Mona Neubaur in der Textilfabrik 7.0
© Tomas Rodriguez

Innovationen aus dem Rheinischen Revier für ein starkes und zukunftsfähiges Nordrhein-Westfalen

28. August 2026

Das Rheinische Revier entwickelt sich zu einem wichtigen Innovationsstandort für nachhaltige Technologien und neue Wertschöpfung in Nordrhein-Westfalen. Bei ihrer Reise durch das Rheinische Revier hat Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur drei Vorzeigeprojekte in Baesweiler, Düren und Mönchengladbach besucht. Sie zeigen beispielhaft, wie Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam an Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft arbeiten.

Energieeffiziente Halbleiterproduktion in Baesweiler

Erste Station der Reise war die Element 3-5 GmbH in Baesweiler. Halbleiter sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken – vom Smartphone über Computer bis hin zu modernen Fahrzeugen. Gleichzeitig ist ihre Herstellung energieintensiv.

Mit der „Next Level Epitaxie“ hat Element 3-5 ein neues Produktionsverfahren entwickelt, das deutlich energieeffizienter arbeitet. Während bei der Herstellung von Verbindungshalbleitern üblicherweise Temperaturen von mehr als 1.000 Grad Celsius erforderlich sind, kommt das Verfahren des Unternehmens mit rund 300 Grad Celsius aus. Gleichzeitig können dadurch weniger toxische Gase freigesetzt werden.

Die Technologie bietet damit nicht nur Potenzial für eine ressourcenschonendere Halbleiterproduktion, sondern auch für weitere wirtschaftliche Ansiedlungen in der Region. Durch die Ansiedlung von Unternehmen, die die Fertigungstechnologien nutzen und darauf aufbauend neue Projekte entwickeln, könnten Arbeitsplätze im hohen dreistelligen Bereich entstehen.

Modellfabrik Papier: Zukunft für eine energieintensive Branche

In Düren stand mit der Modellfabrik Papier die Zukunft der Papierproduktion im Mittelpunkt. Die Papierindustrie gehört zu den energieintensivsten Industriezweigen. Ziel der Modellfabrik ist es, gemeinsam mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen neue Technologien für eine energieeffizientere und ressourcenschonende Produktion zu entwickeln und unter realitätsnahen Bedingungen zu erproben. Der Energiebedarf der Papierproduktion soll bis 2045 um 80 Prozent reduziert werden.

An dem Projekt arbeiten insgesamt 17 führende Unternehmen der Papier- und Zulieferindustrie sowie unter anderem die RWTH Aachen, die FH Aachen, das Forschungszentrum Jülich, die TU Darmstadt, die Papiertechnische Stiftung und die TU Dresden zusammen. In vier Laboren und einem Technikum sollen neue Verfahren erforscht und für die praktische Anwendung weiterentwickelt werden.

Die Modellfabrik befindet sich derzeit in der Endphase des Baus. Die Fertigstellung wird zum Ende dieses Jahres erwartet. Mit dem anschließenden Betrieb sollen vor Ort rund 30 Arbeitsplätze entstehen. Gleichzeitig soll das Projekt dazu beitragen, langfristig rund 10.000 Arbeitsplätze im rheinischen Papiercluster zu sichern.

Textilfabrik 7.0: Die Textilindustrie der Zukunft

Die dritte Station führte Ministerin Neubaur nach Mönchengladbach zur Textilfabrik 7.0. Das Technologie- und Entwicklungszentrum will die Textilindustrie auf dem Weg in eine klimaneutrale, digitale und kreislauforientierte Zukunft unterstützen.

Dafür arbeiten Forschung und Industrie gemeinsam an neuen Technologien, Produktionskonzepten und innovativen Anwendungen. Energieeffizienz, KI-gestützte Automatisierung, Robotik und Biotechnologie werden miteinander verbunden. Ein Beispiel sind intelligente Textilien, in die Sensoren integriert werden können, die dadurch beispielsweise Vitalfunktionen messen können.

Im nächsten Schritt soll mit dem T7-Park ein Standort entstehen, an dem die Textil- und Bekleidungsindustrie unter klimaneutralen Bedingungen produzieren kann. Langfristig sollen dort bis zu 3.000 zukunftssichere Arbeitsplätze entstehen und damit die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Textilindustrie gestärkt werden.

Innovation als Grundlage für den Strukturwandel

Die drei Projekte machen deutlich, welches Potenzial im Strukturwandel des Rheinischen Reviers steckt. Neue Technologien entstehen nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel von Unternehmen, Forschung und regionalen Akteuren. So werden Innovationen entwickelt, die nicht nur zur nachhaltigen Transformation einzelner Branchen beitragen, sondern zugleich neue wirtschaftliche Perspektiven und Arbeitsplätze schaffen können.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur betont: „Im Rheinischen Revier bauen wir das, was die Welt braucht: Halbleiter sind eines der begehrtesten Güter weltweit – zu oft kommen sie aus Asien oder den USA. Hier zeigen wir: Wir können das selbst, in Europa, in Nordrhein-Westfalen. Damit machen wir uns auch ein Stück souveräner. Dazu kommen im Rheinischen Revier Zukunftsjobs in Papier und Textilien. Tausende Arbeitsplätze entstehen oder werden gesichert.“

Die Reise der Ministerin zeigt: Das Rheinische Revier ist ein Ort, an dem konkrete Lösungen für eine nachhaltige und resiliente Zukunft entwickelt werden und an dem Innovationen neue Chancen für Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft schaffen.