teaser-bildGute Ideen für die Zukunft: Hier auf dem Work­shop des Revier­kno­tens "Agro­busi­ness und Res­sourcen"Foto: Zukunftsagentur Rheinisches Revier/Andreas Schmitter

22.10.2019

Kreislaufwirtschaft und Bio-Ökonomie: Ein enormes Potenzial für den Strukturwandel

Rund 170 Fachleute aus der Kommunalpolitik, Verbänden, der Landwirtschaft, Industrie sowie Forschungseinrichtungen diskutierten bei der ersten Fachkonferenz des Revierknotens "Agrobusiness und Ressource" am 18. Oktober in Düren.

„Damit setzt sich der positive Trend aus den beiden vorangegangenen Fachkonferenzen zu den Themen "Energie und Industrie" sowie "Innovation und Bildung" fort,“ erklärte Christian Wirtz, Pressesprecher der Zukunftsagentur Rheinisches Revier. Er stellte fest: „Die Region hat ein Bedürfnis, sich konstruktiv beim Strukturwandel einzubringen. Das ist ein gutes Zeichen.“

Jens Bröker, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Indeland, ist der Leiter des Revierknotens "Agrobusiness und Ressource". Er hat sein Ziel klar vor Augen: „Das Rheinische Revier soll ein Modellraum für Bio-Ökonomie und Kreislaufwirtschaft werden.“ Dafür stehen Fördergelder zur Verfügung, die aus Mitteln des künftigen Strukturstärkungsgesetzes bis zum Jahr 2038 in die Region fließen werden. Projekte, die aus diesem Topf gefördert werden, müssten Wertschöpfung generieren, neue Arbeitsplätze schaffen und einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten, erläuterte Bröker.

Impulse aus den Workshops

In zwei parallelen anderthalbstündigen Workshops wurde intensiv miteinander diskutiert. Die Workshops zum Thema Agrobusiness wurden von Prof. Dr. Ulrich Schurr moderiert, dem Direktor des Instituts für Bio- und Geowissenschaften am Forschungszentrum Jülich: „Wir sehen im Strukturwandel die Chance, das, was wir in der Forschung erarbeitet haben, hier in der Region in die Realität umzusetzen.“ Im Bereich Agrobusiness geht es etwa darum, aus pflanzlichen Grundlagen Kunststoffe herzustellen. Ein weiterer Aspekt ist der Einsatz von Robotik in der Landwirtschaft. In den Workshops wurden zehn Themen für den Bereich Agrobusiness identifiziert. Schurr betonte den Modellcharakter der Revierknotenarbeit: „Wir sollten hier in der Region Gutes tun, aber auch anderswo darüber reden. Dadurch können wir eine überregionale Vorreiterrolle einnehmen.“

Die Workshops zum Thema Ressource moderierte Klaus Dosch, der Leiter der Faktor X-Agentur, die sich im Auftrag der Entwicklungsgesellschaft Indeland um das Thema Raumentwicklung kümmert: „Die Prinzipien, die wir hier erarbeiten, können andere Regionen später übernehmen und auch bei der Kreislaufwirtschaft aufspringen“, erklärte Dosch. In seinen Workshops ging es um eine effiziente Verwendung von Rohstoffen sowie um die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft, etwa in den Bereichen Bauen, Kunststoffe oder Metalle. Es wurde die Schaffung eines Co-Working-Spaces zur weiteren Vernetzung der Fachleute im Rheinischen Revier angeregt.

Jens Bröker hob in seinem Fazit hervor, wie kraftvoll, phantasievoll und kompetent miteinander diskutiert worden sei. Auch Christian Wirtz beeindruckte das große Engagement der Teilnehmenden: „Die Menschen haben Lust darauf, ihre Ideen konstruktiv einzubringen. Dieses Engagement muss weiter gebündelt werden.“

Wirtschafts- und Strukturprogramm

Die Auswertung dieser Fachkonferenz wird Teil der ersten Fassung des Wirtschafts- und Strukturprogramms (WSP 1.0) für das Rheinische Revier sein, das zur nächsten Revierkonferenz am 13. Dezember 2019 vorliegen wird. Darin wird stehen, nach welchen Kriterien nach der Verabschiedung des Strukturstärkungsgesetzes im Bundestag künftig Fördergelder ins Rheinische Revier geleitet werden. Das WSP wird unter Einbeziehung der Ergebnisse weiterer Expertenrunden und sowie zahlreicher geplanter Bürgerforen im Jahr 2020 und darüber hinaus weiter fortgeschrieben.

(Bilder: Zukunftsagentur Rheinisches Revier/Andreas Schmitter)

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