Das Rheinische Revier als Net Zero Valley
Wir sind im Wandel - hin zu einer europäischen Modellregion
Wir sind ein dynamischer Wirtschaftsstandort mit einem klaren Ziel: als Net Zero Acceleration Valley wollen wir eine europäische Modellregion für klimaneutrale Industrie im Rahmen des Net Zero Industry Acts (NZIA) werden. Mit starker Wirtschaftskraft, strategischer Lage im Dreiländereck und engagierten Akteuren vor Ort entstehen hier schon heute Lösungen für die Zukunft – wir bauen das, was Europa morgen braucht, heute im Rheinischen Revier.
Wirtschaftsraum & Valley
Das Rheinische Revier umfasst fünf Kreise Heinsberg, Düren, Rhein-Erft-Kreis, Rhein-Kreis Neuss, Euskirchen, die Städteregion Aachen sowie die kreisfreie Stadt Mönchengladbach.
Das Rheinische Revier ist Heimat für rund 2,4 Millionen Menschen auf 5.000 km². Seit Generationen industriell geprägt, steht die Region vor einem tiefgreifenden Wandel, getragen von einem starken Mittelstand, engagierten Kommunen und einer innovativen Gründerszene.
Mit fast einer Million Beschäftigten (2024) vereint das Revier wirtschaftliche Stärke mit hoher Lebensqualität: von ländlichen Räumen bis zu urbanen Zentren mit guter Gesundheitsversorgung, flächendeckender Bildung und internationalen Schulen.
Die Lage im Dreiländereck Deutschland–Niederlande–Belgien macht das Revier zu einem idealen Standort für grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Energie, Forschung und Industrie.
Dank der Top-Anbindung an die ZARA-Häfen (Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam) ist die Region auch logistisch ein Tor zur Welt – ein klarer Vorteil für globale Lieferketten und klimaneutrale Produktion.
Mit diesen Voraussetzungen ist das Rheinische Revier prädestiniert als europäische Modellregion für eine vernetzte, resiliente und klimaneutrale Industrie.
Fünf Netto-Null-Technologien für das Rheinische Revier
Gemeinsam mit regionalen Stakeholdern und externen Experten haben wir die Stärken des Rheinischen Reviers in den 19 Schlüsseltechnologien analysiert und fünf Technologien identifiziert, in denen das Rheinischen Revier über ein etabliertes Ökosystem von innovativen Unternehmen, exzellenter Forschung und gut ausgebildeten Fachkräften verfügt:
Im Bereich der Wasserstofftechnologien, einschließlich Elektrolyseuren und Brennstoffzellen, wird die Region durch eine starke chemische Industrie sowie durch spezialisierte Anlagen- und Maschinenbauunternehmen geprägt. Diese entwickeln und produzieren Komponenten zur Erzeugung und Nutzung von grünem Wasserstoff, der insbesondere für die Dekarbonisierung industrieller Prozesse eine zentrale Rolle spielt.
Im Bereich der Batterien und Energiespeichersysteme sind im Rheinischen Revier zahlreiche junge Unternehmen und Forschungseinrichtungen aktiv, die an der Entwicklung und Produktion von Batteriezellen und innovativen Speichersystemen für die Elektromobilität sowie für stationäre Anwendungen arbeiten. Die NRW-weite Automobilzulieferindustrie trägt dabei zur Stärkung dieser Technologien bei.
Stromnetztechnologien im Rheinischen Revier reichen von Kabeln und Leitungen, Maschinen zur Produktion von elektrischen Kabeln bis zu Komponenten und Systeme für Hochtemperatur-Supraleitern. Energieversorger und Netzbetreiber treiben innovative Lösungen zur Digitalisierung der Netzinfrastruktur und zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität voran.
Das Rheinische Revier spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Windantriebs- und Elektroantriebstechnologien für den Verkehr. Lokale Unternehmen und Forschungseinrichtungen arbeiten an elektrischen Antriebssystemen und Komponenten für verschiedene Verkehrsträger, während der Ausbau der Windenergie vorangetrieben wird.
Im Rheinischen Revier entstehen die für die klimaneutrale Stahlproduktion dringend benötigten Direktreduktionsanlagen, die an den Stahlstandorten in Duisburg sowie in Schweden eingesetzt werden. Transformative industrielle Technologien zur Dekarbonisierung werden darüber hinaus in der im Rheinischen Revier ansässigen Chemie-, Glas- und metallverarbeitenden Industrie sowie in der Modellfabrik Papier erprobt.
Strategische Flächen für Netto-Null-Technologien
Im Rahmen des Wirtschaftsflächenmonitorings sind derzeit 63 strukturwandelrelevante Wirtschaftsflächen als Fokusflächen des Rheinischen Reviers erfasst, die am 16. Januar 2024 vom Aufsichtsrat der Zukunftsagentur bestätigt wurden.
Davon ausgehend wurden in den Workshops zehn initiale Wirtschaftsflächen als besonders geeignet für Netto-Null-Technologien identifiziert. Diese Netto-Null-Wirtschaftsflächen werden aktuell gemeinsam mit den Kommunen konkretisiert, mit dem Ziel, bis Ende Juli 2025 ein abgestimmtes Portfolio möglicher Produktionsstandorte für Netto-Null-Technologien bereitzustellen.
Prozess und Legitimation
Der Weg zum Net-Zero Acceleration Valley Rheinisches Revier gelingt nur gemeinsam – mit starken Partnern, klaren Zielen und echtem Engagement aus der Region.
Der Aufsichtsrat der Zukunftsagentur hat am 4. April 2025 entschieden, ein Bewerbungskonzept zu erarbeiten. Dazu wurden thematische Arbeitsgruppen, bestehend aus Vertretern der Kammern, Wirtschaftsförderungsgesellschaften, Gewerkschaften, Wissenschaft und Wirtschaft gebildet und das regionale Knowhow in einem konsensbasierten Konzept für das Net-Zero Valley Rheinisches Revier gebündelt.
Ergebnis: eine tragfähige Basis für die Bewerbung
Das entwickelte Konzept umfasst:
- eine technologie- und branchenbezogene Zielarchitektur
- ein passgenaues Portfolio strategisch geeigneter Netto-Null-Wirtschaftsflächen
Der Aufsichtsrat der Zukunftsagentur Rheinisches Revier unterstützt den weiteren Weg aktiv. So wurde in der Aufsichtsratssitzung am 27. Juni 2025 offiziell der Beschluss gefasst, eine Bewerbung auf Anerkennung als Net Zero Acceleration Valley nach dem Net Zero Industry Act der Europäischen Union einzureichen.
Das Rheinische Revier ist bereit – und geht den Weg zur europäischen Modellregion für klimaneutrale Industrie gemeinsam.
- Wirtschaftsflächen für die Produktion von Netto-Null-Technologien bereitstellen und entwickeln
- Genehmigungen beschleunigen und rechtliche Innovation erproben
- Förderzugänge sichern und Finanzierung stärken
- Internationale Vermarktung, Fachkräfteentwicklung und Innovation
- Steuerung, Dialog und Weiterentwicklung des Net Zero Valley Rheinisches Revier
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Ansprechpersonen
Abteilungsleiterin Projektentwicklung
Projektmanager Energie, Industrie und Innovation