Alex­ander Loup aus Titz enga­giert sich in der Spur­gruppe zur Bür­ger­be­tei­li­gung

Alexander Loup: „Wir müssen konstruktiv über die Zukunft der Region diskutieren“

Alexander Loup ist im Umfeld des Tagebaus Garzweiler aufgewachsen, ging in Bedburg zur Schule und studierte Maschinenbau und Umwelttechnik in Jülich. Heute lebt und arbeitet der 33-Jährige mit seiner Familie in Titz im Herzen des Rheinischen Reviers. „Im Dialog über den Strukturwandel wünsche ich mir mehr Sachlichkeit und eine breite Beteiligung der Menschen, damit alle an der Gestaltung der Region mitwirken können“, sagt Loup.

Gestaltung statt Spaltung
Die Entwicklungen rund um den Tagebau Garzweiler verfolgt Alexander Loup schon seit Jahren mit großem Interesse, aber auch ein wenig mit Sorge, denn angesichts des Strukturwandels ziehen sich zunehmend Gräben durch die Gesellschaft. Der Maschinenbauingenieur arbeitet bei der RWE Power AG, dem größten Arbeitgeber in der Region. Besonders im Umfeld der Tagebaue haben sich die Konflikte mit Aktivistengruppen verschärft: „Ich nehme auch in meinem direkten Umfeld wahr, dass der Raum für offene Diskussionen zunehmend schwindet. In den letzten Jahren sind vor allem die Stimmen von populistischen Protestbewegungen viel lauter geworden“, erzählt Loup. Dabei vermisst er im erbitterten Protest gegen die Braunkohle die grundsätzliche Bereitschaft, konstruktiv über Alternativen für die Zukunft zu sprechen. „Das hat mich auch dazu motiviert, mich für die Spurgruppe der Zukunftsagentur Rheinisches Revier zu bewerben! Wir müssen gemeinsam, ohne Vorurteile und mit handfesten Ideen und Konzepten über die Zukunft unserer Region diskutieren.“

Interesse wecken für dringende Fragen
Die Spurgruppe ist als Beirat für den Beteiligungsprozess zu verstehen und sorgt dafür, dass die verschiedenen Perspektiven und Interessen der Bürgerschaft im Rheinischen Revier berücksichtigt werden. Alexander Loup setzt sich in der Spurgruppe dafür ein, dass wieder mehr und vor allem sachlich über die Energiewende gesprochen wird: „Niemand kann abschätzen, wie sich die Region in Zukunft entwickeln wird. Worauf es aber ankommt ist, dass die Menschen sich mitgenommen fühlen. Hier gibt es noch so viel zu gestalten! Das Rheinische Revier muss sich nicht zwingend über die Braunkohle identifizieren“, meint Loup. Traurig macht ihn, wenn sich Menschen aus dem Revier gar nicht für die Gestaltung der Region interessieren, weil zum Beispiel ihre Arbeitsstelle in den naheliegenden Städten angesiedelt ist. „Das finde ich sehr schade, denn der Strukturwandel stellt dringende Fragen: Was wird aus der Industrie? Wie behält die Region auch in Zukunft ihre Attraktivität? Wie schützen wir die Umwelt und das Klima? Populistische Meinungsmache und Desinteresse helfen uns da nicht weiter.“

Keine Angst vor Veränderung
Ganz wichtig ist Alexander Loup, dass sich die Bürgerinnen und Bürger wieder stärker für eine gemeinsame Sache engagieren: „Es nützt alles nichts, wenn wir einen gesellschaftlichen Konsens für den stärkeren Einsatz von Erneuerbaren Energien erzielt haben, aber jede einzelne Windkraftanlage wieder von einer neuen Bürgerbewegung infrage gestellt wird. So wird jede Form von Wandel blockiert“, meint der Maschinenbauingenieur. Deswegen setzt er sich in der Spurgruppe auch dafür ein, die Menschen von den Chancen zu überzeugen, die mit dem Strukturwandel verbunden sind: „Wir wollen doch auch in Zukunft in einer vitalen Region mit gut bezahlten Arbeitsplätzen leben. Dafür müssen sich die Menschen aber an der Gestaltung der Arbeitswelt, der Landschaft und der Schaffung von neuer Wertschöpfung im Rheinischen Revier proaktiv beteiligen.“

Von der Zukunftsagentur erhofft sich Alexander Loup, dass sie eine vermittelnde Rolle bei dieser Diskussion einnimmt und die verschiedenen Perspektiven und Interessen der Bürgerschaft bündelt. „Ich sehe jetzt die Zeit gekommen, um das konstruktive Gespräch und die Diskussion über die Zukunft im Rheinischen Revier positiv zu befeuern. Über die Revier-Foren und Revier-Touren laden wir alle Menschen in der Region dazu ein, sich in den Strukturwandelprozess aktiv einzubringen“, sagt Loup.