Vortrag bei der Veranstaltung "Zukunft Blau"
© FiW / RWTH Aachen

Eine Ressource viele Nutzer: Wasser im Rheinischen Revier

20. Juli 2026

Bei der Kooperationsveranstaltung des Projektes AquaRevier und der Zukunftsagentur Rheinisches Revier, unter dem Titel ZUKUNFT BLAU, wurde schon nach dem Keynote-Speaker klar: Das Hauptproblem, wenn es um die Ressource Wasser geht, sind die unterschiedlichen Interessen und die daraus entstehenden Nutzungskonflikte. Anlässlich des 5. Jahrestages der Ahrtalflut am 14. Juli schilderte der Direktor des Instituts für Wasserbau und Wasserwirtschaft der RWTH Aachen, Prof. Dr. Holger Schüttrumpf, den rund 80 Gästen im Super C, dass es beim Hochwasserschutz vor allem nötig ist, die Bremsen zu lösen. Konflikte müssten geklärt werden, die dadurch entstehen, dass alle bei den Flächen in Deutschland, aber auch im Rheinischen Revier mitsprechen wollen: Der Denkmalschutz, Tourismus, Naturschützer, die Bevölkerung und Landwirte. Auch gäbe es finanzielle Hindernisse, mangele es an Personal und Genehmigungsverfahren dauern zu lange.

AquaRevier – ein Projekt stellt sich vor und verbindet Akteue

Das Projekt AquaRevier ist ein interdisziplinäres Verbundprojekt. Projektkoordinator Renè Kremer holte die Experten aus Industrie, Wasserwirtschaft, Wissenschaft und den Kommunen zu Beginn des zweiten Akteurstreffen zunächst zu seinem Projekt ab. Aqua Revier wird mit 1,81 Mio. Euro gefördert, ist im Januar 2025 gestartet und endet zunächst im Dezember 2027. Der Fokus liegt auf fünf Punkten:

  • Talsperrenmanagement
  • Hochwassermangement
  • industrielle Wasserwiederverwendung
  • Niederschlagsmanagement sowie
  • landwirtschaftliche Wassernutzungsstrategien.

222 Förderungen für Klimaanpassungs-Projekte bereits beantragt

In ihrem Vortrag zu Klimaanpassungsprojekten und Fördermöglichkeiten wies Ruth Hausmann, Projektmanagerin für die Grün-blaue Infrastruktur bei der Zukunftsagentur Rheinisches Revier, ergänzend darauf hin, dass der Klimawandel in jedem Strukturwandelprojekt mitgedacht werden muss, und es daher nicht verwunderlich ist, dass bereits 222 Anträge für z.B. Trinkbrunnen, Verschattung, Fassadenbegrünung, etc. in der ersten Förderperiode eingegangen sind.

80% weniger Energiebedarf in der Papierindustrie bis 2045

Die Papierindustrie in Deutschland verbraucht nicht nur viel Energie, sondern auch enorm viel Wasser: 179 Mio. Liter pro Jahr! Bendix Brüggenjürgen, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der RWTH stellte in seinem Best-Practise-Beispiel „trockene“ Alternativen vor: z.B. Papierherstellung aus Faserabfall oder regionalen Materialien wie Hanf oder Zuckerrübenschnitzeln. Weiteren Input gab es u.a. zu Bewässerungsverbänden, der Automatisierung in der Landwirtschaft und in Kleingruppen wurden Handlungsansätze gesammelt. Die Veranstaltung ZUKUNFT BLAU zeigte nicht nur, dass Vernetzung ein wichtiger Faktor ist, sondern dass es nach wie vor einen hohen Gesprächsbedarf gibt.