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teaser-bildRuth Roelen und Ralph Leroy im Tower des Flug­platzes Aachen-Merz­brückFoto: Zukunftsagentur Rheinisches Revier / Andreas Schmitter

23.07.2020

Ein Wirtschaftsökosystem rund um das Thema Luftfahrt - Aufbruchsstimmung am Flugplatz Aachen-Merzbrück

Bereits in den 1930er Jahren gab es regelmäßigen Flugverkehr zwischen Merzbrück und Köln. Ob Personen-, Geschäfts- oder Frachtverkehr – der Luftweg war schon damals ein unverzichtbarer Bestandteil der Mobilität. Der Flugplatz Aachen-Merzbrück soll seine frühere Relevanz nun wiedererlangen und wird deshalb zur regionalen und überregionalen Mobilitätsdrehscheibe ausgebaut.

Im Hin­ter­grund: Die im Bau befind­liche neue Start- und Lan­de­bahn

Im Eingangsbereich des kleinen, arg in die Jahre gekommenen Flugplatzgebäudes hängt ein großer Plan. Darauf sieht man, wie der Flugplatz umgebaut werden soll, den heute nur Segelflugvereine und kleine Motorflugzeuge nutzen. Überall auf dem Plan kleben kleine gelbe Post-Its. „Wir liegen im Dreieck zwischen Eisenbahn, Autobahn und Landstraße“, erklärt Ruth Roelen von der StädteRegion Aachen, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Ralph Leroy von der Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen Prokuristin des Flugplatzes ist: „Hier oben kommt künftig eine S-Bahn-Haltestelle hin, dort die Gewerbeflächen für die Forschungsprojekte und hier in der Mitte sehen Sie, wie lang die neue Start- und Landebahn wird: 1.160 Meter und damit doppelt so lang wie die alte.“ Dieser Ausbau schafft beste Standortbedingungen für den Geschäftsreiseverkehr von Gewerbetreibenden rund um das Thema Luftfahrt, die man hier ansiedeln will. Aber auch der geplante Forschungsflugverkehr sowie der Bereich Zivilluftfahrt werden davon profitieren.

Ein Flugplatz mit viel Zukunftspotenzial

Die Mobilität der Zukunft ist ohne Luftfahrt nicht mehr vorstellbar. Die Luftfahrtbranche steht allerdings vor einem umfassenden Wandel und vor großen technologischen Umbrüchen. Dabei sind mehrere Trends absehbar: Einerseits geht die Entwicklung hin zu nachhaltigerem Luftverkehr durch Reduzierung des CO2-Fussabdrucks und der Lärmemissionen. Andererseits wird die individuellere Luftfahrt mit unbemannten Luftfahrtsystemen, Flugtaxis und Drohnen ein großes Thema werden: „Dieser Wandel stellt uns vor große Herausforderungen. Gleichzeitig sind damit aber auch enorme wirtschaftliche Chancen verbunden. Und ganz wichtig: es werden zahlreiche neue Arbeitsplätze in jedem Qualifizierungssegment geschaffen“, erläutert Ruth Roelen. Der neue Landeplatz bietet die einmalige Chance, ein verzahntes und zukunftsgerichtetes Wirtschaftsökosystem rund um das Thema Luftfahrt aufzubauen. Dazu tragen ganz entscheidend die insgesamt 80 Hektar Gewerbe- und Industriefläche bei, die hier zur Verfügung stehen.

Optimale Verkehrsinfrastruktur

Der Verkehrslandeplatz mit der erweiterten Start- und Landebahn steht kurz vor seiner Fertigstellung. Die Eröffnung ist für den September 2020 geplant. Die beiden Bundesautobahnen 4 und 44 erschließen die Flächen genauso wie die Gleise der Euregiobahn. Der künftige Haltepunkt der Euregiobahn an der Landstraße 223 wird ein Meilenstein hin zu einer regionsweit relevanten multimodalen Mobilitätsstation sein, dem »MobilitätsHub«. „Er soll die überregionalen Verkehre brechen und mit innovativen und umweltschonenden Verkehrsmitteln wie dem Schienenverkehr beispielweise an die Innenstadt von Aachen und den RWTH-Campus anbinden. Ganz wichtig ist auch, dass den annähernd 70.000 Pendlern aus dem Norden der StädteRegion Aachen mit den alternativen und massentauglichen Mobilitätsangeboten attraktive Alternativen zum Individualverkehr und dem täglichen Stau gegeben werden“, berichtet Ruth Roelen aus Sicht der Regionalentwicklung. Dass Merzbrück zudem bestens an das regionale Radverkehrsnetz angebunden ist, ist für sie ebenso ein Standortvorteil wie die im Hub geplanten Car- und Bike-Sharing-Angebote sowie die bedarfsorientierten Mobilitätsangebote für die interne Gewerbegebietserschließung.

Großes Interesse von RWTH und FH Aachen

Die innovative Entwicklung mit dem Schwerpunkt auf flugaffinem Gewerbe und die Ausrichtung auf ein Forschungscluster »Aviation« stellt für Ralph Leroy als Wirtschaftsförderer eine besondere Chance für Merzbrück im NRW-Verbund dar. „Das Interesse, die Innovationen und die Power der RWTH- und FH-Wissenschaftler lehrstuhlübergreifend gemeinsam Luftverkehrsforschung zu betreiben, ist beeindruckend“, freut er sich. „Mit der Möglichkeit, zudem im unmittelbaren Umfeld luftfahrtaffine Produktion anzusiedeln und dabei auch den kooperierenden Gewerbetreibenden Synergien zu bieten, macht das den Standort Merzbrück europaweit wettbewerbsfähig.“

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