26. Februar 2026, 14 Uhr: Nur wenige Sekunden – dann war er Geschichte. Der 117 Meter hohe Kühlturm des Kraftwerks Frimmersdorf fiel kontrolliert in sich zusammen. Es ist der erste große Kühlturm eines Braunkohlekraftwerks im Rheinisches Revier, der im Zuge des Kohleausstiegs zurückgebaut wird.
Aus sicherer Entfernung verfolgten zahlreiche Zuschauer die Sprengung. Unter ihnen war auch die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalierung des Landes NRW Ina Scharrenbach: „Der Knall und Fall des Kühlturmes ist kein Abschied – er ist der Startschuss für eine neue Zukunft.“
Mit der Sprengung beginnt sichtbar ein neues Kapitel für das Gelände auf Grevenbroicher Stadtgebiet. Der Rückbau betrifft die nördliche Kraftwerksfläche. Dort stehen aktuell noch die beiden 300-Megawatt-Blöcke „Paula“ und „Quelle“, die in den kommenden Monaten ebenfalls demontiert werden. Die markante historische Maschinenhalle und einige benachbarte Anlagenteile bleiben jedoch erhalten. Sie sind ein Stück Industriegeschichte – und zugleich der Ausgangspunkt für etwas Neues.
Aus dem Kraftwerk wird ein Industriedenkmal – und ein Zukunftsort
Bis 2028 soll der Rückbau abgeschlossen sein. Das Gelände ist Teil einer Gesamtfläche, die gemeinsam vom Land Nordrhein-Westfalen, dem Rhein-Kreis Neuss und der Stadt Grevenbroich über die Zukunfts.Kraftwerk Frimmersdorf Strategie GmbH entwickelt wird.
Auf rund 70 Hektar entsteht hier Schritt für Schritt ein innovativer Gewerbe- und Transformationsstandort. Geplant sind ein Rechenzentrum, das Herzstück eines neuen Digitalparks sowie eine Kreativzone rund um das Thema Digitalisierung. So wird aus einem ehemaligen Standort fossiler Energie ein Ort für Innovation, Entwicklung und Weiterbildung – ein starkes Zeichen für den Wandel im Rheinischen Revier.
Fast 70 Jahre Strom aus Frimmersdorf
Der Bau des Kraftwerks Frimmersdorf II begann 1953. Zwischen 1955 und 1970 gingen mehrere Blöcke ans Netz – darunter auch die beiden 300-Megawatt-Blöcke „Paula“ und „Quelle“. In rund 700.000 Betriebsstunden erzeugten sie gemeinsam 244 Milliarden Kilowattstunden Strom. Rein rechnerisch ließe sich damit der gesamte Strombedarf der Stadt Düsseldorf für etwa 60 Jahre decken. Eine beeindruckende Leistung – und ein bedeutendes Kapitel regionaler Energiegeschichte.
Nun beginnt an gleicher Stelle ein neues: Der Wandel von der Braunkohle zur klimaneutralen Zukunft wird hier sichtbar und erlebbar.
Das Video zum Ende eines Industriegiganten in nur wenigen Sekunden sehen Sie hier: