Revier-Konferenz „Perspektiven 2025“
Die offizielle Bewerbung wurde auf der Revier-Konferenz „Perspektiven 2025“ in der Kulturmuschel in Jülich symbolisch von Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Zukunftsagentur Rheinisches Revier (ZRR), und Elke Hohmann, Leiterin Projektentwicklung der ZRR, an NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur, NRW-Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer sowie an die Europäische Kommission, vertreten durch Dr. Stefan Lock, Leiter der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Bonn, übergeben.
Ministerin Mona Neubaur: „Das Rheinische Revier nutzt die große Chance, Vorreiter für eine innovative, wettbewerbsfähige und klimaneutrale Industrie zu werden. Möglich macht das die Initiative ‚Net Zero Industry Act‘, mit dem die Europäische Union Investitionen, Genehmigungen und neue Technologien gezielt fördert. Die Bewerbung als ‚Net Zero Acceleration Valley‘ zeigt: Strukturwandel bedeutet Aufbruch zu neuen Perspektiven – mit guten Jobs, sicheren Einkommen und einer starken Wirtschaft direkt vor unserer Tür. So wird die Region noch attraktiver für Investitionen, Unternehmensansiedlungen und für die Menschen vor Ort. Unser Ziel ist klar: ein starkes, lebenswertes Rheinisches Revier, das als europäischer Vorreiter zeigt, wie Wirtschaftskraft und Klimaschutz Hand in Hand gehen.“
Auch Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer sieht großes Potenzial: „Das Rheinische Revier zeigt mit seiner Bewerbung, wie viele Möglichkeiten in dieser Region stecken. Es will sich zu einem europäischen Hotspot für grüne Technologien entwickeln und den Wandel aktiv gestalten. Das bedeutet: mehr Innovation, mehr Beschäftigung und nachhaltiges Wachstum. Mit dem Schritt zum Net Zero Valley beweist die Region, dass sie als Vorreiterin der sozial-ökologischen Transformation mutig vorangeht.“
Starker Standort für klimaneutrale Transformation
Die Region baut damit auf ihre industrielle Tradition, ein starkes Forschungs- und Innovationsökosystem sowie breite politische und zivilgesellschaftliche Unterstützung. Die Bewerbung zum Net Zero Valley eröffnet dem Rheinischen Revier die Chance, durch gezielte Investitionen, beschleunigte Genehmigungsverfahren sowie strategische Flächenentwicklung die Ansiedlung von Produktionsstätten in fünf ausgewählten Netto-Null-Technologien voranzutreiben. So können regionale Kompetenzen und Produktionskapazitäten weiter ausgebaut, industrielle Ökosysteme nachhaltig gestärkt und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Region will sich damit als zukunftsorientierter Standort für klimafreundliche Wertschöpfung und als Modellregion für nachhaltige Industrie etablieren.
Dank der breiten Unterstützung von Land, Bund und lokalen Akteuren und der Anbindung an internationale Logistikachsen, dem konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien und des geplanten Wasserstoffkernnetzes verfügt das Rheinische Revier mit seiner einmalig starken Wissenschaftslandschaft über strategische Standortvorteile und bietet ideale Voraussetzungen, um die industrielle Transformation erfolgreich und nachhaltig zu gestalten.
„Unsere Bewerbung ist ein klares Signal: Das Rheinische Revier will Vorreiter für klimaneutrale Industrie sein. Die EU verfolgt das Ziel, bis 2030 mindestens 40 % des jährlichen Bedarfs an diesen Technologien innerhalb der EU herzustellen. Aus einem breit unterstützten Strukturwandelprozess entsteht hier eine starke Region, die strategische Infrastrukturen mit nachhaltiger Flächenentwicklung und innovationsorientierten Produktionsansiedlungen in Netto-Null-Technologien verbindet“, betonte Bodo Middeldorf. Frank Rock, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der ZRR und Landrat des Rhein-Erft-Kreises ergänzte: „Mit dem Net Zero Valley wollen wir diese Kräfte bündeln und so neue Chancen für Wirtschaft, Klima und Lebensqualität in unserer Region schaffen.“
Politische Spitzen und europäische Expertise vor Ort
Die Revier-Konferenz brachte Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Landes- und Bundespolitik, Wirtschaft und EU-Institutionen zusammen, um über die nächsten Meilensteine im Strukturwandel zu sprechen. Neben der Übergabe der Bewerbung standen aktuelle Entwicklungen im Transformationsprozess und Fortschritte bestehender Projekte auf der Agenda. Besonders hervorgehoben wurden die Modellfabrik Papier in Düren und die Textilfabrik 7.0 in Mönchengladbach: Als moderne Industrie- und Innovationsstandorte mit überregionaler Strahlkraft verbinden sie zukunftsfähige Arbeitsplätze, nachhaltige Produktionsprozesse und technologische Exzellenz. Beide gehören zu den 19 Ankerprojekten, die das Land Nordrhein-Westfalen im März 2024 beschlossen hat. Sie leisten einen sichtbaren Beitrag zu Wertschöpfung, Klimaschutz und neuen Perspektiven für Unternehmen und Beschäftigte. Insgesamt wurden bereits Förderzusagen für knapp 400 Projekte erteilt. Diese strukturpolitisch bedeutsamen Vorhaben im Rheinischen Revier setzen ein klares Signal für die Dynamik und das Engagement der Region.
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