Durch Wissen Innovationen schaffen

Strategie
Um die vielfältigen Transferpotentiale erfolgreich zu heben und den Transfer effizienter zu gestalten, werden systematisierte Prozesse benötigt. Das Aldenhoven Testing Center, der Forschungsflughafen Merzbrück und der RWTH Aachen Campus sind Beispiele für geschützte Räume, in denen Innovationen auf den Weg gebracht und getestet werden können. Wie Blaupausen können diese Keimzellen auf andere Standorte ausgerollt werden und ihre Wirkung in das ganze Rheinische Revier entfalten. Diese Blaupausen werden auf zehn Grundsätzen basieren:
1.    Zukunftsthemen über die gesamte Wertschöpfungskette abdecken
2.    Hochschulen und Wissenschaft als Nukleus des permanenten Wandels
3.    Roll-out über thematische Hubs im Revier
4.    Es muss der Wirtschaft etwas wert sein
5.    zielgruppenspezifische Angebote
6.    zeitgemäße Vermarktung
7.    einheitliche Begriffswelt
8.    Schaffung von Räumen
9.    Finanzierung von Start-ups über die frühe Phase hinaus
10.    Agilität
Gleichzeitig ist es unerlässlich, die existierende Aus- und Weiterbildungsstrukturen so zu erfassen, dass es möglich ist, schnell und intuitiv individuell passende Weiterbildungsangebote zu finden. Angebote müssen verzahnt und vernetzt werden. Die Inhalte der Aus- und Weiterbildung sind dahingehend zu prüfen, ob diese den Ansprüchen an die Zukunftsfähigkeit gerecht werden, etwa im Bereich Digitalisierung. Handlungsbedarf besteht darüber hinaus auch in der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung. Dies betrifft sowohl interne Prozesse als auch Bürger- und Unternehmensservices des digitalen Bürgeramtes. Die Angleichung der Lebensverhältnisse in den Kommunen im Rheinischen Revier kann diesen Prozess beschleunigen und so unterstützend in einem dynamischen und effizienten Innovationsökosystem führen.

Handlungsfelder

Als Querschnittsthema wirkt sich das Zukunftsfeld „Innovation und Bildung“ auf alle anderen Zukunftsfelder aus. Die Zukunftsfelder spiegeln die Stärkefelder der Region mit gesamtwirtschaftlichen Wachstumspotenzialen wider. Obwohl von diesen bereits wesentliche Entwicklungsimpulse zu erwarten sind, gibt es weitere potenzielle Wachstumsfelder, in denen die Wissenschafts- und Forschungslandschaft des Reviers Kompetenzen aufweist und von denen Innovations- und Verwertungspotenziale ausgehen können. Dies gilt besonders für die folgenden drei Handlungsfelder:
1.    Digitalisierung
2.    Gesundheit und Life Science
3.    Produktion

Ziele

Kurzfristige Ziele
Zunächst wird eine breit angelegte Ist-Analyse für das Rheinischen Revier durchgeführt, um den Status Quo in den Bereichen Innovation und Bildung zu ermitteln. Daneben wird auch die Verzahnung der Bereiche Innovation und Bildung betrachtet, sodass Erkenntnisse über Kooperationen, Schnittstellen und Transfer gewonnen werden. Die Analyseergebnisse werden aufbereitet und grafisch visualisiert, damit sowohl Experten und Entscheidungsträger als auch die Bevölkerung diese als Informationsquelle nutzen können.
Aufbauend auf der Ist-Analyse werden mit Arbeitsmarktexperten erste Aussagen zu künftigen Tätigkeitsfeldern und damit nötigen Aus- und Weiterbildungsinhalten entwickelt. Hierzu wird an der Schnittstelle zwischen Forschung und Bildung einerseits und andererseits den Unternehmen (insbesondere den kleinen und mittelgroßen Unternehmen) ein sogenannter »Innovation Broker« installiert. Dieser identifiziert relevante Technologieschwerpunkte und Innovationspotenziale.

Mittelfristige Ziele
Mittelfristig wird die Verbindung zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Aus- und Weiterbildungsträgern und Kommunen gestärkt. Bestehende bedeutende Cluster werden vertieft und weiterentwickelt, neue Cluster entstehen. Wissenstransfer wird systematisiert und vereinfacht. Dies fördert und befähigt bestehende Unternehmen effizienter aus Ideen Geschäftsmodelle zu entwickeln. Finanzierungsmöglichkeiten von Start-ups und innovativen Projekten werden transparent gemacht.
Mit Fokus auf Innovations- und Technologietransfer werden im Aus- und Weiterbildungsbereich neue Akzente und Kooperationen etabliert. Im Bereich Bildung werden die vielfältigen Aus- und Weiterbildungsangebote zentral und transparent erfasst und so leichter zugänglich gemacht – im Stil eines Amazon-Marktplatzes für Weiterbildung.
Die Digitalisierung eröffnet die Möglichkeiten, Aus- und Weiterbildung so zu gestalten, dass diese noch bedarfsgerechter erfolgt und stärker auf die individuellen Voraussetzungen eingeht, beispielsweise durch Mikromodularisierung. Es werden neue Ansätze entwickelt, bei denen berufliche Kompetenzen ohne entsprechende Qualifikationszertifikate verstärkt berücksichtigt werden und so formal gering qualifizierten Arbeitskräften einen besseren Zugang zum sich wandelnden Arbeitmarkt ermöglichen. Durch die Vernetzung der unterschiedlichen Akteure können zudem neue inhaltliche Impulse für die bedarfsgerechte Entwicklung von Weiterbildungsangeboten generiert werden.

Langfristige Ziele
Langfristig schafft dieser Revierknoten ein Innovationsökosystem geschaffen, das Magnet für Externe ist – sowohl Unternehmen als auch Menschen: Wer etwas bewegen und erreichen will, kommt in das Rheinische Revier! Die Grundlagen hierfür liegen in der Agilität der Kompetenzen von Strukturen, Unternehmen und Individuen. Der Revierknoten wirkt als Brücke für einen fruchtbaren Austausch zwischen Wissenschaft, Aus- und Weiterbildung, Wirtschaft, Kommunen und Bürgern und leistet so bis 2038 seinen Beitrag zu einer klima- und ressourcengerechten Wertschöpfung und Beschäftigung. Mit der Innovationskraft der Region schafft das Innovation Valley Rheinland, die Transformation erfolgreich zu gestalten!