Die gesetzlichen Grundlagen für den Gigawattpakt und die Klimaziele des Landes NRW

Am 29. Januar 2020 hat das Bundeskabinett das Gesetz zur Reduzierung und zur Beendigung der Kohleverstromung und zur Änderung weiterer Gesetze („Kohleausstiegsgesetz“)  beschlossen. 

Nähere Informationen zum Strukturstärkungsgesetz und zum Kohleausstiegsgesetz finden Sie hier.

Im Rahmen des Gigawattpaktes will das Land Nordrhein-Westfalen und die Zukunftsagentur Rheinisches Revier, dass kurz- und mittelfristig ein möglichst großer Teil der abzuschaltenden Stromerzeugungskapazitäten der Kohlekraftwerke im Rheinischen Revier durch Kapazitäten aus Erneuerbaren Energiequellen ersetzt werden.

Das Ziel ist ein Gigawatt (1 GW = 1.000 MW) Stromerzeugungskapazitäten aus Erneuerbaren Quellen aufgebaut werden. Mit welcher Technologie dies erreicht wird, ist dabei nicht vorgegeben. Der Gigawattpakt ist technologieoffen.

Die Erfahrung zeigt, dass PV-Projekte in relativ kurzer Zeit projektiert gebaut und in Betrieb gesetzt werden können. Die typischen Zeitspannen liegen zwischen 1/2-3 Jahren. Im Gegensatz dazu gelten in der Windenenergie mittlerweile Planungs- und Realisierungszeiträume von 3 - 8 Jahren als typisch. Daher ist zu erwarten, dass im Gigawattpakt in der Anfangszeit überwiegend PV-Projekte in die Realisierung gehen werden.

Wichtig ist jedoch: Alle Technologien sind gleichermaßen willkommen! NRW strebt ehrgeizige Klimaziele an. Hierzu sind erhebliche Investittionen in den Klimaschutz und den Umbau des Energiesystems erforderlich.

Der Gigawattpakt wird ein Baustein der Transformation sein und seinen Beitrag dazu leisten.

Wer kann am Gigawattpakt teilnehmen und wann geht es los?

Teilnehmen und aktiv werden kann jeder im Rheinischen Revier: Projektentwickler, Genossenschaften, Regionalversorger, Konsortien/Kooperationen (mindestens ein Vorhabenträger muss aus dem Rheinischen Revier kommen), Gewerbetreibende, Handwerksbetriebe, Wohnungsbaugenossenschaften, Banken und Finanzierer, Investoren, Kreise und Kommunen aus dem Rheinischen Revier sowie Bürger|nnen mit ihren privaten Projekten.

Auch wer noch kein konkretes Vorhaben plant ist willkommen und kann im Gigawattpakt wertvolle Anregungen, Informationen und Kontakte aufbauen und auf diesem Wege schneller, qualifizierter und effizienter seine Projektrealisierung voranbringen.

Die Teilnahme ist jederzeit fortlaufend möglich, es gibt auch keinen Endtermin. Öffnen sie das Formular , tragen Sie die Daten ihres Projektes ein und schicken es ab.

Keine Angst, wir haben das Formular bewusst sehr einfach gehalten. Niemand soll wertvolle Zeit für Formulare opfern müssen. Für den Gigawattpakt und die Darstellung auf der Gigawattpaktkarte brauchen wir nur ganz wenige Eckdaten. Weitergehende Informationen können anlassbezogen bilateral ergänzt oder ausgetauscht werden.

Kriterien zur Teilnahme

Der Gigawattpakt ist ein Teil des Wirtschafts- und Strukturprogramms 1.0 zur Transformation des Rheinischen Reviers. 

Der Gigawattpakt befasst sich mit Projekten die qua Definition a) in fortgeschrittenem Antragsstadium sind und b) eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie kurz- oder mittelfristig in die Realisierungsphase gehen können. Das Ziel ist es, dass ein Gigawatt (1 GW = 1.000 MW) Stromerzeugungskapazitäten aus Erneuerbaren Quellen so schnell wie möglich im Rheinischen Revier aufgebaut werden.

Mit welcher Technologie dies erreicht wird, ist dabei nicht vorgegeben. Der Gigawattpakt ist technologieoffen. Die Arbeit des Gigawattpakt-Teams im Revierknoten ENERGIE konzentriert sich im Rahmen des Gigawattpaktes auf die Analyse von Hemmnissen und die Artikulation von Lösungvorschlägen für die Landesregierung. Im Fokus stehen zeitlich schnell realisierbare Projekte, die Strom aus Erneuerbaren Quellen erzeugen.

Folgende Projektarten sind innerhalb des Gigawattpakts vorstellbar:

Projekte zum Ausbau von Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Darunter fallen Aufdachanlagen, Floating-PV, Solarcarports auf Supermarktparkplätzen, Agro-PV, gebäudeintegrierte PV und andere Formen der Photovoltaik. Projekte, die zur Realisierung von sogenannten  „virtuellen Kraftwerken“ beitragen können und Einzelkomponenten wie z. Bsp. Stromspeicher enthalten. Es werden auch Projekte berücksichtigt, die eine Mehrfachnutzung von Flächen vorsehen.

Entscheidend ist, dass Strom produziert wird.

Andersartige innovative Einzelprojekte können im Rahmen anderer, parallel laufender Modellvorhaben  wie zum Beispiel „Unternehmen Revier“ oder im SofortprogrammPlus gefördert werden.

Zeitplan

  • 25. August 2020
     Informations- und Austauschgespräch zum Gigawattpakt - online - 

  • Oktober 2020
    Freischaltung der Webseite des Gigawattpaktes

  • November 2020
    Breitenwirksame Informationskampagne zur Information und und Mobilisierung einer möglichst großen Anzahl von Akteuren aus dem Rheinischen Revier.
     
  • Q1/2021

Feierliche Unterzeichnung des Gigawattpaktes mit Vertretern der ersten Projekte und des Ministers des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie Pinkwart.

  • Q2/2021ff
    Fortlaufende Arbeit des Gigawattpakt-Teams und der Landesregierung zur Beseitigung der Hemmnisse. Anlassbezogene Veranstaltungen zur Bekanntgabe der Massnahmen.

Formular zur Registrierung ihres Projekts oder als Gigawattpakt-Mitglied ohne Projekt

Hier finden Sie alle nötigen Unterlagen, um einen Förderantrag zu stellen.

Ihre Ansprechpartner

Jürgen Beigel

Jürgen Beigel

Projektmanager Revierknoten "Energie"

Zukunftsagentur Rheinisches Revier
c/o EnergieAgentur.NRW
Roßstraße 92
40476 Düsseldorf

Telefon: +49 151 2582 4641
beigel@energieagentur.nrw

Leitaspekte zur Selbstevaluierung - Fakultative Vertiefungs- und Kontrollfragen

Die nachfolgenden Fragen geben den Projektinitiatoren Orientierung, welche Kriterien für die Unterstützung durch flankierende Maßnahmen zur Anwendung kommen können.

Leitaspekte bei der Selbstevaluierung

  • Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenzial in NRW respektive dem Rheinischen Revier
  • Konkreter Beitrag zur Umsetzung des Transformationsprozesses (Energiesystemtransformation) in der Region
  • Konkreter Beitrag zur Profilierung der Region
  • Passform zu zentralen Strategien des Landes (z.B. Energieversorgungsstrategie, Energieforschungsstrategie, Nachhaltigkeitsstrategie, Klimaschutzstrategie)
  • Ökologische und Wirtschaftlichkeitsaspekte
  • Robustheit der Umsetzungspotenziale in Abhängigkeit der Entwicklungen außerhalb von NRW/dem Rheinischen Revier
  • Kompatibilität mit anderen Projekten/Maßnahmen des WSP respektive der anderen Revierknoten
  • Finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten der Akteure vor Ort
  • Akzeptanz in der Bevölkerung

Vertiefungs- und Kontrollfragen

  • Sind die Technologien, die zum Einsatz kommen sollen bereits verfügbar, erprobt und bewährt, wirtschaftlich errichtbar und betreibbar?
  • Existiert bereits ein Geschäftsmodell, das die Investition attraktiv macht und den langfristig wirtschaftlichen Betrieb ermöglicht?
  • Verwendet ein Projekt moderne aber bereits bewährte und verfügbare Technologien; Stichwort "Proof of Concept" (moderne Hochleistungs-PV-Panels von heute vs. die super-high-tech-PV-Panele in evtl. 15 Jahren aus dem Labor)?
  • Können die „Produkte“ (Ergebnisse/Konzepte) welches ein Projekt hervorbringt unmittelbar a) im RR b) national c) international verwertet/verkauft/vermarktet werden. Vorbild- und Nachahmungspotenzial (Vermarktbarkeit über das RR hinaus)? Es sollten keine Laborkreaturen entstehen.
  • Findet die komplette Bandbreite der Akteure im RR Aufgaben und Rollen in der Planung, Implementierung und im Betrieb des Projektes. In welchem Maße sind PEntwickler, Handwerker, Finanzierer, F&E aus Hochschulen und Instituten an der realen Umsetzung und Implentierung der Projekte beteiligt?
  • Ist das Projektkonzept bzw. Geschäftsmodell skalierbar, multiplizierbar und dauerhaft wirtschaftlich nutzbar?
  • Kann die fachgerechte Planung, Bau und Betrieb unter wirtschaftlichen Bedingungen von Unternehmen aus dem RR und/oder deutschen Unternehmen geleistet werden?
  • Gewinnen die Akteure aus dem RR Erfahrungen, Wissen und Qualifikationen in einem Zukunftssektor welcher sich weltweit vermarkten lässt (Marktpotenzial) und langfristig, dauerhaft zur Sicherung ihrer Arbeitsplätze beiträgt.
  • Entsteht ein echter Show-Case für die geplante Ausstellung IBTA des RR – ein Pilgerort für die Fachwelt. Eine Besuchsstation die im realen, dauerhaften Betrieb „Das EVS der Zukunft in Aktion“ anschaulich macht.
  • Weniger Forschung, mehr und stärkere Einbindung von Industriepartnern, Handwerk und Gewerbe (Gewährleistung von fachgerechter Umsetzung und langfristige, wirtschaftliche Betriebsführung – keine BERLINER Flughäfen!!!!).
  • Existieren starke, erfahrene und willige Akteure/Unternehmen/Investoren im RR welche auch an einer Mitarbeit interessiert sind?
  • Gibt es Interesse und Engagement von starken und erfahrenen Akteuren im RR?
  • In welchem Umfang können bereits vorhandene Ressourcen und vorhandener Infrastrukturen im RR genutzt werden.
  • Wie lange wird es dauern bis messbare Ergebnisse geliefert werden (geplanter Betriebsbeginn).
  • Frage der Verfügbarkeit und Lieferfähigkeit von Komponenten und Dienstleistungen.
  • Sind die Projekte auch im Rahmen der IBTA darstellbar?