Frau mit Kindern, die mit Wasser spielen
© shutterstock

Attraktives und resilientes Lebensumfeld gemeinsam gestalten

26. Februar 2026

Jülich, 25.2.2026: Dürre, Hitzeperioden, Starkregen und Überschwemmungen – so genannte Extremwetter-Ereignisse nehmen zu. Deren weltweite Zahl hat sich in den vergangenen fünfzig Jahren verfünffacht, wie aus einem Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hervorgeht.

Mit dem Förderangebot „Klimaanpassung im Rheinischen Revier – Attraktives und resilientes Lebensumfeld gemeinsam gestalten“ unterstützt die Landesregierung NRW Kommunen im Revier und deren Projekte mit insgesamt 60 Millionen Euro (in der größten Förderkategorie A) dabei, sich gegen Extremwetter-Ereignisse besser zu schützen. Das kann eine bessere grüne Infrastruktur sein, also z.B. eine Dach- und Fassadenbegrünung oder die Pflanzung von klimabeständigen Baum- und Straucharten. Es werden aber auch Maßnahmen gefördert, die auf einen verbesserten Boden- und Flächenschutz einzahlen. Projekte gehören dazu, die zur Biodiversität beitragen, wie zur Umweltgerechtigkeit oder zum Schutz von Gewässern, sowie zur menschlichen Gesundheit bzw. zum Erhalt der Lebensqualität. Dazu zählen z.B. Beschattungsmaßnahmen oder die klimaresiliente Gestaltung von Schulhöfen.

Dr. Ruth Hausmann, Projektmanagerin Grün-blaue Infrastruktur und Klimaanpassung der Zukunftsagentur Rheinisches Revier: „Die Grünblaue Infrastruktur und naturnahe Lösungen, sind zentraler Baustein für den Strukturwandel im Rheinischen Revier. Mit Hilfe der geförderten Projekte, wollen wir die Kommunen für die Zukunft aufstellen, widerstandsfähiger machen gegenüber den Folgen des Klimawandels und gleichzeitig die Lebensqualität für die Menschen in der Region erhöhen.“

Das Förderangebot „Klimaanpassung im Rheinischen Revier – Attraktives und resilientes Lebensumfeld gemeinsam gestalten“ ist eines von drei Angeboten, die Anfang letzten Jahres das NRW-Umweltministerium gestartet hat. Unter dem Programm REVIER.GESTALTEN werden neben der Klimaanpassung auch Kreislaufwirtschaft und Naturschutz im Rheinischen Revier gefördert. 

44 Anträge wurden seit Start des Förderangebotes zur Klimaanpassung bis Ende 2025 eingereicht, zahlreiche davon sind bisher bewilligt. Antragsberechtigt waren und sind die Stadt Mönchengladbach, die Städteregion Aachen, die Kreise Düren, Euskirchen, Heinsberg, der RheinErft-Kreis, der Rhein-Kreis Neuss sowie alle Kommunen dieser Kreise und Gemeindeverbände, wie Zweckverbände, und deren Eigengesellschaften und kommunale Unternehmen.

Grüne Klassenzimmer für die Städteregion Aachen

16 der eingereichten Projekte befinden sich in der Städteregion Aachen. Hier sind auffällig viele Schulen, die Bedarf angemeldet haben. Das städtische Gymnasium in Würselen möchte den Schulhof umbauen und ein grünes Klassenzimmer errichten: Stühle im Freien, ein Ort, der das Lernen mit allen Sinnen durch hautnahe Naturerfahrungen ermöglicht und die Motivation der Jugendlichen steigert. 

Bereits bewilligt – und zwar mit 1,77 Millionen Euro - sind die Entsiegelungs- und Umgestaltungsmaßnahmen an der Würselener Verkehrsader „Am Kaiser“ und des Schulhofes der Grundschule Scherberg. Um gleich 13 städtische Schulen geht in einem bereits bewilligten Projekt in Eschweiler. Hier sollen sämtliche Aufenthaltsbereiche beschattet werden. Auch von der Stadt Aachen wurden zwei Projekte zur Förderung eingereicht: In der Grundschule Feldstrasse sowie der Aachener Gesamtschule möchte man vor allem Klimaanpassungen auf den Dächern und an den Fassaden vornehmen – für zusammen insgesamt knapp 1,6 Millionen Euro.

Trinkwasser am Indemann

Fünf der eingereichten Projekte befinden sich im Kreis Düren. So braucht z.B. das Freizeitzentrum am Aussichtsturm in Inden, dem Indemann einen Trinkwasserbrunnen. Fast 3,8 Millionen Euro benötigt Nörvenich für diverse Klimaanpassungsmaßnahmen. Hier sind z.B. auch ein Trinkbrunnen sowie Verschattungselemente an einer Grundschule geplant. 

Klimaring um Zülpich

Drei der eingereichten Projekte befinden sich im Kreis Euskirchen. Zülpich möchte das Dach des Rathauses begrünen, sowie einen „Klimaring“ rund um Stadt und Martinskirche ziehen. Das bedeutet, dass die vorhandenen wasserundurchlässigen Wege/Straßen des Stadtmauerrundwegs entsiegelt oder zurückgebaut werden und anschließend durch wasserdurchlässiges Pflaster ersetzt werden. Die Stadt Euskirchen muss grüner werden – auch dafür wurde ein entsprechender Antrag auf Förderung eingereicht.

Neue Beete für Heinsberg

Zehn der eingereichten Projekte befinden sich im Kreis Heinsberg. Drei davon – für insgesamt rund 110.000 Euro - sind sogar schon bewilligt: Die Dachbegrünung des Gymnasiums in Übach-Palenberg, die Verschattungsmaßnahmen an der städtischen Kindertagesstätte Heinsberg-Oberbruch sowie die Sanierung der Pflanz-/Baumbeete entlang der Kempener Straße in Heinsberg.

Hitzeschutz und Schatten für den Rhein-Erft-Kreis

Vier der eingereichten Projekte befinden sich im Rhein-Erft-Kreis. Hier sollen Mittel in Höhe von knapp 1,7 Millionen Euro bereitgestellt werden. Geplant sind Sonnenschutzmaßnahmen für mehrere Grundschulen und Kitas, sowie allgemeine Klimaanpassungsmaßnahmen in Brühl. Unter dem Leitsatz „Elsdorf wird Schwammstadt“ werden 62 veraltete und ungenutzte Baumscheiben wiederbelebt, z.B. durch unterirdische Speicher- und Versickerungssysteme für Regenwasser, Entsiegelung oder aber auch durch die Neupflanzung von klimaresilienten Bäumen. Geplant ist auch die Verschattung des Rathauses in Erftstadt-Liblar.

Sonnenschirme und Sonnensegel für den Rheinkreis Neuss

Fünf der eingereichten Projekte befinden sich im Rheinkreis Neuss. Jüchen will vor allem wasserwirtschaftliche Maßnahmen umsetzen, wie den Bau eines Regenrückhalteraumes "Am Broicher Weg" mit einer beabsichtigten Förderung von 1,6 Mio. Euro. Dormagen möchte seine Schul- und Kitahöfe mit Sonnensegeln und Schirmen ausstatten und auch in Rommerskirchen sind vielfältige Klimaanpassungsmaßnahmen für knapp 210.000 Euro angedacht. 

80 Mio. Euro sind im Fördertopf – Anträge noch bis Juni möglich

Für das Förderangebot „Klimaanpassung im Rheinischen Revier“ stehen rund 80 Millionen Euro in allen drei Kategorien aus Mitteln des Investitionsgesetzes Kohleregionen zur Verfügung. In der Kategorie A wurden bisher knapp 38 Mio. Euro beantragt für insgesamt 84 geplante Einzelmaßnahmen. U.a. 19 Projekte beschäftigen sich mit dem Thema Verschattung, 18 mit der Pflanzung von klimaresilienten Bäumen und Sträuchern, 14 mit der Begrünung von Schulen und Kitas sowie elf mit dem Thema Entsiegelung. 

Noch bis Ende Juni können Anträge in der Kategorie A bei der Bezirksregierung Köln gestellt werden. Weitere Informationen zum Förderprogramm „Klimaanpassung im Rheinischen Revier - Attraktives und resilientes Lebensumfeld gemeinsam gestalten“ - in unserem Förderwegweiser:

FÖRDERWEGWEISER