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teaser-bild1.800 Zuschauer bei der Revier­kon­fe­renz: NRW-Minis­te­rinnen Ina Schar­ren­bach und Ursula Heinen-Esser im Gespräch mit der Mode­ra­torin Camilla BiasioFoto: Zukunftsagentur Rheinisches Revier/Andreas Schmitter

16.12.2020

16. Revierkonferenz im Energeticon: Team-Spirit für den Strukturwandel im Rheinischen Revier

Mit der Verabschiedung des Strukturstärkungsgesetzes im August hat das Rheinische Revier eine wichtige formale Hürde genommen. Noch wichtiger ist aber der Teamspirit beim Strukturwandel im Rheinischen Revier. Den Strukturwandel schafft das Rheinische Revier nicht gegeneinander, sondern nur gemeinsam. Dies war der Tenor im Rückblick auf das Revierjahr 2020, den NRW-Wirtschafts-Staatssekretär Christoph Dammermann gemeinsam mit RWTH-Professorin Christa Reicher gaben, die gleichzeitig dem Revierknoten Raum vorsitzt.

Ein Strukturwandel in einer vom Kohleabbau geprägten Region kann nur funktionieren, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Das sah auch Ralph Sterck, Geschäftsführer der Zukunftsagentur Rheinisches Revier so. „Wir haben trotz Corona ein sehr erfolgreiches Jahr 2020 hinter uns. Wir haben rund 100 Projekte in der Qualifikation und das fast abgelaufene Jahr war trotz der Pandemie spannend und ereignisreich“, so Sterck auf der 16. Revierkonferenz im Energeticon in Alsdorf.

Zwei Landesministerinnen im Gespräch

Pandemiebedingt konnte die Revierkonferenz an historischer Stätte im Energeticon in Alsdorf nicht vor Publikum stattfinden, per Livestream verfolgten aber rund 1.800 Zuschauer die Konferenz unter Leitung der Moderatorin Camilla Biasio. Professorin Christa Reicher vom Institut für Städtebau und europäische Urbanistik an der RWTH Aachen und Vorsitzende des Revierknotens Raum betonte die gute Zusammenarbeit mit dem NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, wünschte sich aber gleichzeitig einen breiteren öffentlicher Diskurs über zukünftige Raumstrategien. Strukturwandel vertrage keine Ressortgrenzen, so Reicher.

Ein gutes Beispiel für einen gelungenen Wandel hin zu einem „neuen“ Rheinischen Revier ist das Projekt „LOOP – Klimaschutz und Ressourceneffizienz durch Kreislaufwirtschaft“, bei dem es um das Recycling von Aluminium geht. Bei der Erzeugung von recyceltem Aluminium wird nur etwa fünf Prozent der Energie benötigt, die bei der Produktion von Primäraluminium anfallen. Das Projekt ist somit ein Beispiel, wie das Rheinische Revier eine Industrieregion bleiben kann und wie sich das Rheinische Revier gleichzeitig Problemen, die die gesamte Menschheit betreffen, stellt.

Im Gespräch mit NRW-Bau- und Kommunalministerin Ina Scharrenbach ging es um das Rheinische Revier als Modellregion. Betroffen sind alle Menschen im Rheinischen Revier.  Und genau deshalb müssen die Menschen am Strukturwandel beteiligt werden. Denn vor Ort, in den Kommunen, werden die Ideen geboren und Perspektiven geschaffen. Eine solche Perspektive hat auch das zweite vorgestellte Projekt, das Innovation Center Düren (ICD) bieten, das gleichzeitig der lokalen Industrie helfen und internationale Firmen anlocken soll. Das Projekt bietet insbesondere innovativen Startups eine optimale Infrastruktur und eine gute Anbindung sowohl logistisch als auch wissenstechnisch durch die Nähe zum Wissenschaftsstandort Aachen als auch zum Forschungszentrum Jülich.

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser betonte wichtige Fragestellungen für den Strukturwandel im Rheinischen Revier: Wie kann die Landwirtschaft der Zukunft aussehen? Der Klimawandel beeinflusst die Landwirtschaft sehr. Welche neuen Produkte und neuen Pflanzen helfen uns dabei, die Folgen des Klimawandels zu kompensieren? Auch hier bietet der Strukturwandel im Rheinischen Revier Chancen, aber auch hier steht das Thema Nachhaltigkeit im Fokus.

Reviergespräch zur Bürgerbeteiligung

Im abschließenden Reviergespräch mit Georg Gelhausen, Bürgermeister der Gemeinde Merzenich, Antje Grothus, ehemaliges Mitglied der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung, der Leiterin der Stabsstelle Strukturwandel Rheinisches Revier im NRW Ministerium Alexandra Landsberg und Dr. Oliver Märker von der Agentur Zebralog ging es um das Thema Bürgerbeteiligung. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass den Menschen neue, gemeinsame Perspektiven geschaffen werden müssen. Das neue Bild des Rheinischen Reviers solle ein neues, gemeinsames, nachfossiles sein.

„Jugend gestaltet den Strukturwandel“

Wie die Zukunft des Rheinischen Reviers nach den fossilen Brennstoffen aussehen kann, zeigte das dritte vorgestellte Projekt auf: „Jugend gestaltet den Strukturwandel“. Gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich untersuchen drei Schulen aus dem Rheinischen Revier, wie man mit Hilfe von Algen aus Abwasser Nährstoffe gewinnen kann. Zum Abschluss der 16. Revierkonferenz überreichte Ralph Sterck dem Landrat a.D. Michael Kreuzberg, der auch Vorsitzender der Gesellschafterversammlung Zukunftsagentur Rheinisches Revier war, und dem ehemaligen Eschweiler Bürgermeister, Rudi Bertram, stellvertretend für alle ehemaligen Landräte, Bürgermeister und Gremienmitglieder.

Die gesamte Revierkonferenz kann auf dem YouTube-Kanal der Zukunftsagentur angesehen werden. Klicken Sie hier.

(Fotos: Zukunftsagentur Rheinisches Revier/Andreas Schmitter)

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