Keyenberg Küsterhaus und Vierkanthof
© Zweckverband Landfolge Garzweiler

Neue Impulse für Kunst und Kultur am Tagebaurand: Projekt „InKuLand“ startet

11. Dezember 2025

Der Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler startet mit „InKuLand“ ein umfassendes Vorhaben, das die künstlerische und kulturelle Auseinandersetzung mit dem Strukturwandel rund um den Tagebau Garzweiler in den Mittelpunkt stellt. Ziel des Projekts ist es, die tiefgreifenden Veränderungen der Landschaft sowie der umliegenden Dörfer sichtbar zu machen und erlebbar zu gestalten. Innovative Formen der Beteiligung sollen dazu beitragen, dass Kunst und Kultur neue Perspektiven eröffnen und ein zeitgemäßes Heimatgefühl fördern.

Die Dörfer am Tagebaurand als Ausgangspunkt

Der Projektraum konzentriert sich auf Bereiche des unmittelbaren Tagebauumfelds zwischen Jüchen-Hochneukirch und Holzweiler sowie auf fünf Ortschaften im Stadtgebiet Erkelenz. Die fünf Dörfer bleiben trotz nahezu vollständiger Umsiedlung erhalten und sollen nun zu sogenannten Zukunftsdörfern weiterentwickelt werden. „Unsere Aufgabe ist es, Keyenberg, Kuckum, Berverath sowie Unter- und Oberwestrich zu Zukunftsdörfern zu entwickeln. Gleichzeitig wollen wir im Gebiet des jetzigen Tagebaus insgesamt einen Raum der Zukunft gestalten. Denn die Steigerung der Lebensqualität für alle Menschen der Region ist eine wichtige Aufgabe im Strukturwandel. Kultur kann dazu einen wertvollen Beitrag leisten“, erklärt Stephan Muckel, 1. stellvertretender Verbandsvorsteher und Bürgermeister von Erkelenz.

Ein zentraler Baustein ist der Umbau zweier historischer Gebäude im Ortskern von Keyenberg zu Atelier- und Werkstatthäusern. Ein alter Bauernhof und das ehemalige Küsterhaus sollen zu Treffpunkten für Kunstschaffende und Dorfgemeinschaft werden. Ein Residenzprogramm ermöglicht es Künstlerinnen und Künstlern, zeitweise vor Ort zu arbeiten. Die Auswahl übernimmt ein fachlicher Beirat. „Wir wollen dazu beitragen, die regionale Entwicklung nach dem Ende des aktiven Tagebaus durch die Menschen und gleichzeitig für die Menschen zu gestalten. Kunst und Kultur können helfen, ein neues Heimatgefühl entstehen zu lassen“, betont Volker Mielchen, Geschäftsführer des Zweckverbands.

Förderung durch Bund und Land

Für die Umsetzung des Projekts erhält der Zweckverband eine Förderung von knapp 2,8 Millionen Euro. Finanziert wird „InKuLand“ durch das Bundeswirtschaftsministerium und das Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Programms „Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten (STARK)“. Die Förderdauer erstreckt sich von November 2025 bis zum 31. Oktober 2029.

Anbindung an bestehende Projekte der Region

Die geplanten Kunstwerke, die im Rahmen des Residenzprogramms entstehen, sollen in den Dörfern sowie direkt am Tagebaurand präsentiert werden und nach und nach ein sichtbares Kunstband rund um den Tagebau formen. Dieses fügt sich nahtlos in das „Blau-Grüne Band Garzweiler“ ein, das aktuell Wege und Aufenthaltsbereiche besonders für den Radverkehr entwickelt. Ergänzend sind regelmäßige Kulturveranstaltungen sowie Präsentationen der Arbeitsprozesse geplant. Auch das entstehende Dokumentationszentrum Tagebau Garzweiler in Erkelenz-Holzweiler wird künftig als Ausstellungs- und Veranstaltungsort eine wichtige Rolle spielen.

Weitere Informationen stehen unter www.landfolge.de/kunst-kultur-tagebaurand zur Verfügung.