Lebensmittelwirtschaft soll Innovationstreiber des Strukturwandels werden
Lebensmittelwirtschaft als Schlüsselbranche im Strukturwandel
Im Fokus der Diskussion über Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Branche standen insbesondere die Innovationsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen, der Fachkräftemangel sowie die Frage, wie neue Ideen schneller ihren Weg aus Forschung und Entwicklung in die betriebliche Praxis finden können.
„Der Strukturwandel gelingt nur, wenn wir auf den wirtschaftlichen Stärken unserer Region aufbauen und sie konsequent weiterentwickeln. Die Lebensmittelwirtschaft bildet mit der Landwirtschaft, der Industrie, der Logistik und dem Handel wie kaum eine andere Branche die gesamten Wertschöpfungskette in der Region ab. Sie besitzt das Potenzial, Innovationen hervorzubringen und neue Perspektiven für das Rheinische Revier zu schaffen. Dafür braucht es starke Netzwerke und einen erfolgreichen Transfer von Wissen in die Praxis“, sagte Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Zukunftsagentur Rheinisches Revier.
Die Bedeutung der Branche für das Rheinische Revier lässt sich auch mit Zahlen belegen: Knapp 17.000 Menschen arbeiten in der Region in der Nahrungs- und Futtermittelindustrie. Damit ist rund jeder siebte Beschäftigte dieses Industriezweigs in Nordrhein-Westfalen im Rheinischen Revier tätig. Dass die Konferenz in Neuss stattfand, war kein Zufall. Als Leuchtturmstandort des Strukturwandels verfügt die Stadt über eine leistungsfähige Lebensmittelindustrie, moderne Logistikstrukturen und eine enge Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft. Hier entstehen wichtige Impulse, die weit über die Stadtgrenzen hinaus in das gesamte Rheinische Revier wirken.
Die Fachvorträge und Diskussionen stellten heraus, dass Innovation weit mehr bedeutet als die Entwicklung neuer Produkte. Neue Technologien, digitale Lösungen, offene Innovationsprozesse und Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette gewinnen zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig wurde deutlich, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen Unterstützung benötigen, um Innovationen neben dem Tagesgeschäft erfolgreich umzusetzen. Netzwerke und Transferorganisationen spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Foodineum als Beispiel für gelungenen Innovationstransfer
Das Foodineum ist ein aus Mitteln des Strukturwandels gefördertes Ankerprojekt im Rheinischen Revier. Gemeinsam umgesetzt vom Rhein-Kreis Neuss und der Hochschule Niederrhein, entwickelt es sich zu einer Innovations- und Transferplattform für die Lebensmittelwirtschaft. Ziel ist es, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weitere Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette miteinander zu vernetzen und Innovationen schneller in die Praxis zu überführen. Das Projekt wird mit rund 5,88 Millionen Euro gefördert und leistet einen Beitrag zur wirtschaftlichen Transformation und Zukunftsfähigkeit des Rheinischen Reviers.
Strategisches Kompetenzfeld der zweiten Förderphase
Die Lebensmittelwirtschaft nimmt auch im Positionspapier des Rheinischen Reviers für die zweite Förderphase des Strukturwandels eine strategische Rolle ein. Als Bestandteil der Bioökonomie verbindet sie unterschiedliche Wirtschaftsbereiche und eröffnet neue Chancen für Wertschöpfung und regionale Resilienz. Im Positionspapier des Rheinischen Reviers für die zweite Förderphase des Strukturwandels wird sie daher ausdrücklich als strategisches Kompetenzfeld benannt.