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Grünes Netz Rheinisches Revier

Wir befinden uns mitten im sechsten Massenaussterben der Erdgeschichte. Die Ursachen sind vielfältig, haben aber alle eines gemeinsam: sie sind von Menschen gemacht. Diese Biodiversitätskrise zählt neben der Klimakrise zu den großen Herausforderungen der weltweiten Staatengemeinschaft. Viele Wissenschaftler werten die Biodiversitätskrise mit ihrem Zusammenbruch von Nahrungsnetzen sogar als die größte Herausforderung für die Menschheit. Das Rheinische Revier liegt dabei wie unter einem Brennglas: in kaum einem anderen Gebiet sind die natürlichen Lebensgrundlagen in dieser intensiven Weise über einen solch langen Zeitraum beeinträchtigt worden. Gleichzeitig bietet der Strukturwandel die einmalige Chance, eine Region neu zu entwickeln, in welcher Menschen in vollständig nachhaltiger Weise leben und wirtschaften - und dabei eine europäische Modellregion der Nachhaltigkeit begründet wird. Immanenter Bestandteil dieser Nachhaltigkeit ist der Schutz und die Restitution intakter, artenreicher Lebensräume, einer vielfältigen Flora und Fauna - einer biologischen Vielfalt, die allen Menschen alle Ökosystemleistungen dauerhaft gewährt. Wie wichtig dies den Menschen im Rheinischen Revier ist, zeigen die Ergebnisse der Bürgerversammlung Bioökonomierevier: quer durch alle 21 Forderungen fand Natur und ihr Erhalt die größte Zustimmung1. Denn neben anderen Themenfeldern zählt die Erholung zu den wesentlichen Daseinsgrundfunktionen. Die Umstände der Pandemie und die damit verbundenen Konflikte in Schutzgebieten haben eindrucksvoll dokumentiert, dass die urbanen Zentren und ihre Umgebung in Nordrhein-Westfalen Erholungsgebiete in viel zu geringem Umfang vorhalten und ihre Dimensionen vielfach in einem Missverhältnis zu der Bevölkerungsgröße stehen. Wie am Beispiel des Nationalparks Eifel deutlich wurde gilt dies auch für touristische Ziele des ländlichen Raums in NRW. Der Strukturwandel bietet auch hier die einmalige Chance, eine Region zu entwickeln, die erstmals allen Daseinsgrundfunktionen gerecht wird und damit Umweltgerechtigkeit umfassend ermöglicht. Hierzu zählen zum Beispiel auch der uneingeschränkte Zugang zu sauberem Wasser, zu sauberer Luft und gesunden Nahrungsmitteln. Diese Nachhaltigkeitsziele sind untrennbar verbunden mit intakten und damit artenreichen Ökosystemen. Das Rückgrat des Rheinischen Reviers für diese lebendige Vielfalt muss eine grün-blaue Infrastruktur, ein zusammenhängendes Freiraumsystem aus Schutzgebieten, aus ungenutzten und nachhaltig genutzten Landschaftsbestandteilen bilden. Ein Netzwerk aus unterschiedlichsten Lebensräumen, aus Wäldern, Offenlandhabitaten und Gewässern, die miteinander, aber auch mit angrenzenden Naturräumen und Großlandschaften verbunden sind. Es ist das rheinische Pendant zum Grünen Band im Osten, vernetzt mit dem Grünen Wall im Westen2. Wir nennen es das „GRÜNE NETZ“.  „Nur was wir kennen können wir schützen“ - gemäß diesem populären Leitspruch der Umweltbildung steht das GRÜNE NETZ auch für die Vermittlung der Naturschätze und für eine naturschutzkonforme Teilhabe der Gesellschaft an dieser grünen Infrastruktur. Die für diese Vermittlung erforderlichen Schnittstellen sollen als Revierportalenetz, an welches wiederum Rundwanderwegenetze angeknüpft sind, integraler Bestandteil des GRÜNEN NETZES sein.   1CURE ECON (2021): Bürgerversammlung Bioökonomierevier – Empfehlungen für Bioökonomie und nachhaltige Flächennutzung im Rheinischen Revier 2https://www.bund.net/themen/naturschutz/gruener-wall-im-westen/
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