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Biologisierung des Bauwesens

Das Ziel, existenzielle Bedrohungen infolge des Klimawandels sowie anhaltender Umweltzerstörung zu minimieren und Europa zu einem klimaneutralen Kontinent zu entwickeln, stellt Regionen, wie das Rheinische Revier vor große strukturpolitische Herausforderungen. Das Rheinische Revier, das durch den Abbau fossiler Energieträger geprägt ist, soll zukünftig Vorreiter auf dem Themengebiet des nachhaltigen CO2-neutralen Bauens mit biogenen Roh- und Reststoffen werden. Die Bauindustrie verursacht 35% des weltweiten Energieverbrauchs, 38% des weltweiten CO2-Ausstoßes und einen Großteil des Ressourcenverbrauchs. Dieser enorme Verbrauch an Ressourcen verursacht zudem ein erhebliches Abfallaufkommen sowie immense Schadstoffemissionen, da nur ein Bruchteil der im Bauwesen verwendeten Materialien biologischen Ursprungs sind oder aus einer Kreislaufwirtschaft stammen.Aus diesem Grund haben neuartige, auf Energie- und Ressourceneffizienz ausgerichtete Konzepte zur Planung, Konstruktion, Errichtung und Nutzung von Gebäuden enormes Potenzial zur Erhaltung von nachhaltigen Lebensbedingungen für nachfolgende Generationen. Hier setzt das vorgeschlagene Projekt „BauDNA“ an und verfolgt die Biologisierung des Bauwesens entlang der gesamten Wertschöpfungskette inklusive (1) Materialien, (2) Bauteilen und Konstruktionen über (3) Fertigung und Assemblierung einzelner Komponenten bis zur Betrachtung des (4) gesamten Lebenszyklus von Gebäuden und die Verwertung der erzielten Ergebnisse zur (5) Aus- und Weiterbildung dringend benötigter Fachkräfte im Bauwesen bei gleichzeitiger Erhaltung bestehender und Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Region (Abb. 1, https://www.stb.rwth-aachen.de/global/show_picture.asp?id=aaaaaaaabhqexsd). Die systematische Anwendung bio(techno)logischen Wissens auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette, vom Rohmaterial bis zum fertigen Gebäude, erlaubt es die bisher in traditionellen Mustern denkende Baubranche tiefgreifend in ihren Grundprinzipien zu verändern und eine nachhaltigere Kreislaufwirtschaft zu etablieren. Zusammen mit den einzelnen Stakeholdern, vom Produzenten biogener Nebenströme, über die Forschungseinrichtungen bis zu Entwicklern, Planern und Bauausführenden sowie Betreibern und Nutzern von Gebäuden steht ein hochqualifiziertes Projektteam bereit, diese neuartigen Themenbereiche des Bauens von Morgen bis zur Anwendungsreife zu bringen und so einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel des Rheinischen Reviers zu leisten. Durch die Einbindung und Umqualifizierung der heute noch im Energiesektor des Rheinischen Reviers und den nachgeordneten Branchen beschäftigten Arbeiter können hochwertige Arbeitsplätze für kommenden Generationen in der Region erhalten und weitere geschaffen werden. Über die Ressourcenwende werden eine Vielzahl von Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen, aus Papierfabriken, aus Nebenströmen der Lebensmittelindustrie und dem Recycling von Produkten in definierten Qualitäten verfügbar. Um das Potenzial dieser biogenen Materialien und Produkte für das Bauwesen nutzbar zu machen, sind innovative aber zugleich praxisgerechte Konstruktions- und Fertigungsprinzipien neu zu denken. Ziel der Biologisierung des Bauwesens ist es, die aus separat forschenden Fachdisziplinen erzielten Ergebnisse der Grundlagenforschung mit dem Ziel eines „grünen“ Bausektors zusammenzuführen und diese Konzepte bis hin zu einer industriellen Anwendung mit großen Arbeitsplatzeffekten weiterzuentwickeln. Das Verbundforschungsvorhaben zeichnet sich nicht nur durch die Zusammenarbeit der fachspezifischen Experten aus, sondern kann vielmehr auf das Innovationspotenzial der industriellen Partner aus der durch den Strukturwandel geprägten Region zurückgreifen. Denn neben dem Potenzial zur kreativen Ideenfindung und prototypischen Forschung ist der in der Gebietskulisse des Rheinischen Braukohlereviers geprägte industrielle Wandel einer der wesentlichen Befähiger für die erfolgreiche Transformation zu einer nachhaltigeren Bauwirtschaft.
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