrachtet. Im Personenverkehr ist oft von der Verkehrsmittelwahl die Rede, also zum Beispiel, zu welchen Anteilen das Auto, der ÖPNV, das Fahrrad oder der Fußgängerweg genutzt wird. Der Modal Split kann durch Befragungen und teilweise durch Verkehrszählungen ermittelt werden.

Monostrukturen

Als Monostruktur bezeichnet man die Dominanz eines bestimmten Industrie- oder Dienstleistungszweiges in der Wirtschaft eines Landes. Beispiele sind etwa die Ölexportländer Saudi-Arabien oder Libyen.

MOOC

Abkürzung für „Massive Open Online Course“. Gemeint sind Onlinekurse in der Hochschul- und Erwachsenenbildung, die wegen eines Verzichts auf Zugangsbeschränkungen eine große Zahl an Teilnehmenden aufweisen.

multicodiert/Multicodierung

In den Städten verdichten und überlagern sich immer stärker vielfältige Nutzungsinteressen. Durch Multicodierung werden die Codes, also die unterschiedlichen Interessenlagen der Akteure im städtischen Freiraum, einbezogen und miteinander synchronisiert. Eine multicodierte Grünfläche kann z. B. als Treffpunkt im Freien dienen und zugleich als Rückhaltebecken für Niederschlagwasser.

Multimaterialbau

Seit einigen Jahren setzen immer mehr KFZ-Hersteller beim Bau ihrer Fahrzeuge den so genannten Multi-Material-Mix ein. Neben Stahl finden sich zunehmend auch andere Metalle im Verbund mit Kunststoff wieder. Durch den Einsatz unterschiedlicher Werkstoffe wird das Gewicht eines Fahrzeuges reduziert und die Gewichtsverteilung optimiert. Im Zuge der Elektromobilität will sich NRW als eines der führenden Bundesländer für den Multimaterial-Leichtbau etablieren.

Multimodalität

Im Verkehr wird mit dem Begriff die Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel verstanden.

N

nachhaltige Wertschöpfungsketten

Wertschöpfungsketten erfassen den gesamten Lebenszyklus eines Produktes, von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung und/oder Wiederverwendung. Für viele Unternehmen ist es eine neue Herausforderung, Wertschöpfungsketten effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Dabei geht es nicht 277 nur um den Schutz der Umwelt, sondern auch um die Gesunderhaltung der Mitarbeiter und der Verbraucher.

Nah- und Fernwärmeversorgung

Die Unterscheidung zwischen Nah- und Fernwärmeversorgung bezieht sich auf die räumliche Ausdehnung der Netze. So kann über Nahwärme zum Beispiel ein Wohngebiet mit Wärme versorgt werden und mit Fernwärmeversorgung ein ganzer Ballungsraum wie zum Beispiel das Ruhrgebiet. Heute kommen überwiegend Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zum Einsatz, um Wärme in die Netze einzuspeisen.

Net Zero

Ein Netto-Null-Kohlenstoff-Gebäude (Net Zero) ist ein Gebäude, das sehr energieeffizient ist und vollständig aus erneuerbaren Energiequellen vor Ort bzw. außerhalb des Standorts betrieben wird.

Neue Mobilität

Eine der größten Herausforderungen stellt der klimagerechte Umbau des Verkehrssektors dar. Die künftige Mobilität muss effizienter, weitestgehend treibhausneutral und vielerorts auch sauberer werden. Nachhaltige Mobilitätsstrategien, sparsame (Elektro-)Fahrzeuge und ein intelligenter ÖPNV können hier einen Beitrag leisten.

New Work

Der Ausdruck bezeichnet ein Konzept, mit dem eine Veränderung in der Arbeitswelt einhergeht. Weg von alten, tradierten Strukturen und hin zu neuen, modernen Arbeitsweisen. Viele Unternehmen folgen zum Beispiel mit der 278 Veränderung ihrer Unternehmenskultur zunehmend einer New Work-Philosophie. Dezentrales Arbeiten und Home Office gewinnen an Bedeutung, selbstständiges Arbeiten verdrängt alte Hierarchien und Work-Life-Balance wird für viele Beschäftigte immer wichtiger.

Next-Practice-Projekte

Während Best-Practice sich lediglich auf das Verbessern des Bestehenden konzentriert, steht bei Next Practice ein wesentlich tiefer greifender Prozessmusterwechsel bevor. Gemeint sind also Projekte, die Prozesse und Strukturen nicht bloß mit gängigen Standards und etablierten Methoden optimieren, sondern ganz neue und innovative Lösungen finden und bewährte Zustände hinterfragen.

Niederkalorische Nahwärmenetze

Hierbei handelt es sich um Nahwärmenetze, die mit einem niedrigen Temperaturniveau betrieben werden. In der Regel werden Nahwärmenetze mit Vorlauf-Temperaturen von bis 110°C betrieben. Bei Niederkalorischen Netzen liegen diese deutlich niedriger, bei ca. 40 °C oder teilweise noch darunter.

NO2

Stickstoffdioxid (chemische Formel: NO2) ist ein gesundheitsschädliches Gas, das vor allem bei Verbrennungsprozessen, etwa bei der Nutzung von offenen Kaminfeuern, bei Schweißvorgängen oder beim Betrieb von Dieselmotoren, entsteht.

NOx

Sammelbezeichnung für die gasförmigen Oxide des Stickstoffes, also gasförmige Verbindungen, die aus den Atomen Stickstoff (N) und Sauerstoff (O) aufgebaut sind.

O

One-Stop-Shop

„One-Stop-Shopping“ meint den Einkauf des gesamten Bedarfs (also von Waren oder Dienstleistungen) an einem Ort, zum Beispiel in einem Warenhaus oder auf dem Wochenmarkt.

Open-Access-Lösungen

Der Grundgedanke von Open Access ist, möglichst vielen Menschen die Ergebnisse u. a. öffentlich geförderter wissenschaftlicher Arbeit unentgeltlich und digital zugänglich zu machen. Dieser Gedanke gewinnt seit einigen Jahren an Bedeutung. Weitere anerkannte Gründe für Open Access sind: bestmögliche Aufmerksamkeit für die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung, die Geschwindigkeit von Veröffentlichung und Zugriff, Möglichkeiten zur Weiternutzung und Aspekte von Transparenz und Qualitätssicherung.

ÖPNV

Abkürzung für „Öffentlicher Personennahverkehr“: Busse, S-Bahnen, Regionalbahnen etc.

Ordnungspolitik

Ordnungspolitik ist ein Teil der Wirtschaftspolitik. Rahmenbedingungen der Wirtschaft werden durch den Staat bzw. die Politik geschaffen. Dazu zählen z. B. die Gewährleistung von Eigentumsrechten, die Vertragsfreiheit, das Kartell- und Wettbewerbsrecht, die Tarifautonomie und das Umweltrecht.

P

partizipative Formate

Formate, die eine Mitwirkung und einen gegenseitigen Austausch technisch oder organisatorisch ermöglichen.

Peer-to-Peer-Matching

In einem Peer-to-Peer-Netzwerk sind alle Computer gleichberechtigt und können Dienste sowohl in Anspruch nehmen als auch zur Verfügung stellen. Der Begriff Matching beschreibt ein Zuordnungsverfahren. Im Kontext von Querschnittstechnologien ist hier ein effizienter Austausch zwischen Unternehmen gemeint, der u. a. dazu dient, und um Finanzierungs- bzw. Beteiligungsmöglichkeiten zu vermitteln.

Plattformökonomie

Durch die Digitalisierung angetriebene Veränderungen von Geschäftsprozessen, bei denen es im Kern darum geht, Hersteller und Anbieter von Produkten oder Dienstleistungen mit der Gruppe der Nachfrager und Konsumenten auf einer (digitalen) Plattform zusammenzubringen. So helfen zum Beispiel Suchmaschinen, Suchende und Werbetreibende zusammenzubringen und Händlerportale werden zum Treffpunkt für Käufer und Verkäufer. Der Plattformbetreiber profitiert von regelmäßigen Umsätzen.

Polymer

Kunststoffe bestehen aus sogenannten Polymeren. Das sind hochmolekulare chemische Verbindungen aus wiederholten Einheiten, die lineare, verzweigte oder vernetzte Strukturen haben können.

Polyzentrisch, polyzentrische Raumentwicklung

Polyzentrisch meint die Ausrichtung auf mehr als einen zentralen Punkt. So kann die polyzentrische Raumentwicklung zum Beispiel eine zunehmende Vernetzung von Städten zum Ziel haben.

Pop-Up-Ausstellungen

Pop-Up-Ausstellungen sind eine relativ neue Ausstellungsform. Sie finden nur für kurze Zeit und oft an ungewöhnlichen Orten statt.

postfossile Gesellschaft

Eine Gesellschaft, die den schrittweisen Verzicht auf Energie aus fossilen Energieträgern in allen Bereichen des Lebens und Wirtschaftens vollzogen hat.

Power-to-X-Lösungen

Power-to-X bezeichnet verschiedene Technologien zur Speicherung oder anderweitigen Nutzung von Stromüberschüssen, wie sie in Zukunft zum Beispiel aus einem Überangebot variabler erneuerbarer Energien wie Solar- oder Windenergie oder aus der Wasserkraft erwartet werden. Power-to-X-Lösungen sind vor allem wegen der Fluktuation bestimmter erneuerbarer Energien sowie zur Versorgung des Wärme- und des Mobilitätssektors erforderlich, um Klimaschutzziele zu erreichen.

Präklusion (Baurecht)

Präklusion bezeichnet in der juristischen Fachsprache den Ausschluss von bestimmten Rechtshandlungen oder Rechten. Die Rechtmäßigkeit der materiellen Präklusion war z. B. in Genehmigungsverfahren Gegenstand von Prozessen.

Predictive Consulting

Darunter versteht man die Empfehlungen, die aufgrund einer vorausschauenden Analyse von internen und externen Daten erstellt werden. Die Grundlage dafür ist eine Big Data-Analyse komplexer Datenmengen. Daraus kann man dann zum Beispiel das gesamte Verhaltensmuster einzelner Kunden in einem festgelegten Zeithorizont vorhersagen.

Projektierer

Die Planung und der Bau bspw. von größeren Windkraftanlagen ist komplex und erfordert jahrelange Arbeit, weshalb meist ein Projektierer sämtliche Leistungen von der Projektentwicklung über die Realisierung bis hin zur Betriebsführung übernimmt.

Prosumer

Das Kofferwort aus „producer“ (Hersteller) und „consumer“ (Konsument) beschreibt eine Person, die Konsument und gleichzeitig Produzent ist. Wer zum Beispiel Gemüse im eigenen Garten anbaut und zugleich im Supermarkt kauft, ist ein Prosumer. Im Zuge der Energiewende spielen Prosumer eine wichtige Rolle, etwa wenn die Verbraucher zugleich Strom beziehen und mit einer Photovoltaikanlage eigenen Strom produzieren und ins Netz einspeisen können.

Prototyp

Erstes Versuchsmodell eines geplanten Produktes, eines Bauteils oder einer Software. Bei Fertigungsverfahren dient ein Prototyp meist zur Vorbereitung einer Serienproduktion.

Punktquellen

Punktuelle, standortgebundene Schadstoffquellen, etwa von CO2-Emissionen, wie zum Beispiel Kohlekraftwerke. Demgegenüber gibt es auch diffuse Quellen, also zahlreiche verteilte Quellen, aus denen Schadstoffe freigesetzt werden (z. B. Straßenverkehr, Landwirtschaft, Haushalte). 283 QuantencomputingMit Hilfe von Quantencomputern lassen sich die Grenzen der Recheneffizienz stark erweitern, um Aufgaben zu lösen, mit denen normale Computer überfordert sind. Ein Quantencomputer kann eine große Anzahl an Rechenschritten gleichzeitig ausführen, wodurch er viel schneller arbeitet als ein herkömmlicher Computer.

Q

Quartierhubs

Quartierhubs kombinieren bspw. die Ladeinfrastruktur für Elektroautos, automatisierte Mobilitätsangebote und quartiersbezogene Nutzungen. Dadurch leisten Quartierhubs einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer regionalen Infrastrukturmarke und sind ein wichtiger Teil einer innovativen städtischen und dörflichen Energieinfrastruktur, etwa über den Wiedererkennungswert von Wasserstoff- und Elektroladestellen.

Querschnittstechnologie

Eine Technologie, mit der in nahezu allen Branchen und bei zahlreichen Anwendungen Produktivitätseffekte erzielt werden. Die Durchdringung kann jedoch einige Zeit dauern, weil die Nutzer das Potenzial von Querschnittstechnologien häufig nicht sofort erkennen. Bestes Beispiel ist das Internet, das als Querschnittstechnologie heute in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens präsent ist.

Querschnittsthema

Ein Thema, das nicht ausschließlich singulär behandelt werden kann, weil es inhaltliche Überschneidungen mit anderen Bereichen aufweist.

R

raumwirksam

Aktivitäten oder Verhaltensweisen, die raumprägend oder -verändernd wirken. Vor allem im Bereich der Raumplanung kommt es darauf an, Maßnahmen hinsichtlich ihrer Raumwirksamkeit zu prüfen und sie entsprechend den erwünschten Zielen einzusetzen. So beansprucht z. B. der Bau neuer Wind- und Solarparks große Flächen, weshalb vor allem bei der räumlichen Steuerung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien genau überlegt werden sollte, wo neue Anlagen am besten platziert werden.

Reallabor

Reallabore (engl. living labs) beschreiben eine neuartige Kooperation zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Dabei kann ein Living Lab auf der Straße, in einem Haus oder innerhalb einer Organisation stattfinden, oder auch eine ganze Stadt oder eine bestimmte Industrie einschließen. Im Vordergrund des Living Labs steht das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen in einer realen Umgebung. Durch das gemeinsame Erarbeiten von Lösungsansätzen mit verschiedensten Akteuren lassen sich komplexe Herausforderungen besser verstehen und bewältigen.

Rebound-Effekt

Durch die Steigerung der Effizienz können Produkte oder Dienstleistungen mit deutlich weniger Ressourcenverbrauch geschaffen werden und Kosten gespart werden. Das kann dazu führen, dass sich das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer ändert: Sie verbrauchen 285 mehr und potenzielle Einsparungen werden dadurch wieder aufgehoben. Dieser Effekt wird als Rebound bezeichnet.

Rekultivierungsraum/Rekultivierung

Unter Rekultivierung versteht man die Wiederherstellung von Flächen, die vom Tagebau in Anspruch genommen wurden. Auch alte Deponieflächen, Straßen oder bebaute Gelände können renaturiert werden, ebenso Steinbrüche und Kiesgruben. In der Regel wird eine Kulturlandschaft, z. B. mit Nutzung durch Kiesgruben, durch eine andere ersetzt, z. B. Acker- oder Reblandnutzung oder Erholungsnutzung nach Aufforstung.

Repowering

Beim Repowering („Kraftwerkserneuerung“) geht es darum, mit weniger Aufwand mehr Gewinn zu erzielen. So meint Repowering bei der Windkraft zum Beispiel, dass ein großer Windpark mit vielen älteren Anlagen durch einen komplett neuen Windpark mit viel weniger Anlagen ausgetauscht wird. Die neuen Anlagen sind viel leistungsstärker und effizienter und erzeugen dadurch sogar mehr Strom auf gleicher Fläche und mit weniger Anlagen.

Resilienz

Der Begriff beschreibt die Fähigkeit technischer Systeme, bei einem Teilausfall nicht vollständig zu versagen. Konkret ist also die Widerstandsfähigkeit eines Systems (z. B. Energieversorgungssystem) gegenüber Störungen (z. B. ein Kraftwerksausfall) gemeint. Resilient bedeutet, dass das System auch unter 286 hohen Belastungen funktionsfähig bleibt und beispielsweise weiter Strom bereitstellen kann.

Ressourcen

Mittel, die gebraucht werden, um ein Ziel zu erreichen. Das können Geld, ein bestimmter Rohstoff oder aber auch Ideen sein.

Ressourcen, natürliche

Hierzu zählen erneuerbare und nicht erneuerbare Primärrohstoffe, physischer Raum (Fläche), Umweltmedien (Wasser, Boden, Luft), strömende Ressourcen (z.B. Erdwärme, Wind-, Gezeiten- und Sonnenenergie) sowie die Biodiversität. Es ist hierbei unwesentlich, ob die Ressourcen als Quellen für die Herstellung von Produkten oder als Senken zur Aufnahme von Emissionen (Wasser, Boden, Luft) dienen.

Ressourcennutzung

Natürliche Ressourcen sind die materielle, energetische und räumliche Grundlage unseres Lebensstandards. Die Nutzung natürlicher Ressourcen nimmt weltweit stetig zu und ist über die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet immer mit Belastungen für die Umwelt verbunden. Deshalb gewinnt der sparsame Umgang mit Ressourcen in vielen Branchen immer stärker an Bedeutung und sorgt für neue Innovationen, um den Ressourcenbedarf zu senken – z. B. in der Energiewirtschaft.

Ressourcenökonomie

Ressourcenökonomie oder -wirtschaft beschreibt im weitesten Sinne alle Formen der ökonomischen Auseinandersetzung mit Ressourcen, entweder mit natürlichen Ressourcen wie Boden, Wasser, Luft oder mit Rohstoffen wie zum Beispiel Energieträger. Dabei steht die Wertschöpfung durch die Gewinnung, die Umwandlung, die Lagerung, den Transport, die Verteilung, die Nutzung und das Recycling solcher Ressourcen im Fokus.

Retrofit-Prozess

Natürliche Ressourcen sind die materielle, energetische und räumliche Grundlage unseres Lebensstandards. Die Nutzung natürlicher Ressourcen nimmt weltweit stetig zu und ist über die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet immer mit Belastungen für die Umwelt verbunden. Deshalb gewinnt der sparsame Umgang mit Ressourcen in vielen Branchen immer stärker an Bedeutung und sorgt für neue Innovationen, um den Ressourcenbedarf zu senken – z. B. in der Energiewirtschaft.

Revierknoten

Bei den Revierknoten handelt es sich um (Fach-)Abteilungen der Zukunftsagentur zu den Themenfeldern „Energie“, „Industrie“, „Ressourcen und Agrobusiness“, „Innovation und Bildung“, „Raum“ und „Infrastruktur und Mobilität“ sowie „Internationale Bau- und Technologieausstellung“. Sie dienen als Kontakt zur Fachcommunity des jeweiligen Zukunftsfeldes im Rheinischen Revier und gewährleisten einen wechselseitigen Austausch. Durch Beteiligung der Fachakteure werden innerhalb der Revierknoten somit die fachlichen Teilkonzepte mitsamt der Handlungsfelder für das Wirtschafts- und Strukturprogramm fortgeschrieben. Darüber hinaus unterstützen sie für den Strukturwandel relevante Projekte. Die Arbeit der Revierknoten erfolgt zunächst dezentral, soll jedoch Mitte 2022 in der Zukunftsagentur verortet werden.

revolvierender Risikokapitalfonds

Ein revolvierender Fonds ist ein Fonds, dessen Ressourcen durch die Erlöse aus damit finanzierten Projekten aufgefüllt werden. Risikokapitalfonds sind Fonds, die das Geld ihrer Anleger als Risikokapital einsetzen, die sich also zu bestimmten Konditionen an Unternehmen der Wachstumsbranchen beteiligen. In der Regel ist die Beteiligung zeitlich begrenzt und mit einer Haftungsbeschränkung verbunden.

Rezyklat

Ein Rezyklat ist das Produkt eines Recyclingprozesses, sodass aus Abfällen wieder die Produkte werden können, die sie zuvor schon einmal waren. Beispielsweise die Herstellung von Recyclingpapier oder von neuem Kunststoff aus entsorgtem Plastik.

Rollierende Logik/Planung

Der Begriff kommt aus dem Projektmanagement und beschreibt eine periodenartige Planungsform. Die strikte Projektplanung nach dem Schema „Planung – Realisierung –Projektabschluss“ kann oft ein Scheitern des Projekts zur Folge haben. Eine Möglichkeit, dies zu vermeiden, ist die rollierende Planung. Dabei sind in jeder Projektphase Planänderungen möglich, um auf unvorhergesehene Veränderungen flexibel reagieren zu können.

S

Scale-Up (Innovation)

Der englische Begriff bedeutet „vergrößern, erweitern“. Gemeint ist die Hochskalierung bzw. Maßstabsvergrößerung im Herstellungsverfahren. Ziel ist die Errichtung einer technischen Produktionsanlage, zum Beispiel zur Herstellung einer Produktinnovation im Großmaßstab.

Schwarzstartfähigkeit

Der Begriff meint die Fähigkeit eines Kraftwerks, unabhängig vom Stromnetz vom abgeschalteten Zustand ausgehend hochzufahren. Dieser Vorgang wird als Schwarzstart bezeichnet.

Scrum

Der englische Begriff „Scrum“ stammt aus dem Rugby und bedeutet wörtlich „angeordnetes Gedränge“. Siehe auch „agile Scrum-Methode“.

Seismograph

Ein Gerät, das in der Seismologie zur Messung von Bodenerschütterungen und Erdbeben verwendet wird.

Sektorenkopplung

Sektorenkopplung bedeutet, die Strom-, Wärme- und Gasnetze sowie den Mobilitätssektor miteinander zu verbinden. Im Kontext der Energiewende kommt der Sektorenkopplung eine zentrale Rolle als Schlüsseltechnologie auf dem Weg Deutschlands zur Klimaneutralität zu.

Sektorkopplungsfähige Infrastruktur

Zukünftig wird wetterabhängige regenerative Energie aus Wind und Sonne eine tragende Rolle in der Stromversorgung übernehmen und über die Zwischenstufe Strom dann auch für andere Sektoren zur Verfügung stehen. Um trotz fluktuierender Einspeisung eine stabile Versorgung zu gewährleisten und die Abregelung von Wind- oder PV-Anlagen zu vermeiden, sind verschiedene Flexibilisierungsoptionen zu nutzen. Neben flexiblen Kraftwerken, Lastmanagement, Netzausbau und der Speicherung von Energie stellt die flexible Sektorenkopplung mit Power-to-X einen integralen Bestandteil eines künftigen Versorgungssystems dar.

Senke

Technisches oder natürliches System, das Schadstoffe aus der Umwelt zieht. Künstliche Schadstoffsenken sind z. B. Müllverbrennungsanlagen, während Wälder und Ozeane große Mengen vom Treibhausgas Kohlendioxid aufnehmen und somit natürliche Senken darstellen.

Sensorik,Sensortechnik

Sensorik bezeichnet in der Technik die Nutzung von Sensoren, um Veränderungen von umweltbezogenen, biologischen oder technischen Systemen zu messen und zu kontrollieren. In der modernen Industrie ist die Sensortechnik eine Schlüsseltechnologie zum Messen, Steuern und Regeln mechatronischer Systeme in der Automation, etwa in der Produktions- und Verfahrenstechnik.

Siliziumwafer

Dünne Scheiben aus monokristallinem Silizium, auf denen Tausende elektronische Schaltungen angelegt werden können. Sie werden als Substrat (Grundplatte) für elektronische Bauelemente, etwa integrierte Schaltkreise oder photoelektrische Beschichtungen verwendet. Siliziumwafer sind die teuerste Komponente eines Solarmoduls.

Skaleneffekt

Der Skaleneffekt beschreibt das Verhältnis von Input zu Output in der Produktion, also die Abhängigkeit der Produktionsmenge von der Menge der eingesetzten Produktionsfaktoren. Ein konstanter Skaleneffekt ist zum Beispiel gegeben, wenn Input und Output gleichmäßig ansteigen. Ist der Output hingegen größer als die Investition, die man in den Input gesteckt hat, spricht man von einem positiven Skaleneffekt.

Skalierung

Die Fähigkeit den Umsatz zu steigern, ohne zugleich größere Investitionen für die Produktion oder in den Ausbau der Infrastruktur tätigen zu müssen. Besonders Geschäftsmodelle, die gar keine physischen Kapazitätsgrenzen wie Produktionsanlagen haben, sind stark skalierbar – z. B. Internetgeschäftsmodelle.

Smart community infrastructure

Im weitesten Sinne die Zukunft der urbanen Infrastruktur in nahezu allen Bereichen: Energieversorgung, Wassermanagement, Müllentsorgung, Mobilität, öffentliche Sicherheit usw. Mit dem Ausbau von 5G-Netzen und passenden digitalen Konzepten kann Infrastruktur sektorenübergreifend sein und viele Interessen gleichzeitig bedienen.

Smart Data

Digitale Informationen aus großen Datenmengen, die mit Hilfe von Algorithmen so aufbereitet sind, dass unmittelbar verwertbares Wissen daraus abgeleitet werden kann. Der Nutzen von Smart Data liegt zum Beispiel in der Entwicklung neuartiger Geschäftsmodelle durch eine zielgerichtete Analyse von vorhandenen Datenbeständen.

Smart Devices

Intelligent vernetzte Kleinstsysteme, die über das Internet der Dinge miteinander vernetzt sind. Sie bestehen aus Sensoren, einem hochintegrierten Prozessor und einer Kommunikationsschnittstelle. Über die Sensoren lassen sich Messwerte erfassen, etwa Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder die Herzfrequenz. Über den Prozessor werden die Daten aufbereitet und können über die Kommunikationsschnittstelle an einen Computer oder ein Mobilgerät (z. B. Smartphone) übertragen werden. Der Nutzer erhält dann ein Ergebnis und hat Steuerungsfunktionen zur Verfügung. Zum Beispiel könnten bei Sonne die Jalousien heruntergelassen werden.

Smart Energy

Der Begriff „smart energy“ bezieht sich auf die Digitalisierung der Energiewirtschaft, denn ohne eine umfassende Digitalisierung ist eine erfolgreiche Energiewende kaum vorstellbar.

Smart Factory

Der Begriff „smart factory“ kommt aus der Forschung im Bereich Fertigungstechnik. Die smarte bzw. „intelligente Fabrik“ ist zentraler Bestandteil der Industrie 4.0 und beschreibt eine Produktionsumgebung, die sich selbst organisiert. Durch die Digitalisierung sind alle Bestandteile der Produktion (Maschinen, Werkzeuge, Transportmittel) digital miteinander vernetzt und können intelligent untereinander kommunizieren. Der Mensch braucht nicht mehr in den Produktionsprozess einzugreifen, hat aber Funktionen in der Kontrolle und Optimierung der Abläufe.

Smart Grid

Die Bezeichnung „Smart Grid“ steht für das intelligente Stromnetz. Dabei sorgt moderne Informationstechnik für die Verbindung der verschiedenen Bereiche des Energiesystems - wie der Stromerzeugung, Speicherung und dem Stromverbrauch - und stimmt sie aufeinander ab. Das sorgt für eine optimale Auslastung des Netzes, sodass auch erneuerbare Energie besser ins Stromnetz integriert werden kann.

Smart Home

Als Oberbegriff steht Smart Home für technische Lösungen und Verfahren, mit denen sich Geräte in Wohngebäuden vernetzen und fernsteuern lassen. Die wichtigsten Ziele des Smart Home sind: mehr Wohnkomfort, höhere Energieeffizienz und mehr Sicherheit. So lassen sich z. B. Licht, Heizungen oder Rollläden bequem aus der Ferne steuern. Um die Energieeffizienz zu verbessern, ist die Heizungs- und Lüftungstechnik intelligent miteinander vernetzt. Für mehr Sicherheit simuliert die Beleuchtung etwa die Anwesenheit während eines Urlaubs.

Smart Metering

Der Begriff beschreibt das computergestützte Messen, Ermitteln und Steuern von Energieverbrauch und -zufuhr. Ein Smart Meter ist ein digitaler Stromzähler, der über eine Kommunikationseinheit verfügt und mit dem Internet verbunden ist. Durch Smart Metering können aktuelle Verbrauchsdaten (z. B. Gas, Wasser, Strom) kommuniziert und vom Nutzer abgefragt werden. Die Technologie spielt eine wichtige Rolle bei der Energiewende und soll unter anderem dazu beitragen, das intelligente Stromnetz dynamisch zu stabilsieren.

Smart Region

Die „Smart Region“ ist ein Modellbeispiel für interkommunale Zusammenarbeit. Sie ist ein regionaler Verbund aus Gebietskörperschaften, der digitalisierte Bereiche aus Kommunen, der lokalen Wirtschaft und der Zivilgesellschaft umfasst. Dies können Aktivitäten wie Maßnahmen zur Digitalisierung der Innenstädte sowie der Verwaltung und der Aufbau intelligent vernetzter Mobilitätslösungen in ländlichen Gebieten sein.

Smart Textiles

Durch die Integration von elektronischen Baugruppen lassen sich Textilien um zahlreiche Funktionen erweitern, z. B. um Sensorik oder Beleuchtung. Dies eröffnet völlig neue Anwendungsfelder, bspw. Sitzbelegungssensoren im Automobil, Diebstahlschutz in Kleidung und Accessoires oder textile RFID-Transponder für Logistikzwecke. Sie sind Innovationstreiber für die Industrieunternehmen und als Schlüsseltechnologien von großer Relevanz für den wirtschaftlichen Erfolg in den globalisierten Märkten.

Smart Cities

Die Entwicklung und Nutzung digitaler Technologien in fast allen Bereichen auf der kommunalen Ebene. So ermöglicht der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien zum Beispiel eine intelligente Verkehrsführung in der Innenstadt oder eine Verbesserung der Energieeffizienz, etwa durch eine bedarfsgerechte Steuerung der Straßenbeleuchtung.

Solateur

Bezeichnung für ein Berufsbild. Solateure bzw. Fachkräfte für Solartechnik sind Expertinnen und Experten für Photovoltaikanlagen, Solarthermen und Wärmepumpen. Sie bieten ihren Kunden fachliche Beratung von der Planung bis zur Installation einer Anlage an. Das Berufsbild ist allerdings nicht staatlich anerkannt und somit kein klassischer Ausbildungsberuf.

Sonderplanungsrecht

Ein zeitlich begrenztes Sonderplanungsrecht wird seitens der zuständigen Behörden eingeräumt, um Planungen, Genehmigungsverfahren und die Umsetzung großer Vorhaben zu vereinfachen, etwa bei der Errichtung von Erneuerbaren Energie-Anlagen. Damit will man vermeiden, dass Modellprojekte an starren Ausweisungen von Planungsgebieten scheitern.

Soziale Innovation

Im Gegensatz zu technischen Innovationen versteht man unter sozialen Innovationen neue Praktiken zur Gestaltung sozialer Veränderungen. Sie verändern die Art und Weise des Zusammenlebens, des Arbeitens, des Konsums oder des Umgangs mit Krisen. Viele komplexe Probleme der heutigen Zeit sind mit technischen Lösungen alleine nicht zu bewältigen, etwa die Energiewende.

SPNV

Das Kürzel SPNV steht für "Schienenpersonennahverkehr", also alle Züge und Bahnen im Öffentlichen Personennahverkehr.

Sprunginnovationen/Sprungtransformation

Sprunginnovationen können das Leben nachhaltig zum Besseren verändern. Eine Sprunginnovation kann einen komplett neuen Markt erschaffen, einen existierenden Markt so grundlegend verändern, dass ein völlig neues Ökosystem entsteht, oder aber ein massives technologisches, soziales oder ökologisches Problem lösen. Die Bandbreite deutscher Sprunginnovationen bzw. -transformationen reicht von Radio und Fernsehen über Aspirin, Elektronenmikroskop und Automobil bis zu den Sozialgesetzen.

Start-ups

Junge, noch nicht am Markt etablierte Unternehmensgründungen mit einer innovativen Geschäftsidee und hohem Wachstumspotenzial, aber oft geringem Startkapital.

Substitution

Mit dem Begriff Substitution ist ein Austausch gemeint, etwa von fossilen Energieträgern durch Erneuerbare Energien in der Energiewirtschaft oder von fossilen Rohstoffen durch technische Textilien in der Textilwirtschaft.

Synergieeffekte

Das griechische Wort Synergie bedeutet „zusammenwirken“ und beschreibt positive Auswirkungen der Zusammenarbeit von mindestens zwei Organisationen, zum Beispiel zwischen Unternehmen. Aus dem Zusammenschluss entsteht ein deutlicher Vorteil für beide Unternehmen. Synergieeffekte sind also Wettbewerbsvorteile, die etwa durch Kosteneinsparungen erzielt werden.

T

Technologieführerschaft

Technologieführerschaft bedeutet, dass mit Hilfe technologischer Hochleistungen eine Differenzierung zur Konkurrenz erfolgt. Eine zentrale Rolle spielen dabei vor allem Schlüsseltechnologien (z. B. Elektromobilität). Wer sie frühzeitig einsetzt, erlangt einen Wettbewerbsvorteil und wird zum Technologieführer.

Technologie-Scouting

Unter dem Begriff Technologie-Scouting versteht man das strukturierte Beobachten von technologischer Entwicklung, um neue Trends und Potentiale frühzeitig zu erkennen und gezielt zu nutzen. Dadurch können sich Märkte verändern, neu entstehen oder komplett verschwinden.

Technologietransfer

Gemeint ist die Umsetzung von neuem technologischem Wissen in marktfähige Produktinnovationen. Eine dichte Vernetzung zwischen den verschiedenen Forschungseinrichtungen und den Unternehmen im Rheinischen Revier stärkt die Innovationsfähigkeit und die Wirtschaftskraft unserer Region.

Technology Readiness Level

Der „Technology Readiness Level“ (TRL), auch Technologie-Reifegrad, ist eine Skala zur Bewertung des Entwicklungsstandes einer neuen Technologie, eines Verfahrens oder einer Dienstleistung.

TGA-Systeme

Die Abkürzung TGA steht für Technische Gebäudeausrüstung. Gemeint sind alle in einem Bauwerk eingebauten oder damit verbundenen technischen Einrichtungen zur funktionsgerechten Nutzung. Zum Beispiel Klimaanlagen, Fernwärmeversorgung oder Strom- und Wasserversorgungsanlagen.

Transferzentren

Einrichtungen zur Förderung des Innovationstransfers von Hochschulen oder Forschungseinrichtungen in Unternehmen, etwa, um wissenschaftliche Erkenntnisse in die wirtschaftliche Nutzbarkeit zu überführen.

Transformationsprozesse

Prozesse der Veränderung, die beim Strukturwandel zum Beispiel im Zuge der Energiewende stattfinden – weg von nuklearen und fossilen Brennstoffen, hin zur Nutzung von Erneuerbaren Energien.

treibhausgasneutral

Im Pariser Klimaabkommen hat die Staatengemeinschaft beschlossen, bis zum Jahr 2050 treibhausgasneutral zu werden. Ziel ist es dabei, die Netto-Emissionen von Treibhausgasen auf Null zu reduzieren. Das CO2 aus der Atmosphäre soll in sogenannten Senken (Wälder, Moore, Ozeane) gespeichert werden. Mit CCUS-Technologien (Carbon Capture, Usage and Storage) lassen sich die bei industriellen Prozessen entstandenen CO2-Emissionen abscheiden und speichern bzw. stofflich nutzen und somit deutlich reduzieren.

U

Umweltwirtschaft

Die Umweltwirtschaft ist eine Querschnittsbranche, die alle Unternehmen umfasst, die Umweltschutzgüter und -dienstleistungen anbieten. Sie ist eine Schlüsselbranche, um den Klimaschutz und den Umgang mit nachhaltigen Ressourcen mit neuen Perspektiven für die Wirtschaft zu verknüpfen.

Up-Scaling

Mit dem Up-Scaling von Anlagen und Komponenten ist die Hochskalierung bzw. Maßstabsvergrößerung im Herstellungsverfahren gemeint. Ziel ist die Errichtung einer technischen Produktionsanlage.

Upcycling

Der Begriff beschreibt eine Form der Wiederverwertung. Dahinter steht die Idee, aus vermeintlichem Müll oder unbrauchbaren Dingen etwas völlig Neues und Nützliches zu machen. Während beim Recycling das wiederverwertete Material meist an Wert verliert, wird durch Upcycling der Wert des Ausgangsprodukts sogar gesteigert. Zum Beispiel, weil das neue Produkt viel nützlicher ist als das Alte, etwa wenn aus alten Holzpaletten stilvolle Möbel gefertigt werden.

Urban Air Mobility (UAM)

Im weitesten Sinne sind autonome Drohnen und Luftfahrzeuge (z. B. Flugtaxis) zur Erweiterung des städtischen Verkehrsangebots gemeint.

Urban Factory-Projekte

Urban Factory-Projekte zielen auf die Entwicklung von emissionsarmen und ressourceneffizienten Fabriken im städtischen Umfeld ab.

Urban Mining

Beim Urban Mining („Städte als Rohstofflager“) geht es darum, die in städtischen Gebieten vorhandenen Rohstoffe (z. B. Ziegel, Beton, Holz, Metall aus der Bausubstanz) vor Ort zur Wiederverwertung zu nutzen, statt neues Material von außerhalb zu beschaffen.

Urban/Interurban

städtisch; Verkehrsverbindungen zwischen städtischen Gebieten

V

Valley of Death

Gemeint ist der Zeitraum zwischen der Fertigstellung eines Prototypens und der Umsetzung einer Serienproduktion. In dieser Phase stehen monetäre sowie personelle Ressourcen zur Überführung einer Innovation in die Serienproduktion häufig nicht zur Verfügung, was ein Vorhaben verzögern oder vereiteln kann, sodass Wettbewerber schneller am Markt sind. Somit besteht das Risiko, dass das in den FuE-Einrichtungen gewonnene Wissen ungenutzt bleibt.

Venture Capital

siehe Wagniskapital

Vertical Farming

Vertikale Landwirtschaft („vertical farming“) bescheibt eine Zukunftstechnologie, die eine tragfähige Landwirtschaft in urbanen Ballungszentren ermöglichen soll. Um die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung auch in Zukunft sicherzustellen, soll die Produktion pflanzlicher und tierischer Erzeugnisse in mehrstöckigen Gebäuden erfolgen, um Platz und Ressourcen zu sparen und fruchtbaren Boden zu schonen.

vertikale Mobilität (Vertical Mobility)

Der Begriff Vertikale Mobilität wird in der Soziologie für Veränderungen zwischen unterschiedlich bewerteten Positionen verwendet. Zum Beispiel, wenn die Tochter eines Facharbeiters studiert. Wenn eine Veränderung zwischen gleich bewerteten Positionen erfolgt, so spricht man von horizontaler Mobilität. Also wenn die Tochter des Facharbeiters zum Beispiel selbst eine Ausbildung macht.

Virtualität

In Abgrenzung zur Realität benötigt Virtualität ein technisches Hilfsmittel, zum Beispiel ein Computerprogramm oder eine VR-Brille, während die Alltagswahrnehmung der Realität auch ohne diese Hilfsmittel auskommt.

Virtuelles Kraftwerk

Ein Virtuelles Kraftwerk verbindet auf Energiemarkt alle Anlagen auf effiziente Weise. Gemeint ist ein Zusammenschluss von dezentralen Stromerzeugungseinheiten, zum Beispiel von Photovoltaikanlagen, Wasserkraftwerken, Block-Heizkraftwerken sowie Biogas- und Windenergieanlagen zu einem Verbund.

volatil

beweglich, unbeständig, schwankend

Voucher

Gutschein für eine vorab bereits bezahlte Leistung

VR-Strategie

Eine Strategie, um die Einsatzpotenziale der Virtual-Reality-Technologie in verschiedensten Bereichen zu erschließen, zum Beispiel bei der Planung von Prototypen oder ganzen Industrieanlagen oder als Lehr-Lern-Anwendung in der Aus- und Weiterbildung.

VUCA

Akronym für die englischen Begriffe volatility (Volatilität), uncertainty (Unsicherheit), complexity (Komplexität), ambiguity (Mehrdeutigkeit). Gemeint sind die heute oft schwierigen Rahmenbedingungen bei der Unternehmensführung: Wir leben in einer Welt, die sich ständig verändert, die unberechenbarer geworden ist und in der Ursache und Wirkung nicht immer direkt sichtbar sind.

vulnerabel

Vulnerabilität bedeutet Verwundbarkeit oder Verletzbarkeit. Der Begriff wird in verschiedenen wissenschaftlichen Fachrichtungen verwendet. So kann das Adjektiv etwa auf bestimmte Personengruppen, empfindliche Ökosysteme oder auch auf Sicherheitslücken in einem Netzwerk (z. B. Energiesystem) hinweisen.

W

Wagniskapital

Wagniskapital ist kein Kredit, sondern Eigenkapital, das ein Investor einem neu gegründeten Unternehmen zur Verfügung stellt. Dabei erhält der Investor seinen Gewinn nicht durch Zinsen, sondern nur wenn das Unternehmen erfolgreich veräußert wird, etwa durch einen Börsengang oder durch Verkauf seiner Anteile an Dritte.

Wasserdargebot

Das Wasserdargebot gibt an, welche Mengen an Grund- und Oberflächenwasser in einem bestimmten Gebiet und über einen bestimmten Zeitraum potenziell genutzt werden können.

Wasserstoffinfrastruktur

Wasserstoff gilt als vielversprechender Sekundärenergieträger der Zukunft, der in vielen Bereichen (z. B. als Kraft- oder Brennstoff) eingesetzt werden kann. Der Einsatz und die Nutzung von Wasserstoff in einem auf erneuerbare Energien ausgelegten Energiesystem erfordern jedoch eine leistungsfähige Infrastruktur. So müssen zum Beispiel genügend Wasserstofftankstellen verfügbar sein, um Brennstoffzellen-Fahrzeuge zu betanken.

Wasserstoffmobilität, grauer Wasserstoff, grüner Wasserstoff

Wasserstoffmobilität gilt als Schlüssel für das Gelingen der Verkehrswende. Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb stoßen im Fahrbetrieb keine klima- oder gesundheitsschädlichen Schadstoffe aus. Zudem genügen bereits wenige Wasserstofftankstellen, um in einem dicht besiedelten Gebiet mehrere tausend Brennstoffzellenfahrzeuge mit Treibstoff zu versorgen. In Zukunft soll vor allem grüner Wasserstoff zum Einsatz kommen, der ausschließlich aus erneuerbaren Energien hergestellt wird. Grauer Wasserstoff wird aus fossilen Brennstoffen gewonnen, sodass bei der Produktion CO2-Emissionen entstehen.

Werkstoffsimulation

Moderne Werkstoffsimulationstechniken stellen eine zeit- und ressourcensparende Technologie zur Werkstoffentwicklung und zur Prüfung von Bauteilen dar. So lassen sich genaue Vorhersagen über die mechanischen Eigenschaften treffen. Zum Beispiel hinsichtlich der Festigkeit, Langlebigkeit und Belastbarkeit des Materials. WertschöpfungIn einer Geldwirtschaft ist Wertschöpfung das Ziel produktiver Tätigkeit. Die Wertschöpfung stellt einen wesentlichen Indikator für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Unternehmens dar. Sie zeigt auf, wie gut ein Unternehmen die Erwartungen und Bedürfnisse seiner Kunden erfüllen kann.

Wertschöpfungsfeld

Bezeichnung für eine Branche, den Teil einer Branche oder ein Tätigkeitsfeld, in dem ein Unternehmen produktiv tätig sein kann und dadurch Gewinne erwirtschaftet. Wertschöpfungskette*Der Begriff bezeichnet eine in Stufen geordnete Abfolge von Aktivitäten eines Unternehmens, um Produkte oder Dienstleistungen zu entwerfen, herzustellen, auf den Markt zu bringen, zu verkaufen, auszuliefern und zu betreuen.

Wirtschafts- und Strukturprogramm (WSP)

Das Wirtschafts- und Strukturprogramm (WSP) für das Rheinische Revier definiert in den Zukunftsfeldern „Energie und Industrie“, „Ressourcen und Agrobusiness“, „Innovation und Bildung“, „Raum und Infrastruktur“ sowie „Internationale Bau- und Technologieausstellung“ die Schwerpunkte, in denen sich das Revier in den kommenden Jahren entwickeln soll. Es wurde im Dezember 2019 vom Aufsichtsrat und der Gesellschafterversammlung der Zukunftsagentur in der Version 1.0 beschlossen. Danach wurde es unter Einbindung des Feedbacks aus einer Bürgerbeteiligung, der Träger Öffentlicher Belange sowie der in den sogenannten Revierknoten engagierten Fachleute aus der Region bis zum Juni 2021 zu der hier vorliegenden Version 1.1 fortentwickelt. Weitere Aktualisierungen sollen in den kommenden Jahren den Prozess des Strukturwandels im Rheinischen Revier begleiten. 

Z

Zielsystem

Das Zielsystem des Strukturwandels im Rheinischen Revier umfasst fünf Entwicklungslinien (Lebenswerte Region, Leistungsstarke Region, Innovative Region, Klimaneutrale Region, Vernetzte Region), die in ihrer Summe die Vision für das Rheinische Revier im Jahr 2038 beschreiben. Sie enthalten zentrale Stichworte für die Beschreibung des Weges, auf dem die Ziele des Strukturwandels erreicht werden. Das Zielsystem führt die Leitideen der Fachleute aus allen Revierknoten zusammen und beleuchtet unsere Region aus unterschiedlichen Perspektiven.

Zirkuläre Wirtschaft

Unter Zirkulärer Wirtschaft wird eine Kreislaufwirtschaft im Sinne einer zirkulären Wertschöpfung verstanden. Der Begriff der Kreislaufwirtschaft bezieht sich im deutschen Sprachgebrauch in der Regel nur auf die Abfall- und Recyclingwirtschaft. Mit dem Begriff der Zirkulären Wirtschaft bzw. Zirkulären Wertschöpfung soll das Konzept weiter gefasst werden und alle Phasen des Produktlebenszyklus bzw. der Wertschöpfungsketten erfasst werden. Im englischen Sprachgebrauch wird in diesem Zusammenhang von „Circular Economy“gesprochen.

zirkuläre Wirtschaftsprozesse

Sämtliche wirtschaftlichen Abläufe werden darauf ausgerichtet, Materialien und Produkte im Kreislauf zu führen, um das  Wirtschaftswachstum schrittweise vom Verbrauch endlicher Ressourcen zu entkoppeln.