Mit einem feierlichen Spatenstich begann Microsoft in Bergheim den Bau des ersten von drei Rechenzentren, so genannten Hyperscalern, im Rheinischen Revier. Das Projekt soll die digitale Infrastruktur für Künstliche Intelligenz und Cloud-Computing stärken und stellt einen Meilenstein für die KI-Transformation in Deutschland dar.
Die geplanten Rechenzentren in Bergheim, Bedburg und Elsdorf sollen zusätzliche Kapazitäten für Cloud- und KI-Anwendungen schaffen. Agnes Heftberger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, betonte die Bedeutung des Projekts: „Heute ist ein großer Tag – für uns als Unternehmen genauso wie für unsere Kunden und Partner. Wir helfen mit, dass Deutschland Rechenzentrumsland wird.“
Für Microsoft spielt das Rheinische Revier als Standort eine besondere Rolle. Die Region steht exemplarisch für den Wandel in der Energieerzeugung. Da „hier über Jahrzehnte immer wieder Neues ausprobiert wurde und hier auch der Mut entsteht, die Energie nicht mehr aus Kohle zu gewinnen, sondern ein Standort für Zukunftstechnologie zu sein“, habe man sich für das Rheinische Revier entschieden, sagte Heftberger. „Wir bauen hier die Basis für Künstliche Intelligenz.“
Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger: „Wir freuen uns, dass internationale Top-Unternehmen wie Microsoft mit Milliardeninvestitionen in Deutschland bauen. Das ist ein klares Bekenntnis und eine Auszeichnung für unseren Digital-Standort.“
Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen: „Mit dem Spatenstich für die Microsoft Hyperscaler-Rechenzentren beginnt im Rheinischen Revier die neue digitale Zeitrechnung. Dass das Großprojekt jetzt in die Umsetzung geht, ist ein starker Impuls für Innovationen, neue Arbeitsplätze, Wohlstand, soziale Sicherheit und die Zukunft unseres Landes.“
Insgesamt investiert der US-Konzern 3,2 Milliarden Euro. Die Landesregierung NRW verknüpft damit den Anspruch, NRW zur Digitalregion Nummer 1 in Europa zu entwickeln. „Wir sind auf dem besten Weg dorthin", sagte Wirtschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen Mona Neubaur. Diese Transformation werde mit der Klimaneutralität einhergehen.
Netzstabilität und Versorgungssicherheit: Westnetz baut Umspannanlage
Für die Energieversorgung des Standorts baut die Westenergie-Tochter Westnetz eine neue Umspannanlage in Bergheim. Sie soll die technischen Voraussetzungen schaffen, um das Rechenzentrum zuverlässig an das Stromnetz anzubinden und leistungsintensive Anwendungen zu ermöglichen.
Dr. Robert Denda, Vorstandsvorsitzender der Westenergie AG, betont die Bedeutung leistungsfähiger Netze: „Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und seiner Regionen hängt maßgeblich von starken Stromnetzen ab.“
Rechenzentrumskühlung neu gedacht: Innovation ohne Wasserverbrauch
Einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit von IT-Infrastruktur leistet ein neues Kühlsystem, das ohne Wasserverdunstung arbeitet. Das Kühlwasser zirkuliert in einem geschlossenen Kreislauf, sodass nach dem Befüllen nahezu kein Wasser nachgefüllt werden muss.
Darüber hinaus plant Microsoft Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung der Flächen rund um die Anlagen. Dazu gehören unter anderem Baumpflanzungen, Grünflächen sowie Ausgleichsflächen für Tiere und Pflanzen. So wurden beispielsweise in Zusammenarbeit mit den Kommunen Flächen für Feldlerchen gesichert, und eine rund 4,5 Hektar große Fläche soll gezielt zur Förderung der Biodiversität genutzt werden.
Neue Chancen für Fachkräfte und Bildung
Neben dem Ausbau der Infrastruktur engagiert sich Microsoft auch in der Qualifizierung und Weiterbildung von Fachkräften. Ziel ist es, Fachkräfte für die Arbeitswelt im KI-Zeitalter auszubilden und neue Perspektiven in der ehemaligen Kohleregion zu schaffen.
Bereits rund 10.000 Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen haben am Fortbildungsprogramm „KI-Skilling.NRW“ teilgenommen. Außerdem sollen künftig Auszubildende und Ausbildungspersonal mit einem neuen Schulungsangebot praxisnah an KI-Kompetenzen herangeführt werden.
Mit dem Bau der drei Rechenzentren will Microsoft somit nicht nur digitale Infrastruktur schaffen, sondern auch neue Impulse für Innovation, Qualifizierung und wirtschaftliche Entwicklung im Rheinischen Revier setzen.
Microsoft zählt zu den weltweit führenden Technologieunternehmen und investiert verstärkt in digitale Infrastruktur und KI. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen mehr als 3.000 Mitarbeitende und arbeitet mit rund 30.000 Partnern zusammen, um Unternehmen bei der digitalen Transformation zu unterstützen.