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Verifizierbare elektronische Reinigungszertifikate für die (petro-)chemische Industrie am Beispiel einer Pilotimplementierung im Rheinischen Revier

Auf einem Entsorgungszentrum eines Chemparks kam es 2021 zu einer Explosion, die sieben Menschen tötete und 31 weitere Personen schwer verletzte. In einem stationären Tank für Chemikalien kam es zu einer ungewollten Reaktion, welche zu einer chemischen Selbsterwärmung und letztlich einer Explosion führte. Logistikunternehmen für die (petro)chemische Industrie, wie die TALKE Gruppe aus Hürth im Rheinischen Revier, sind bei jeder Tankwagenfahrt der o. g. Gefahr ausgesetzt. Aktuell dokumentieren die von der EFTCO definierten European Cleaning Documents  (ECD) auf Papierbasis die durchgeführten Reinigungsarbeiten. Da die von spezialisierten Tankreinigern durchgeführten Reinigungen zeit- und kostenintensiv sind und das Speditionsgeschäft einem hohen Kostendruck unterliegt, bieten Papierdokumente im internationalen Wettbewerb keine ausreichende Sicherheit, um sowohl die sicherheits- und qualitätsorientierten Spediteure als auch deren Kunden vor verunreinigten oder auch gefährlichen Lieferungen zu schützen. Diese Kooperationsprojekt bestehend aus einem Anwender, einem IT/Blockchain Unternehmen und einem Forschungsinstitut wird ein verifizierbares, elektronisches Reinigungszertifikat (verifiable Cleaning Document – vECD) auf Basis der Blockchain -Technologie entwickeln, mit dem fälschungssicher und nachvollziehbar geprüft werden kann, ob eine Reinigung und deren Prüfung durchgeführt wurde. Die TALKE Gruppe kann durch ihr breites Logistikangebot und Netzwerk alle für den Use Case notwendigen Partner stellen: TALKE repräsentiert zum einen den Spediteur, der seine Tanks mit einer digitalen Identität ausstatten kann und zum Schutz seiner Mitarbeitenden und Fahrzeugflotte darauf angewiesen ist, sich auf das Reinigungszertifikat verlassen zu können. Zum anderen betreibt die TALKE Gruppe auch eine eigene Tankreinigungsanlage, die ebenfalls mit einer digitalen Identität ausgestattet werden kann und von der das vECD ausgestellt wird. Bei erfolgreicher Realisierung ergeben sich folgende Vorteile: Produzenten von (petro-)chemischen Produkten sind darauf angewiesen, dass Ihre hochqualitativen Chemikalien in eben dieser Qualität beim Kunden ankommen. Durch das vECD können sie sichergehen, dass es zu keinen Verunreinigungen in den Tanks der Spediteure kommt und ihre Kunden genau die Ware bekommen, die sie laut Spezifikation auch benötigen. Tankreinigungsanlagen müssen nicht nur die Tanks von den Chemikalien befreien, sondern auch die dadurch mit den Chemikalien kontaminierten Dampf- und Wasserressourcen fachgerecht entsorgen. Durch das vECD können sie sichergehen, dass die Informationen über den alten Tankinhalt korrekt sind und die richtigen Entsorgungsschritte eingeleitet werden. Spediteure müssen komplexe Logistikrouten planen, weswegen keine inkompatiblen Stoffe nacheinander oder für eine gewisse Anzahl an Fahrten geladen werden dürfen. Durch das vECD können sie sichergehen, dass ihre Tanks frei von Chemikalienresten sind und keine lebensgefährlichen Reaktionen oder Verunreinigungen des Folgeguts resultieren. Durch die Verkettung von vECDs der letzten Fahrten entsteht ein lückenloses Tanklogbuch. Kunden von chemischen Produkten müssen sich auf die Qualität der Ware verlassen können. Durch das vECD können sie sichergehen, dass die geforderte Spezifikation auch geliefert wird. Im Schadensfall erlaubt das vECD die lückenlose Nachvollziehbarkeit aller Ereignisse.  Mit dem Projekt wird somit ein sicherheitskritischer, und bislang papierbasierter Prozess digitalisiert. Damit werden Arbeitsplätze in diesem Gewerbe gesichert und neue, innovative Wege zur Bereitstellung der umfassten Dienstleitungen erschaffen. Im Rheinischen Revier wird in Abstimmung mit internationalen Verbänden (ECTA) der Grundstein für eine europäische Lösung gelegt. Europaweit existieren 510 Reinigungsanlagen und über 200 Chemieproduzenten, von denen sich 20 im Rheinischen Revier befinden. Durch ein späteres Joint Venture soll das vCD daher auch (inter-)national vermarktet werden.
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