Themenroute Rheinisches Braunkohlerevier
© Rheinisches Radverkehrsrevier

Machbarkeitsstudie präsentiert Konzept für neue Themenradroute: Mit dem Rad durch eine Region im Wandel

28. November 2025

„Mit dem Rad auf Zeitreise“ – so lässt sich das Konzept einer neuen Themenroute durch das Rheinische Braunkohlerevier beschreiben. Der Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler hat nun eine Machbarkeitsstudie vorgestellt, die zeigt, wie eine durchgängige, über 150 Kilometer lange Radstrecke die drei großen Tagebaugebiete Hambach, Garzweiler, Inden und mehrere Kreise, Städte und Gemeinden miteinander verbinden kann. Die Analyse ist Teil des Projekts Rheinisches Radverkehrsrevier und skizziert, wie bis etwa 2035 eine hochwertige, abwechslungsreiche Route für Radfahrende realisiert werden könnte.

 

Einblicke in eine Region im Wandel

Im Zentrum des inhaltlichen Konzepts steht der tiefgreifende Strukturwandel: Aus den Tagebauen entwickeln sich in den kommenden Jahrzehnten drei der größten Seen Deutschlands. Gleichzeitig verändert sich die umgebende Landschaft, Orte wurden verlagert, Kraftwerke gehen nach und nach vom Netz. Die Route soll diesen historischen und zukünftigen Wandel erfahrbar machen. Dafür identifiziert die Studie insgesamt 41 sogenannte „Zeitfenster“. Stationen, an denen Radfahrerinnen und Radfahrer die Vergangenheit von etwa 1850 und die Zukunft bis zum Jahr 2100 des Reviers nachvollziehen können. Vorgesehen sind unter anderem Informationszentren an den Tagebauen sowie das stillgelegte Kraftwerk Frimmersdorf, das teilweise als Industriedenkmal bestehen bleibt.

 

Hohe Qualitätsstandards und enge Abstimmung

Für die Planung wurden bestehende Wegeführungen geprüft und Vorarbeiten der Tagebauumfeldorganisationen Neuland Hambach, LANDFOLGE Garzweiler und Indeland eingebunden. Die Route soll technisch hohen Ansprüchen genügen: breite, gut ausgebaute Wege, klare Beschilderung, hochwertige Oberflächen und ein funktionierender Winterdienst. Grundlage bilden die technischen Hinweise für Radvorrangrouten der Forschungsgemeinschaft für Straßen- und Verkehrswesen. Perspektivisch strebt das Projekt eine 4-Sterne-Zertifizierung des ADFC an, die auf definierten Qualitätskriterien beruht.

 

Erarbeitet wurde die Studie von der BTE Tourismus- und Regionalberatung in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsplanungsbüro Kaulen sowie zahlreichen regionalen Partnern, von den Tagebauumfeldorganisationen über das Kompetenznetzwerk Tourismus bis hin zu RWE Power und dem Landschaftsverband Rheinland. Gefördert wurde das Vorhaben über Strukturwandelmittel im SofortprogrammPLUS und im Rahmen des Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetzes Nordrhein-Westfalen.

Der vollständige Abschlussbericht der Machbarkeitsstudie (Oktober 2025, 130 Seiten) steht unter www.radverkehrsrevier.de in der Rubrik Ergebnisse zur Verfügung.