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teaser-bildFoto: Die Teilnehmenden von "Perspektiven schaffen" (c)Zukunftsagentur Rheinisches Revier/Inga Maubach

24.06.2021

„Perspektiven schaffen“ im Kohleausstieg

Die Herausforderungen des Strukturwandels anzunehmen, ist nicht immer einfach – insbesondere, wenn Arbeitsplätze und damit Existenzen auf dem Spiel stehen. Aber Veränderungen können auch Chancen hervorbringen. Um das zu zeigen und darüber ins Gespräch zu kommen, hatten die Revierknoten „Innovation und Bildung“, „Ressourcen und Agrobusiness“ und „Industrie“ der Zukunftsagentur Rheinisches Revier gemeinsam mit dem Projekt „Mine ReWIR“ der RWTH Aachen zum Workshop „Perspektiven schaffen“ am gestrigen Mittwoch ins Dorint Hotel in Düren geladen.

Ziel der Veranstaltung war es, den vom Braunkohleausstieg besonders betroffenen Zulieferbetrieben der Bergbau- und Stromwirtschaft Wege aufzuzeigen, wie eine erfolgreiche Veränderung aussehen kann. Bereits bestehende Angebote wurden sichtbar gemacht. Obgleich der endgültige Ausstieg im Jahr 2038 noch entfernt scheint, fallen für Zulieferer und Dienstleister schrittweise bereits ab 2021 und insbesondere ab 2022 Aufträge und letztlich auch bisherige Geschäftsmodelle weg. Zwei „Good Practice“-Beispiele der Rhein-Nadel Automation GmbH mit Sitz in Aachen und der Hecker & Krosch GmbH & Co KG mit Sitz in Zülpich illustrierten im Rahmen des Treffens, wie eine erfolgreiche Transformation und eine Umstellung des Geschäftsmodells aussehen können.

Im Rheinischen Revier stehen jetzt und in Zukunft eine Reihe von Unterstützungsmaßnahmen zur Verfügung, sodass die anstehenden Veränderungen sich als Chance nutzen lassen. „Mit der Bündelung von Expertenwissen in der Region sichern wir die Zukunftsfähigkeit des Rheinischen Reviers mit all seinen wirtschaftlichen Stärken. „Durch den Erhalt bestehender Arbeitsplätze sowie adäquaten Ersatz für wegfallende Stellen wird eine nachhaltige Transformation des hiesigen Wirtschaftsstandorts gesichert“, so Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Zukunftsagentur Rheinisches Revier.

Zudem hat die Veranstaltung viel Raum für die Bedarfe und Belange der teilnehmenden Unternehmen gegeben. In tiefergehenden Gesprächen und Diskussionsrunden konnten diese darlegen, wo aus ihrer Sicht besonderer Handlungsbedarf besteht.

„Wir müssen verstehen, wo wir herkommen und welche rund um die Braunkohlegewinnung entstandenen Kompetenzen existieren, um die vielfältigen Potenziale, die es hier in der Region gibt, auch wirklich für die Gestaltung der Zukunft nutzen und einer Entwertung entgegenwirken zu können. Dafür ist es wichtig, dass wir ein gegenseitiges Verständnis und Vertrauen zwischen den Akteuren aufbauen und dann gemeinsam an Lösungen arbeiten“, sagt Prof. Elisabeth Clausen von der RWTH Aachen, die das Bündnis „Mine ReWIR“ koordiniert.

Nicht zuletzt nutzten alle Teilnehmenden die Gelegenheit einer Präsenzveranstaltung ausführlich, um nach längerer Durststrecke wieder ausführlich zu netzwerken und Kollegen wie Mitbewerber zu Gesicht zu bekommen. Die Veranstaltung bildete so den gelungenen Auftakt einer Workshop-Reihe, welche die primär im Strukturwandel stehenden Unternehmen adressieren soll. Nach der allgemein sehr guten Resonanz sind die Organisatoren zuversichtlich, dass auch die folgenden Veranstaltungen zum vollen Erfolg werden.

Alle Kontakte mit Telefonnummern und E-Mail-Adressen der Zukunftsagentur sind hier zu finden.

Hintergrund: „Mine ReWIR“ stellt Unternehmen in den Mittelpunkt

Das Institute for Advanced Mining Technologies (AMT) an der RWTH Aachen sowie das an der gleichen Universität angesiedelte Human Technology Center (HumTec) koordinieren gemeinsam das Projekt „Mine ReWIR“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert dieses. „Mine ReWIR“ bündelt erstmals die unterschiedlichen Kompetenzen der Revierzulieferer und -dienstleister aus dem Umfeld der Braunkohlegewinnung des Rheinischen Reviers. Es verknüpft sie in einem unternehmensspezifischen, maßgeschneiderten Innovationsprozess systematisch mit möglichen Partnern in unterschiedlichen Innovationsfeldern.

„Mine ReWIR“ stellt die Unternehmen, die der bevorstehende Kohleausstieg direkt betrifft, ins Zentrum der Aktivitäten und knüpft unmittelbar an ihre spezifische Ausgangssituation an. Ziel ist, gemeinsam mit den Unternehmen passende Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.

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