teaser-bildEröff­nung der erwei­terten Gast­tank­stelle am 4. Februar 2020 in HürthFoto: GVG Rhein-Erft GmbH

05.02.2020

Mit Biogas durchs Rheinland – Erweiterte Tankstelle der GVG Rhein-Erft wird zum Vorzeigeprojekt für Biomethan

Vertreter aus Politik und Wirtschaft haben sich über die Vorstellung eines echten Vorzeigeprojektes der beiden Partner GVG Rhein-Erft und REMONDIS am 3. Februar für ihre Region gefreut. Mit der offiziellen Einweihung der modernisierten Biogastankstelle des Energieversorgers GVG in Hürth wird zukünftig primär auf die mit CO2-neutralem Biogas betriebenen Fahrzeuge im Rhein-Erft-Kreis und der gesamten Region Rheinland gesetzt.

In den vergangenen anderthalb Jahren wurde der Einsatz der mit Biogas betriebenen Abfallsammelfahrzeuge von REMONDIS in Erftstadt und Pulheim mit insgesamt sechs Fahrzeugen auf Alltagstauglichkeit, Reichweiten und Betankungszeiten getestet und optimiert. „Heute ist es so weit: Wir sind bereit, sämtliche Kurzstrecken-Logistik der Region, von der Abfallsammlung bis zum Schwertransport, auf CO2-neutrales Biomethan umzustellen“, verkündet Werner Abromeit, Geschäftsführer der GVG Rhein-Erft im Rahmen der Eröffnung. Durch den Umbau stehen am Standort jetzt zwei Kompressoren zur Verfügung, die eine gesicherte Betankung gewährleisten. Der parallele Betrieb der beiden Kompressoren ermöglicht eine Betankung von mehreren LKW direkt hintereinander. Gleichzeitig wird die Versorgungssicherheit erhöht, da die Kompressoren unabhängig voneinander betrieben werden und beispielsweise im Falle einer Wartung so eine Redundanz gewährleistet ist. Neben einem größeren Kompressor wurde auch eine zweite Zapfsäule errichtet, die neben einer PKW-Füllkupplung auch eine spezielle LKW-Füllkupplung bereithält. „Die steigende Nachfrage zeigt uns, dass sich diese Investition lohnen wird. Im gesamten Großraum Köln und innerhalb des Rhein-Erft-Kreises werden wir erheblich zur Reduzierung von Feinstaub- und Partikelbelastungen beitragen und zu einem Zentrum für Biokraftstoff heranwachsen“, so Abromeit weiter. REMONDIS habe auf Grund der guten Erfahrung bereits angekündigt, in diesem Jahr noch  zehn weitere und im nächsten 50 Fahrzeuge mit Biogasantrieb zu bestellen.

Vorteil Biomethan

Der Treibstoff Biomethan überzeugt mit bis zu 90 Prozent geringerem CO2-Ausstoß, bis zu fünf Dezibel geringeren Schallemissionen und circa 60 Prozent reduzierten Stickoxiden gegenüber einem Diesel-Fahrzeug. Die Feinstaub- und Partikelemissionen befinden sich gerade einmal an der Nachweisgrenze. Die Reichweite der Fahrzeuge beträgt ungefähr 200 km. Damit sind sie vor allem für den Einsatz in Ballungsräumen sinnvoll. In Köln und Düsseldorf fahren die Biogasfahrzeuge bereits zum Test im Bereich der Abfallsammlung. „Die Nutzung von gasbetriebenen Antrieben ist ein starkes Signal für die Vereinbarkeit von Mobilität und Klimaschutz. Gasbetriebene Busse und LKW sind keine Zukunftsmusik mehr, sondern sie sind im täglichen Leben der Menschen angekommen“, betont auch Klaus Voussem, Verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion NRW.

Regionaler Kreislauf

Das gesamte Vorhaben stellt aufgrund der Herkunft des Biomethans einen geschlossenen Kreislauf dar. Das Biomethan wird aus den im Haushalt gesammelten Bioabfällen gewonnen. In Vergärungsanlagen wird daraus das CO2-neutrale Biomethan gewonnen, das bislang durch das Einspeisen in das öffentliche Gasnetz vor allem zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird. Nach heutigem Stand werden in Deutschland bereits jährlich  zehn Terrawattstunden (TWh) Biomethan aus Biomasse erzeugt. Trotz gesetzlicher Verpflichtung zur separaten Sammlung von Bioabfällen, landen noch immer  vier Millionen Tonnen fälschlicherweise in der Restmülltonne. Wird dieses Potenzial von den Kommunen in Zukunft besser genutzt, lassen sich in Deutschland sogar bis zu 100 TWh Biomethan jährlich erzeugen und anteilig als Biokraftstoff nutzen. „Wir sprechen hier von einem Closed-Loop, einem geschlossenen Kreislauf, wie er beispielhafter, nachhaltiger und effizienter kaum sein kann. Aus den von uns gesammelten Bioabfällen holen wir das Beste, die Energie, heraus und nutzen sie zum Antrieb unserer eigenen Fahrzeuge. Ich bin sicher, das ist das Konzept der Zukunft und zugleich das unterschätzte Potenzial unserer gesamten Branche: Kreisläufe zu schließen und Ressourcen nachhaltig zu nutzen“, so Reinhard Hohenstein, Geschäftsführer REMONDIS.

Hintergrund

Die GVG mbH Rhein-Erft mit Sitz in Hürth ist ein kommunal verankertes Unternehmen und der regionale Energieversorger für den Rhein-Erft-Kreis sowie die nördlichen, westlichen und südlichen Stadtgebiete von Köln. Das Unternehmen wurde 1956 gegründet und beschäftigt heute rund 100 Mitarbeiter. Über ein Erdgasnetz von zirka 1.700 km Länge liefert die GVG Rhein-Erft jährlich ca. 1,3 TWh Erdgas für ca. 80.000 Kunden in den Rhein-Erft-Kreis und nach Köln. Unter der Marke „erftpower“ liefert die GVG in Erftstadt, Bergheim, Bedburg, Elsdorf und Kerpen auch Strom, ausschließlich aus Wasserkraft. Faire Preise sowie ein umfassender, persönlicher Service stehen dabei im Mittelpunkt. Die GVG mbH Rhein-Erft engagiert sich konsequent für den Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung und die Erhöhung der Energieeffizienz, um die Energiewende in der Region voranzutreiben.

REMONDIS ist eines der weltweit größten privaten Dienstleistungsunternehmen für Recycling, Service und Wasser und erbringt Dienstleistungen für rund 30 Millionen Menschen. Über Niederlassungen und Anteile an Unternehmen ist REMONDIS in 24 europäischen Ländern sowie in China, Indien, Taiwan, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten, Australien und weiteren Ländern auf vier Kontinenten präsent. Das 1934 gegründete Familienunternehmen erwirtschaftet mit mehr als 33.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 7,9 Milliarden Euro (2018). REMONDIS leistet mit seinen Dienstleistungen und Produkten einen wesentlichen Beitrag zur sicheren Rohstoff- und Wasserversorgung der Zukunft.

Weitere Informationen
GVG mbH Rhein-Erft
Petra Schnütgen
Marketing & Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Straße 11
50354 Hürth
Telefon: 02233 7909–3098
E-Mail: petra.schnuetgen@gvg.de

(Pressemitteilung GVG Rhein-Erft und REMONDIS 03.02.2020)

Marie-Luise Schaller

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