Ein Bürgerrat für das Rheinisches Revier
Der Strukturwandel im Rheinischen Revier bringt große Veränderungen mit sich. Er ist ein langfristiges Gemeinschaftsprojekt, das weit über strukturelle und wirtschaftliche Fragen hinausreicht – und genau deshalb braucht es die Perspektiven der Menschen, die hier leben.
Vor diesem Hintergrund hat die Landesregierung Nordrhein-Westfalen am 16. September 2025 die Einrichtung eines Bürgerrates für das Rheinische Revier beschlossen. Der Bürgerrat orientierte sich an der Bürgerbeteiligungscharta Rheinisches Revier. Die Charta wurde in Kooperation mit der Spurgruppe entwickelt und definiert Leitlinien für einen integrativen Beteiligungsprozess.
Der Bürgerrat Rheinisches Revier bot Bürgerinnen und Bürgern ab 16 Jahren die Möglichkeit, aktiv an der Zukunftsgestaltung mitzuwirken. Im Mai 2026 nahm der Bürgerrat seine Arbeit auf und hat diese inzwischen abgeschlossen. Die Empfehlungen des Bürgerrates wurden im September 2026 öffentlichkeitswirksam an die Landesregierung Nordrhein-Westfalen übergeben.
ABSCHLUSSBERICHT MIT EMPFEHLUNGEN
100 geloste Menschen, 6 Tage Beratung, 10 Empfehlungen
Revier-Konferenz „Perspektiven 2026“, Bergheim, 24.9. gegen 11:30 Uhr: Das war der große Moment für Sina, Peter, Ingrid und Co. Vor rund 700 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kommunen und Zivilgesellschaft, überreichten die Mitglieder des Bürgerrats ihre Handlungsempfehlungen an NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur.
Wie der Bürgerrat zustande kam, wie er sich zusammensetzt und wie die Arbeit des Bürgerrates aussah, inklusive der Übergabe der Empfehlungen, zeigen wir in diesem Video.
Wie setzte sich der Bürgerrat Rheinisches Revier zusammen?
Der Bürgerrat setzte sich aus 100 per Losverfahren ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern ab 16 Jahren zusammen. Ziel war eine möglichst vielfältige Zusammensetzung, die Alter, Bildungsstand, Geschlecht und räumliche Verteilung im Revier widerspiegelt – ein „Mini-Revier“, das die unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen der Bevölkerung sichtbar macht.
Ein Blick in unseren Film zum Bürgerrat Rheinisches Revier lohnt sich: Er zeigt anschaulich, wie sich der Bürgerrat zusammensetzte, wie er arbeitete und welche Rolle er für die Zukunft der Region spielte.
Wie gestaltete sich der Prozess zum Bürgerrat Rheinisches Revier?
- Konzeption des Bürgerrats
- Methodenauswahl
- Bestimmung der Zielgruppe (Adressatinnen und Adressaten)
- Antragstellung der Fördermittel
- Anschreiben an rund 7.000 demografisch diverse Menschen im Rheinischen Revier
- Zufällige Auswahl von 100 Personen aus den Rückmeldungen der angeschriebenen Bürgerinnen und Bürger
- Konstituierung des Bürgerrats aus diesen 100 ausgewählten Personen
- Bildung einer Vorbereitungsgruppe, bestehend aus 8 Mitgliedern des Bürgerrats und 8 Vertreterinnen und Vertretern der Landesregierung NRW
- Sitzung der Vorbereitungsgruppe zur Festlegung des Themas, mit dem sich der Bürgerrat befassen soll. Das Thema wurde aus den Zukunftsfeldern Innovation und Bildung, Energie und Industrie, Raum und Infrastruktur oder Ressourcen und Agrobusiness ausgewählt.
- Durchführung von drei Sitzungswochenenden, an denen der Bürgerrat im Sommer 2026 tagte und gemeinsame Handlungsempfehlungen in moderierten Kleingruppen erarbeitete.
- 24. September 2026: Übergabe der Handlungsempfehlungen des Bürgerrates an die Landesregierung NRW im Rahmen der Revier-Konferenz 2026
- Dank an die Mitglieder des Bürgerrats für deren Arbeit
- Information der Öffentlichkeit über die Empfehlungen des Bürgerrates
- Die Landesregierung NRW prüft und bewertet die Handlungsempfehlungen
- Sie entscheidet, ob beziehungsweise wie die Handlungsempfehlungen am besten umgesetzt werden können.
Weitere Eindrücke aus dem Bürgerrat
Weiterführende Links und Downloads
Ihre Ansprechpersonen rund um den Bürgerrat
Für Bürgerinnen und Bürger:
Referentin Öffentlichkeitsbeteiligung
Für die Presse:
Stellvertretende Abteilungsleiterin Kommunikation
Ganz allgemein: Was ist ein Bürgerrat?
Bürgerräte sind Versammlungen von 30 bis 200 per Los zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern, die bei mehreren Terminen gemeinsam und in Kleingruppen ein vorgegebenes Thema diskutieren. Die Bürgerinnen und Bürger erarbeiten Handlungsempfehlungen, die sie an die Politik übergeben.
Was sind die Vorteile von Bürgerräten?
Bürgerräte bilden die Vielfalt der Bevölkerung ab. Durch die zufällige Auswahl nach klar definierten Kriterien kommen auch diejenigen zu Wort, die sonst selten an politischen Prozessen teilnehmen.
In einem Bürgerrat können somit Menschen aufeinandertreffen, die im Alltag kaum Berührungspunkte haben. Sie tauschen sich aus, hören einander zu und entwickeln gemeinsam Ideen, die unterschiedlichen Perspektiven und Interessen Raum geben.
Mehr zum Thema Bürgerrat unter:
https://www.buergerrat.de/