teaser-bildFach­kon­fe­renz des Revier­kno­tens "Infra­struktur und Mobi­lität" im Theater Mön­chen­glad­bachFoto: Zukunftsagentur Rheinisches Revier/Andreas Schmitter

04.11.2019

Das Rheinische Revier plant Einsatz innovativer Technologien für die Mobilität der Zukunft

Das schrittweise Ende des Braunkohlentagebaus bis zum Jahr 2038 im Rheinischen Revier ist eine große Chance für die Entwicklung der Verkehrswege in der Region zwischen Aachen, Mönchengladbach und Köln. Das erklärte Dirk Brügge, der Vorsitzende des Revierknotens "Infrastruktur und Mobilität", bei einem Treffen von 160 Fachleuten aus Politik, Verbänden und Unternehmen im Theater Mönchengladbach: „Der Raum, der von der Braunkohle in Anspruch genommen wurde, wird künftig für uns da sein und wir werden etwas Neues mit diesem Raum machen können“, sagte Brügge, der auch Kreisdirektor des Rhein-Kreises Neuss ist: „Was kann in diesem Raum Neues an Wertschöpfung, an Arbeitsplätzen, aber auch an Grünzügen und an Kultur entstehen?“

Die Fachleute informierten sich über die Potenziale, die sich im Rahmen des bevorstehenden Strukturwandels im Rheinischen Revier für die innovative Weiterentwicklung des Angebots an Schienen und Straßen entstehen. Das Ziel ist, die Verkehrsträger intelligent miteinander zu vernetzen. Bereits im Vorfeld waren 144 Projektvorschläge eingereicht worden, die in den Strukturwandelprozess in den Bereichen Infrastruktur und Mobilität einfließen werden.

Fachlichen Input boten zahlreiche Experten. Thomas Klann (Logistikregion Rheinland) stellte Projekte und Ideen der Logistikbranche vor, bei denen zum Beispiel der CO2-erzeugende LKW-Lieferverkehr auf andere, umweltverträglichere Verkehrsträger verlagert wird. Mittels Micro-Hubs könnten Fahrradboten in den Städten auf der „letzten Meile“ zum Verbraucher die Waren CO2-neutral ausliefern. Der Verkehrsplaner Prof. Dr. Volker Stölting plädierte dafür, den Schwerpunkt deutlich auf den Ausbau der Schiene zu legen und etwa auch auf wasserstoffgetriebene automatisierte Bahnen zu setzen. Stölting appellierte an die Anwesenden, Projekte aus der Region heraus zu entwickeln und sich miteinander zu vernetzen. Nur so könne die Verkehrswende gelingen. Michael Zyweck vom Zukunftsnetz Mobilität NRW stellte Beispiele für die intelligente Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel im Ruhrgebiet vor, die auch auf das Rheinische Revier übertragbar sind. Vodaphone-Manager Stephan Schneider gab in seinem Impulsvortrag einen Überblick zu den aktuellen digitalen Innovationsfeldern von 5G bis zur Künstlichen Intelligenz und forderte die Anwesenden auf, mutig nach vorn zu denken und neue Ideen umzusetzen. Der Nachhaltigkeitsberater Rolf Dollase gab schließlich zu bedenken, dass eine nachhaltige Entwicklung im Bereich Infrastruktur und Mobilität stets eine wirtschaftliche, eine ökologische und sowie eine soziale Komponente habe. Erst wenn die wirtschaftliche Nachhaltigkeit gesichert sei, mache es Sinn, sich über ökologische und soziale Nachhaltigkeit Gedanken zu machen.

Der Revierknotenvorsitzende Dirk Brügge hatte zuvor in seinem einführenden Vortrag die Rahmenbedingungen der Arbeit des Revierknotens "Infrastruktur und Mobilität" erläutert. Alle Projekte, die künftig aus den Mitteln des vom Bundestag noch zu verabschiedenden Strukturstärkungsgesetzes ins Rheinische Revier fließen, müssten neue Arbeitsplätze schaffen sowie Wertschöpfung erzielen. „Die Revierknoten entscheiden nicht, welches Projekt gefördert wird. Aber wir stellen die Bedingungen auf, unter denen Förderungen künftig erfolgen sollen.“

Die Arbeitsergebnisse dieser Fachkonferenz fließen in den Entwurf der ersten Fassung des Wirtschafts- und Strukturprogramms (Entwurf WSP 1.0) der Zukunftsagentur für das Rheinische Revier ein, das zur nächsten Revierkonferenz am 13. Dezember 2019 vorliegen wird.

(Bilder: Zukunftsagentur Rheinisches Revier/Andreas Schmitter)

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