Der neue Aussichtsturm auf der Sophienhöhe nimmt konkrete Gestalt an: Nach Abschluss der Verhandlungsphase steht der Siegerentwurf fest. Der rund 40 Meter hohe Turm wird am höchsten Punkt der Sophienhöhe errichtet und soll künftig als markante Landmarke den Wandel im Rheinischen Revier sichtbar und erlebbar machen. Von hier aus eröffnet sich ein weiter Panoramablick über die rekultivierte Landschaft sowie die künftigen Tagebauseen.
Ausgewählt wurde der Entwurf von OKF Architekten aus Osnabrück, der bereits im November 2025 im Rahmen des Realisierungswettbewerbs mit dem 1. Preis ausgezeichnet worden war. Der Entwurf setzt auf eine eigenständige, dynamische Formensprache. Charakteristisch sind versetzte und leicht gedrehte Holzlamellen, die dem Turm eine bewegte, fast tänzerische Erscheinung verleihen. Gleichzeitig fügt sich der Baukörper sensibel in die Topografie der rekultivierten Landschaft ein – beinahe so, als wachse er aus ihr heraus.
Auch konzeptionell steht der Dialog mit der Landschaft im Mittelpunkt. „Der Aussichtsturm ist als Teil der Landschaft gedacht. Von hier aus lassen sich die Dimensionen und Zusammenhänge in ihrer Gesamtheit erfassen. Er schafft Orientierung und Ausblicke, ohne sich in den Vordergrund zu drängen“, sagt Marie Schuler, Projektleiterin der NEULAND HAMBACH GmbH. Der Aufstieg wird dabei selbst zum Erlebnis: Abwechslungsreiche Blickachsen, Durch- und Ausblicke sowie Zwischengeschosse mit Aufenthaltsbereichen und Informationstafeln zum Strukturwandel begleiten den Weg nach oben.
Die Konstruktion basiert auf einer tragenden Holzstruktur mit hohem Vorfertigungsgrad. Der Bereich rund um den Turm wird als Rastplatz gestaltet und über die bestehenden Wege erschlossen. Zudem wird der Aussichtsturm eine zentrale Station der geplanten Gipfelroute, die das Besucher- und Informationszentrum mit weiteren Hochpunkten der Sophienhöhe verbindet.
In den kommenden Monaten wird der Entwurf weiter ausgearbeitet und präzisiert. Parallel laufen unter anderem Artenschutzuntersuchungen, um das Projekt sowohl während der Bauphase als auch im späteren Betrieb möglichst schonend in die Umgebung einzubetten.
Teil des Projekts „Naturerlebnis Sophienhöhe“
Der Aussichtsturm ist eines von fünf Vorhaben im Förderprojekt „Naturerlebnis Sophienhöhe“. Ziel ist es, die rund 16 Quadratkilometer große, rekultivierte Halde des Tagebaus Hambach schrittweise für neue Freizeit- und Naherholungsangebote zu öffnen und gleichzeitig sensible Naturbereiche zu schützen. Naturschutz, Erholung und Umweltbildung werden dabei gezielt miteinander verbunden.
Geplant ist unter anderem ein erweitertes Wegenetz mit Themenwegen, Spiel- und Bohlenwegen sowie ausgebauten Rad-, Reit- und Mountainbike-Strecken. Zentrale Einstiegsorte mit Infrastruktur und Information sollen Besucherinnen und Besucher gezielt lenken und die Aufenthaltsqualität erhöhen. Weitere Aussichtsplattformen und landschaftliche Highlights ergänzen das Angebot.
Mit dem Aussichtsturm als neuem Wahrzeichen wird die Sophienhöhe nicht nur als Ausflugsziel weiter gestärkt, sondern auch als sichtbares Zeugnis des tiefgreifenden Strukturwandels im Rheinischen Revier.
Weitere Informationen zum Siegerentwurf:
Aussichtsturm Sophienhöhe