Mehr als 100 Fachleute aus Planung, Verwaltung und Verbänden haben sich in Erkelenz zur dritten Jahreskonferenz des Rheinischen Radverkehrsreviers getroffen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die überörtlichen Radverkehrsachsen der Region zügig umgesetzt werden können.
Das Projekt war 2023 gestartet und konzentrierte sich zunächst auf die Entwicklung von Standards für ein komfortables, sicheres und flächendeckendes Netz an Radschnell- und Vorrangrouten. Inzwischen liegen sechs Machbarkeitsstudien für das gesamte Gebiet vor oder sind kurz vor dem Abschluss. Nun rückt die praktische Umsetzung in den Vordergrund. Staatssekretär Viktor Haase vom NRW-Umwelt- und Verkehrsministerium betonte die Bedeutung schneller und pragmatischer Lösungen. Das Rheinische Braunkohlerevier biete mit seinen künftigen Tagebauseen großes Potenzial, den Radverkehr in der Region zu stärken.
Dr. Ralf Kaulen, der das Projekt fachlich begleitet, sieht die Entwicklung einer Realisierungsstrategie als nächsten wichtigen Schritt. Der Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler koordiniert diesen Prozess für die gesamte Region. Zweckverbands-Geschäftsführer Volker Mielchen hob hervor, dass es nun darauf ankommt, den eingeschlagenen Kurs beizubehalten und Maßnahmen so zu steuern, dass ein durchgängiges Netz entsteht. Beispiele aus Belgien, den Niederlanden und München zeigten, dass Kommunikation entscheidend ist, um Akzeptanz zu schaffen.
Projektmanager Jonas Laub verwies auf die Fördermöglichkeiten des Landes NRW. Für die aktuelle Förderperiode können im kommenden Jahr Anträge gestellt werden. Bis 2029 sollen erste Maßnahmen umgesetzt sein, langfristig ist bis 2040 der Bau von mehreren hundert Kilometern Radwegen vorgesehen.
Neben dem Alltagsradverkehr profitiert auch die Freizeitnutzung. Vorgesehen ist eine Themenradroute „Rheinisches Revier“, die die Tagebaugebiete Inden, Hambach und Garzweiler verbindet. Dort sollen in den kommenden Jahrzehnten die größten Seen Nordrhein-Westfalens entstehen. Erste Studien zur touristischen Entwicklung werden bald vorgestellt.
Weitere Informationen zum Thema Radverkehr im Rheinischen Revier finden Sie hier:
Website des Rheinischen Radverkehrsrevier