Zukunft im Blick: Projekt MehrWertRevier motiviert zu nachhaltigem Konsum
Drei Beispiele wie das Projekt MehrWertRevier der Verbraucherzentrale NRW mit vielfältigen Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Citizen Science, Engagement sowie Information und Motivation die Menschen im Rheinischen Revier für mehr Nachhaltigkeit im Alltag sensibilisiert und zum Mitmachen motiviert. Denn damit die Entwicklung zu einer nachhaltigen Region gelingt, ist – neben den großen technischen und wirtschaftlichen Innovationen an Universitäten und in Unternehmen – auch die Beteiligung aus der Bürgerschaft wichtig. Dies sah auch die Landesregierung NRW so und zeichnete MehrWertRevier als eines von 19 Ankerprojekten aus, mit denen die „Transformation des Reviers maßgeblich vorangetrieben“ wird.
Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Programms „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen“ (KoMoNa). Hauptfördermittelgeber ist das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz, nukleare Sicherheit (BMUKN), ergänzende Mittel stellt das Land NRW bereit.
Nachhaltigkeit macht Schule
Im Handlungsfeld „Bildung“ wurden bis April 2025 ca. 1.600 Jugendliche und junge Erwachsene in 80 Workshops erreicht. Thematisch standen nachhaltige Geldanlagen, Ernährung sowie Ressourcenschonung im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Schulen und lokalen Initiativen konnte MehrWertRevier zudem konkrete Projekte umsetzen: In Neuss entstand eine Fahrrad-Reparatur-AG, in Brühl wurden Hochbeete errichtet, in Weilerswist beteiligten sich 140 Schülerinnen und Schüler an einer Clean-Up-Aktion. Ein weiteres Highlight ist der nachhaltige Stadtrundgang durch Inden, der in Zusammenarbeit mit dem Jugendparlament und über die App „Actionbound“ realisiert wurde. Bürgermeister Stefan Pfennings und Ortsbürgermeister unterstützten das Projekt öffentlichkeitswirksam.
Mehr als 50 ehrenamtliche Bürgerwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler engagierten sich in drei partizipativen Forschungsprojekten – zu nachhaltiger Energie („Solar – na klar!“), Mobilität („Alte Dörfer, neue Wege“) und Ernährung („Food facts – Gemeinsam zum Durchblick“). Im Energie-Projekt wurde untersucht, wie sogenannte Peer-Effekte die Verbreitung von Steckersolargeräten fördern können. Im Bereich Mobilität wurde ein Konzept für eine Ringbuslinie rund um den Tagebau Garzweiler II entwickelt. Das Ernährungsprojekt beschäftigt sich derzeit mit der Förderung nachhaltiger Ernährungskompetenz („Food Literacy“) in der Region.
Engagement fördern, Initiativen vernetzen
Zur Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements fanden 43 Workshops mit rund 680 Teilnehmenden statt. Die Veranstaltungsreihe „Reviergespräche“ bringt Engagierte und Kommunalvertreterinnen und -vertreter an einen Tisch, um gemeinsam Nachhaltigkeitsstrategien für Städte und Kreise zu entwickeln. Beim „Initiativen-Speed-Dating“ im März 2025 in Mönchengladbach trafen z.B. rund 70 Bürgerinnen und Bürger auf 15 lokale Nachhaltigkeitsprojekte – ein Format, das den direkten Austausch und neue Kooperationen fördert.
Große Reichweite durch Ausstellungen und Online-Präsenz
Auch im Bereich „Information und Motivation“ ist das Projekt erfolgreich aktiv: Rund 8.400 Verbraucherinnen und Verbraucher wurden bei Mitmachaktionen und durch die Wanderausstellung „Konsum im Wandel – Machen wir’s nachhaltig!“ vor Ort erreicht. Seit Mai 2024 tourt sie durch das Revier und machte bisher unter anderem in Dormagen, Mönchengladbach, Bergheim, Euskirchen, Gangelt, Nettersheim und Heinsberg Station. Zusätzlich spricht MehrWertRevier die Menschen über eine Website, Social Media-Kanäle und digitale Tools an. Der digitale „Mitmach-Kompass“ zeigt eine große Vielzahl ehrenamtlicher Initiativen, die sich in der Region für Klima- und Ressourcenschutz einsetzen. Bürgerinnen und Bürger bekommen so Orientierung, wo sie selbst aktiv werden können – von Reparatur-Cafés über Gemeinschaftsgärten bis hin zu Fahrrad-Clubs. Die ebenfalls online verfügbare „Mitmach-Challenge“ motiviert dazu kleine Taten für einen nachhaltigen Alltag in begrenztem Umfang einmal auszuprobieren, wie z.B. 30 Tage vegetarisch zu essen. Als Transfer-Produkt aus dem Bürgerwissenschaftsprojekt zu Steckersolar ist ein Video entstanden, das unter dem Titel „Solar – Na klar!“ zeigt, wie einfach die Solarstrom-Produktion auf dem Balkon oder dem Garagendach gelingt.
Mit diesem Zwischenstand zeigt MehrWertRevier, wie zivilgesellschaftliches Engagement, Bildung und praktische Ansätze Hand in Hand gehen können, um nachhaltigen Wandel in der Region aktiv zu gestalten. Für Austausch und Vernetzung steht das Projektteam gerne zur Verfügung!
Alle Informationen zum Projekt finden Sie hier:
Kontakt:
Dr. Jonas Grauel
Projektleiter