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teaser-bildReBAU und „Faktor X Agentur“ haben sich mit einer Infor­ma­tions- und Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung an die Kom­munen im Revier gewandt.Foto: WOLLENWEBERARCHITEKTUR

09.09.2021

Klimaschutz bauen mit dem Faktor X

Ressourcen und Betriebskosten sparen ohne Aufpreis? Das Faktor-X-Haus in Inden, in dem die gleichnamige Agentur zu Hause ist, ist ein fertiges Beispiel, dass das geht! Es hat bereits umgesetzt, was für einen Wandel der Baubranche grundlegend ist. Weil es sich nicht nur in Einzelheiten wie Materialien, sondern ganzheitlich von konventionell erbauten Gebäuden unterscheidet, ist auch der Unterschied enorm: Es ist um nahezu das Vierfache ressourceneffizienter.

Dabei waren auch (v.l.) Klaus Dosch (Ent­wick­lungs­ge­sell­schaft inde­land GmbH), Jens Bröker (Revier­kno­ten­vor­sit­zender der Zukunft­s­agentur; Ent­wick­lungs­ge­sell­schaft inde­land GmbH), Dr. Julia R. Tsche­sche (Effi­zienz-Agentur NRW), Bodo Mid­del­dorf (Zukunft­s­agentur Rhei­ni­sches Revier GmbH).Foto: Julia Holland

„Uns erreichen zu unserem Ansatz Anfragen aus ganz Deutschland und darüber hinaus“, sagt Ideengeber Klaus Dosch. Er ist stolz auf das Konzept im Rheinischen Revier mit Leuchtturmwirkung.

Aber was gibt dieser Faktor an, und wie realitätsgeeignet ist das? Diese Fragen hat Klaus Dosch, Leiter der „Faktor X Agentur“ der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH, nachfolgend im Text vereinfacht beantwortet, viel detaillierter aber bei der Veranstaltung „Kommunen im Rheinischen Revier – Wie bauen wir heute und morgen?“ am 7. September gemeinsam mit ReBAU als Gastgeber und der Zukunftsagentur Rheinisches Revier am Indemann.

Das Event richtet sich, wie der Titel verrät, an Bürgermeister, Landräte, zuständige Behörden. „Wir hoffen, dass dies der Startschuss ist für eine noch bessere Vernetzung zu dem Thema in der Region“, sagt Dosch, „und wir wollen für die notwendige Bauwende und die Vorteile der Faktor-X-Kategorisierung sensibilisieren und allen klar machen: Das kostet nicht mehr, weder den Bauherrn, noch die Kommune. Es ist nur eine Frage der umsichtigen Planung zur Konzeptionierung. Und da beraten wir gern.“

Die Einstufung im Faktor-X-Verfahren kann man sich ein bisschen vorstellen wie die bekannte Ernährungsampel: Je höher der namensgebende Faktor als Pendant zum Nährwert ist – beim Stammsitz des Projekts 3,8 und damit schon nahezu optimal –, desto besser und „grüner“ auf der Skala ist das Gebäude. Zu dem Faktor tragen etliche Merkmale bei, darunter: Welche Materialien sind verbaut? Sind sie neu oder recycelt? Ist die Energieversorgung erneuerbar? Verhindern Dämmung und Verglasung Wärmeverlust? Sind die Materialien rückbau- und wiederverwendbar? Je mehr Merkmale klimafreundlich erfüllt sind, desto höher klettert der Faktor.

Der Vorteil gegenüber der individuellen Betrachtung: Niemand ist gezwungen, an allen Schräubchen gleichzeitig zu drehen. Vielmehr lassen die zahlreichen Möglichkeiten eine zum Budget passende Wahl. Ist das Ziel zum Beispiel, einen Faktor 2 zu erreichen, führen zahlreiche Variationen von Maßnahmen dorthin, es muss nicht zwingend die Dämmung aus Zellulosefasern sein. Wünschenswert jedoch ist – und das ist letztlich die Triebfeder der Veranstaltung –, dass Kommunen für ihre Flächen Anreize für Faktor-X-Gebäude schaffen oder sogar einen gewissen Faktor als notwendig vorgeben.

Die eingesparten Emissionen werden einen deutlichen Unterschied machen, denn der Bausektor ist für einen Großteil der weltweiten Co2-Emissionen verantwortlich, sowohl in der Herstellungs- als auch in der Betriebsphase von Gebäuden. Dadurch, dass die Faktor-X-Betrachtung ganzheitlich den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes unter die Lupe nimmt, erschließen sich ungenutzte Einsparpotenziale – die das Klima erfreuen und zugleich langfristig geldwerte Vorteile bieten. Wie Kommunen das für sich nutzen können, gehörte zu der Diskussion, der mehrere Impulsvorträge vorausgingen, unter anderem von Dr. Julia R. Tschesche (Effizienz-Agentur NRW).

Weitere Informationen gibt es hier und hier.

Hintergrund: Was ist ReBAU?

ReBAU ist ein gemeinsames Projekt der Zukunftsagentur Rheinisches Revier mit der „Faktor X Agentur“ der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH und der Bimolab GmbH. Die Finanzierung läuft über die Förderung durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), Europäische Union und Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW. Wie der Langtitel des Projekts schon sagt, ist das Ziel von ReBAU, die „Regionale Ressourcenwende in der Bauwirtschaft“ voranzubringen. Um einen Paradigmenwechsel einzuleiten, soll ein entstehendes Kompetenzzentrum den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden betrachten und mit zirkulärer Wertschöpfung verbinden.

Magdalena Zabek

Magdalena Zabek

Projektmanagerin "Regio.NRW - Rebau"

An der Waagmühle 11
52459 Inden

Telefon: +49 2465 7528926
magdalena.zabek@rheinisches-revier.de

Lillith Kreiß

Lillith Kreiß

Projektmanagerin "Regio.NRW - Rebau"

An der Waagmühle 11
52459 Inden

Telefon: +49 2465 7528926
lillith.kreiss@rheinisches-revier.de

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