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teaser-bildVolker Miel­chen, Geschäfts­führer »Zweck­ver­band Lan­dFolge Garz­weiler«Foto: Zweckverband LandFolge Garzweiler

27.08.2020

Strukturwandel: Perspektiven für die Raumentwicklung im Bereich des Tagebaus Garzweiler

Bei der virtuellen Messe polis Convention am 13. und 14. August 2020 war der Zweckverband LandFolge Garzweiler einer der Standpartner der Zukunftsagentur Rheinisches Revier. Volker Mielchen, der Geschäftsführer des Zweckverbands, erläutert im Gespräch, welche Perspektiven Projektentwickler und Investoren mittel- und langfristig rund um den Tagebau Garzweiler haben.

Der Tagebau Garzweiler wird noch mindestens zwei Jahrzehnte aktiv sein. Welche Ziele verfolgen Sie generell bis dahin im Gebiet Ihres Zweckverbands?

Volker Mielchen: Wir wollen im Zweckverbandsgebiet und seinem Umfeld eine innovative und spannende Landschaft schaffen. Die Kommunen rund um den Tagebau sollen wieder miteinander vernetzt werden und es sollen neue Entwicklungen angeregt werden. Vor dem Hintergrund des Strukturwandels im Rheinischen Revier ist das jetzt besonders wichtig. Wir wollen Chancen heben und die Potenziale für unsere Region herausarbeiten.

Welche besonderen Chancen sehen Sie?

Mielchen: Durch die völlige Umgestaltung der heutigen Tagebaulandschaft ist hier eine Raumentwicklung möglich, die anderswo nicht besteht. Wenn man versucht, hier etwas Besonderes zu gestalten, dann kann man übrigens auch eine eigene Identität für das Rheinische Revier schaffen.

Welche baulichen Entwicklungsprojekte planen Sie denn?

Mielchen: Wir haben zum einen mit dem »Grünen Band« ein Projekt, das ringsherum eine verbindende grüne Infrastruktur schaffen soll. Und wir wollen in dem »Grünen Band« auch mit kleineren baulichen Entwicklungen möglichst schnell Punkte schaffen, die dann wachsen können – wie Pioniere im Raum, die erste Impulse setzen. Das kann langfristig in die Richtung von gewerblicher Entwicklung gehen, wie beispielsweise im Bereich des »Innovation Valley« oder auch in die Entwicklung von Wohnstandorten wie in Jüchen-Süd oder später mal rings um den Garzweiler-See. Aber wichtig ist es, dass man auch heute schon Impulse setzt und Greifbares macht, weil die Zeiträume eben sehr groß sind, teilweise ja mehrere Jahrzehnte umfassen.

Können Sie ein Beispiel für diese Impulse nennen?

Mielchen: Konkret wollen wir in Holzweiler den Landschafts- und Heimatwandel in einem Dokumentationszentrum aufarbeiten. Und im Kontext des Projekts »Innovation Valley« wollen wir Wissens-Hubs voraussichtlich im Norden und im Süden schaffen, in denen man Innovationsprozesse anstößt.

Gibt es schon konkrete Flächen, die Sie vermarkten, für die Sie Ihre Investoren suchen?

Mielchen: Zurzeit noch nicht. Aber es ist wichtig, die Interessen von Investoren frühzeitig zu kennen, denn man kann ja auch gemeinsam Projekte entwickeln. Perspektivisch werden wir die Entwicklung definitiv nicht allein mit der öffentlichen Hand gestalten, sondern wir brauchen Partner. Nehmen Sie das Beispiel der Wohnraumentwicklung in Jüchen-Süd: Wenn dort in den 2030er Jahren wirklich ein neuer Stadtteil entstehen soll, dann benötigen wir Projektentwickler und Partner. Gleiches gilt auch für das Innovation Valley, wo es ja letztlich darum geht, dass Unternehmen oder auch Wissenschaftseinrichtungen die Chance als Großflächendemonstrationsraum erkennen und nutzen. Deshalb würden wir gerne auch schon sehr frühzeitig werben, auch wenn es teilweise vielleicht noch ein bisschen dauert.

Wo wird das »Innovation Valley« angesiedelt sein und was ist die grundsätzliche Idee?

Mielchen: Wir definieren den Raum so, dass wir sagen: Östlich des künftigen Tagebausees. Dessen ganz genaue Lage kennen wir ja noch nicht. Das ist im Wesentlichen der Bereich, wo jetzt gerade der Tagebau steht. Und in den Randbereichen wollen wir jetzt schon anfangen. Es geht darum, zum einen mit den Partnern ringsherum aus Wirtschaft und Wissenschaft einen Innovationsprozess anzuregen und zum anderen einen großen Innovations- und Demonstrationsraum für Neues im Revier zu schaffen. Das ist ja auch ein Ziel der geplanten Internationalen Bau- und Technologieausstellung. Und dafür haben wir hier natürlich ganz hervorragende Bedingungen.

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